Neuer Brigadearzt

Nachdenkliches aber auch Unernstes aus dem militärischen Alltag

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Neuer Brigadearzt

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Beitragvon Berth1909 » Montag 13. April 2020, 13:57

In dem Zusammenhang möchte ich eine nette Episode erzählen. Hat jetzt nicht mit dem Tauchturm zu tun, aber vielleicht verschieben die Admins das dann in einen anderen Fred.
Ich komme also am 1.9.1989 in Peenemünde an, wie befohlen. Jeans, Parka, lange Haare - wie man eben aussieht, wenn man gerade von der Uni kommt.
Nachdem ich mich im Stab gemeldet habe, bekomme ich dem "Marschbefehl", wo ich mich überall melden soll und was ich dort zu erledigen habe.
Nach gut 2 Stunden schleppe ich einen riesen Seesack, der aus einer Plane geknüpft war quer durch´s Gelände und bin auf dem Weg zum nächsten Stützpunkt, um mir weitere Dinge, Papiere und Unterschriften abzuholen.
Am Hafen, in der Nähe vom Slipgraben, steht ein einsamer Soldat auf Posten. Den kann ich fragen, wo ich lang muß. Also steuer ich auf ihn zu und sehe schon von weitem seinen bedauernden Blick - ah ein Neuer - arme Sau - Tagesack - oder irgend sowas könnte er gedacht haben.
Ich setz meinen Klamottensack vor im ab und frage ihn also nach dem Weg. Er meint: Komm Junge, wir rauchen erst mal eine. Dann reicht er mir lässig eine Schachtel Zigaretten rüber und ich nehme mir eine raus und stecke sie mir zwischen die Lippen. Er versucht mir Feuer zu geben, doch da am Hafen ging immer eine leichte Briese und das Feuerzeug hält dem nicht stand. Um den Wind ein bisschen abzuschirmen, lasse ich beide Hände vom Seesack los und gebe der Flamme damit Schutz. I
In dem Moment kippt mein Seesack um und die oberste Schicht der Klamotten rutscht heraus. Ich kann noch schnell den Fuß drunter schieben, damit es nicht in den Staub fällt aber die Schulter meiner Uniformjacke rutscht hervor. Oben auf leuchten die frischen Schulterstücke, die mich als Oberleutnant kennzeichnen.
Sofort geht ein Ruck durch den Soldaten, er nimmt Haltung an und versucht seine Zigarette in der hohlen Hand zu verstecken.
Ich muß etwas schmunzeln und sag ihm, daß ich meinen Dienst erst in einer Stunde antrete, wenn ich beim Friseur war und er wieder ganz entspannt stehen darf. Wir haben dann noch unsere Zigaretten zu Ende geraucht, aber so richtig entspannt war der Soldat dann doch nicht mehr.
Für mich war es in den folgenden Monaten immer etwas wie eine Gratwanderung. Ich wurde von den "richtigen" Offizieren nie wirklich als einer von Ihnen angesehen, von den Mannschaftsgraden aber schon. so daß ich weder ganz zu den einen noch zu den anderen gehörte.
Das hat sicher auch dazu beigetragen, daß ich so wenige Erinnerungen an die Dienstzeit habe. Die Zeit des GWD ist da wesentlich präsenter.



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Re: Neuer Brigadearzt

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Beitragvon Sperrgast336 » Mittwoch 15. April 2020, 19:12

Hallo @Berth1909

Interessante Geschichte und somit bist Du ja komplett auch ein Zeitzeuge, was die Wendezeit und Übernahme
der 1.Flottille in die Bundesmarine betrifft .
Gibt es in Deinem Fundus aus dieser Zeit noch eigene Bilder , war ja dann nicht mehr so schlimm mit Fotos machen.
Peenemünde 1992 (1).jpg
Peenemünde 1992 (8).jpg

Ich selbst war 1992 , das erste mal wieder in Peenemünde , da war das Objekt noch Marinestützpunkt und im Hafen sowie auch im Nordhafen lagen die Schiffe zum weiteren Verkauf.
Heute steht nicht mehr viel aber immerhin das Gebäude vom ehemaligen Lazarett,jedenfalls bei meinem letzten Besuch , Peenemünde verändert sich .
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Re: Neuer Brigadearzt

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Beitragvon Berth1909 » Donnerstag 16. April 2020, 19:44

Fotos habe ich leider so gut wie gar keine gemacht - der Schreck saß wohl zu tief. Auf der Fahrt in die Nordsee hab ich heimlich Fotos aus dem Bullauge meiner Kajüte gemacht - auch da ständig in Angst erwischt zu werden. Schließlich hab ich mir die Kajüte damals mit dem Polit geteilt.

