Windstärken (nach Beaufort) Seestärken (nach Petersen) |
Die Beaufort- und Petersen-Skala, Zusammenhänge zwischen Wind und Wellen
Der Wind, die Ausgleichsströmung zwischen hohen
und niederen Luftdruck, wird für gewöhnlich in der international
gebräuchlichen Beaufort-Skala gemessen. Sir F. Beaufort, ein britischer
Admiral und Hydrograph (1777 - 1857), hat diese Skala 1806 aufgestellt,
indem er die Auswirkungen des Windes auf Wasser, Schiff und Land
zusammengefaßt hat, dessen Maßeinheit Beauforts erhielt und mit "bft" abgekürzt wird.
Dies ist auch der Grund, warum die Beaufort-Skala nicht linear aufgebaut ist.
Zum Ausdruck kommt mit dieser Skala auch die Windstärke, und weniger die Geschwindigkeit.
Trotzdem, es ist ja ein kausaler Zusammenhang zwischen Windgeschwindigkeit und Windstärke,
daher ist es auch sinnvoll, der Stärke auch die Geschwindigkeit, gemessen in
Meter/Sekunde (m/s) gegenüberzustellen.
Die See, man unterscheidet zwischen Dünung und
Windsee. Dünung entspricht nicht den vorherrschenden Windverhältnissen.
Sie kann einen nahenden Sturm anzeigen oder auch einem bereits
durchgezogenen Starkwind nachlaufen. Die Höhe des Seegangs ist nicht
ausschlaggebend für die Gefährlichkeit, vielmehr der gesamte Aufbau des
Wellensystems. Eine lange, hohe und weit auslaufende Welle wie am Atlantik
ist lange nicht so gefährlich, wie kurze, steile stoßweise See, wie sie in
kleinen oder abgeschlossenen Revieren (Adria...) anzutreffen ist. Ebenso
wichtig ist die Wassertiefe sowie Faktoren, die den Wind betreffen wie
Böigkeit, Anlaufstrecke und Dauer des Windes.
Beim Seegang handelt sich um die vom Wind erzeugte unregelmäßige Bewegung der
Wasseroberfläche. Der deutsche Kapitän Peter Petersen veröffentlichte im Jahre 1927 eine Seegangsskala mit
Stärken von 0 bis 9. Seit 1939 ist sie international anerkannt.
|
|
Windstärke, Bezeichnung und Auswirkungen an Land Beaufort-Skala (bft)
|
Seegangsstärke, Bezeichnung und Auswirkungen auf See Petersen-Skala (See)
|
|
Windstärke 0
|
Seegangsstärke 0
|
- Windstille -
Rauch steigt senkrecht auf
0,0 - 0,2 m/sek bis 1 km/h
|
- vollkommen glatte See -
spiegelglatte See
bis 1 Knoten Wellenlänge bis 5 m Wellenhöhe 0 m
|
|
Windstärke 1
|
Seegangsstärke 1
|
- leiser Zug -
Rauchablenkung sichtbar Windflügel und Windfahnen unbewegt
0,3 - 1,5 m/sek bis 5 km/h
|
- ruhige, gekräuselte See -
kleine schuppenförmig aussehende Kräuselwellen ohne Schaumköpfe
1 - 3 Knoten Wellenlänge bis 15 m Wellenhöhe 0-0,25 m
|
|
Windstärke 2
|
Seegangsstärke 2
|
- leichte Brise -
Wind im Gesicht spürbar Blätter rascheln
1,6 - 3,3 m/sek bis 11 km/h
|
- schwach bewegte See -
Kleine kurze wellen, Kämme glasig, brechen aber nicht
4 - 6 Knoten Wellenlänge bis 25 m Wellenhöhe 0,25 - 1 m
|
|
Windstärke 3
|
Seegangsstärke 2
|
- schwache Brise -
dünne Zweige und Blätter bewegen sich
3,4 - 5,4 m/sek bis 19 km/h
|
- schwach bewegte See -
Wellen ausgeprägter, Kämme sehen glasig aus und brechen sich nicht, vereinzelt weiße Schaumköpfe
7 - 10 Knoten Wellenlänge bis 25 m Wellenhöhe 0,25 - 1 m
|
|
Windstärke 4
|
Seegangsstärke 3
|
- mäßige Brise -
Wimpel gestreckt, loses Papier fliegt
5,5 - 7,9 m/sek bis 28 km/h
|
- leichte, bewegte See -
ziemlich verbreitet treten weiße Schaumköpfe auf, die sich brechende See rauscht
11 - 15 Knoten Wellenlänge bis 50 m Wellenhöhe 0,75 