Die Wende habe ich sehr differenziert erlebt. Ich hab einerseits die berechtigten Forderungen nach einem reformierten Sozialismus gesehen. Da riefen noch alle "Wir sind das Volk!" und dann die Leute, die aus ihren Kellerlöchern gekrochen kamen, als man schon nicht mehr damit rechnen mußte auf einer Montagsdemo verhaftet zu werden, die dann brüllten "Wir sind ein Volk!"
Ich hab im Lazarett Matrosen wieder zusammengeflickt, die beim Ausgang zusammengeprügelt wurden, für nichts, nur weil sie die Uniform trugen.
Wir haben sie dann in Zivil in Ausgang gehen lassen. Trotzdem hat man sie natürlich erkannt.
An einen Tag kann ich mich erinnern, da wurden die Posten verstärktund Alarm ausgerufen, weil sich "Demonstranten" angekündigt hatten, die die Kaserne besetzen wollten. Ich hab die Situation als sehr brenzlich empfunden. Zum Glück gelang es vorher die ganze Situation zu deeskalieren.
Es war oftmals kein schöner Zustand und oft eher brenzlig. Der spalt zog sich ja nicht nur quer durch die Bevölkerung, sondern auch nur meinen Freundeskreis und sogar die Familie. Einige haben nicht mehr mit mir geredet, weil ich die Uniform trug. Teilweise waren das zuvor die größten "Genossen" gewesen.
So war das damals bei mir. Zumindest ist es heute in meinen Erinnerungen so. Da ich Psychiater bin, weiß ich natürlich, daß auf das menschliche Gedächtnis nicht viel Verlaß ist. Es vergißt zwar nichts, aber es ist in der Lage Erinnerungen zu produzieren. Das tut es nicht, weil wir verrückt sind, sondern, weil es uns schützen will. Wie die meisten ehemaligen, hab ich an meine GWD-Zeit nur die besten Erinnerungen. Wie oft ich im Dreck gelegen habe, wie oft mir das Wasser den Bauch hoch gekrochen ist, weil meine Stellung beim Dauerregen langsam mit Wasser voll lief, das wird doch alles glorifiziert - wir waren noch echte Kerle. Wie oft wir geflucht haben, uns nach Hause und den ganzen Verein zum Teufel gewünscht haben, daran erinnern wir uns doch kaum noch - und das ist auch gut so.



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Re: Neuer Brigadearzt

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Beitragvon Sperrgast336 » Donnerstag 16. April 2020, 20:48

Berth1909 hat geschrieben:
Ich hab im Lazarett Matrosen wieder zusammengeflickt, die beim Ausgang zusammengeprügelt wurden, für nichts, nur weil sie die Uniform trugen.
Wir haben sie dann in Zivil in Ausgang gehen lassen. Trotzdem hat man sie natürlich erkannt.
auch gut so.


Hallo@Berth1909
Danke für dieses Zeitfenster inkl. Bericht. Leider hört man heute nur noch wie schön alles war und Du hast recht , wir vergessen und verglorifizieren manchmal die Zeit bei der Armee . Das liegt vielleicht auch daran das wir so jung waren , allerdings war Peenemünde keine Trauminsel für 20-zig jährige Jungs .Damit mich hier auch keiner falsch versteht , ich bin immer noch ein bisschen stolz drauf bei den fahrenden maritimen Einheiten gewesen zu sein. Noch heute sind wir ein kleiner Kreis von älter gewordenen Jungs , die freundschaftlich verbunden sind. Wir sind noch in Ehren entlassen worden, trotz das z.B. ,mein Dienstgrad auch geschmälert wurde. Es stimmt schon das man im Alter das Vergangene manchmal schön redet. Euer Wendejahrgang hatte da doch eher eine schlechte Zeit erwischt . Wusste auch nicht das so ein Hass auf Marineangehörige bestand. Hatte aber wohl was mit unserem System zutun. Da war man als Uniformierter schnell das Feindbild . Im Zivilleben ging auch gleich die Umorientierung los ,oder man hat gewartet bis der Betrieb zu war .Damals hatte man ja auch das Gefühl, bis zur Wiedervereinigung ,war das System (Gesetzte) ausgekoppelt. Wie geht man mit diesem Erlebten eigentlich um. Alles was DDR war , war erstmal schlecht .........heute haben wir dafür wieder eine starke Ostalgie. In den Medien gab es einen Bericht von der Besetzung der Schiffe durch Demonstranten, ging um den Verkauf an nicht demokratische Länder. Am Ende sind sie doch verkauft wurden .........alles in Allem hatten wir doch großes Glück gehabt , lag vielleicht auch am System......... wir mussten nicht in einen Krieg .....

Resiorden in Silber für 36 Monate Dienst.jpg
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Re: Neuer Brigadearzt

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Beitragvon Hirsch » Sonntag 19. April 2020, 10:33

Ich sollte ja wohl mit zu den Ältesten zählen, die hier lesen und gelegentlich auch mal schreiben.
Ich habe an eine Sache gedacht, die auch einige Jahre vor meiner Dienstzeit lag.
Der Haß auf die Marineuniform. 1953 sprach man in Mitteldeutschland von "Ullbrichts blauer SS". Vielleicht findet sich noch jemand, der das näher erläutern möchte - bessergesagt kann.
Ansonsten sind wir in unsern blauen Uniformen meist gerngesehen gewesen.

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grüßt.



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Re: Neuer Brigadearzt

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Beitragvon Kulle » Sonntag 19. April 2020, 14:20

:ahoi: Hirsch,

Deine Aussagen über den Hass auf uniformierte Angehörige der SSK der DDR von 1953 mit der Bezeichnung "Ulbrichts blauer SS" kann ich nicht bestätigen, habe davon nie gehört, und warum sollte gerade in "Mitteldeutschland" darüber diskutiert werden?

Fakt ist aber, dass es eine Zeit gegeben haben soll, allerdings vor unser Dienstzeit (1959), wo die Norddeutschen (MVP) nicht gut über unsere Seestreitkräfte zu sprechen waren und das Ansehen der "Blauen Jungs" darunter stark gelitten habe.

Angebliche Gründe dafür, so der damalige "Buschfunk", war ein Vorkommnis mit einem Fischerboot welches sich unberechtigt (?) einer Pier der Dienststelle Warnemünde näherte und auf Warnsignale nicht reagierte. Der Fischer soll daraufhin vom Posten-Pier erschossen worden sein. Später wurde davon gesprochen, dass der Fischer taubstumm gewesen sein soll.
Ob dies wirklich so der Fall war und im Zusammenhang mit Deiner Aussage zusehen ist, entzieht sich meiner Kenntnis.

Schönen Sonntag noch und immer schön Abstand halten!
Gruß Lutz
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Re: Neuer Brigadearzt

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Beitragvon Berth1909 » Sonntag 19. April 2020, 20:05

In Karlshagen und Peenemünde haben ja fast nur Anghörige der Streitkräfte gewohnt und einige Fischer, die zumeist ein gutes Verhältnis zu den Streitkräften hatten. Aus Greifswald weiß ich aber, daß es gerade zur Wende hin immer mehr Stimmen gab, die sich über die Sperrgebiete auf der Inselnordspitze aufregten, weil dort angeblich die schönsten Strände sein sollten. Daß das Gebiet noch vom 2. Weltkrieg kampfmittelverseut war, hat man hingegen nicht bedacht. Sowas wird halt ausgebrütet, wenn man keine Ahnung aber zu allem eine Meinung hat.
Warum sich der Haß 1989 gegen unsere Jungs entladen hat, ist für mich auch nicht nachvollziehbar. Wahrscheinlich gab es da wieder einige Antreiber, die versuchten gegen alles und jeden Stimmung zu machen, was die DDR repräsentierte.
Auf die Frage, warum es in den USA noch nie einen Putsch gegeben hat, gibt es eine ganz einfache Erklärung: Weil es dort keine US-Botschaft gibt.



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Re: Neuer Brigadearzt

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Beitragvon Berth1909 » Sonntag 19. April 2020, 20:57

In Karlshagen und Peenemünde haben ja fast nur Anghörige der Streitkräfte gewohnt und einige Fischer, die zumeist ein gutes Verhältnis zu den Streitkräften hatten. Aus Greifswald weiß ich aber, daß es gerade zur Wende hin immer mehr Stimmen gab, die sich über die Sperrgebiete auf der Inselnordspitze aufregten, weil dort angeblich die schönsten Strände sein sollten. Daß das Gebiet noch vom 2. Weltkrieg kampfmittelverseut war, hat man hingegen nicht bedacht. Sowas wird halt ausgebrütet, wenn man keine Ahnung aber zu allem eine Meinung hat.
Warum sich der Haß 1989 gegen unsere Jungs entladen hat, ist für mich auch nicht nachvollziehbar. Wahrscheinlich gab es da wieder einige Antreiber, die versuchten gegen alles und jeden Stimmung zu machen, was die DDR repräsentierte.
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Re: Neuer Brigadearzt

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Beitragvon peenemolli » Montag 20. April 2020, 07:19

Die Geschichte mit dem " taubstummen" Fischer geisterte auch zu meiner Zeit (67-70) durch die Flotte . Da soll sich dieser Zwischenfall aber in der Offiziersschule Stralsund zugetragen haben ! Hass auf die " blauen Jung's gab es zu meiner Zeit nicht...eher Neid !!!



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Re: Neuer Brigadearzt

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Beitragvon Zylinder » Montag 20. April 2020, 07:37

Hallo Jungs,
zu meiner Zeit (58-61) gab es weden in Peenemünde noch in Warnemünde derartige Querelen mit den Einheimischen.Im Gegenteil.In unserer Freizeit waren wir in der Werft gern gesehen.Wir waren dort als Schlosser und Schweißer zu kleineren Arbeiten eingesetzt. Ich kann mit Fug u.Recht behaupten,daß wir mit den Einheimischen ein gutes Verhältnis hatten.Es kommt aber auch darauf an,wie man als "Molly" der Bevölkerung gegenüber trat.
Noch heute( bin jedes Jahr 1x in Peenemünde) werden mit diesen freundlichen Menschen u.a. Gespräche geführt. Von einer sogen. "Blauen SS" habe ich noch nie etwas gehört.
Allen ein coronafreie Woche wünscht Euch Günter(Zylinder)



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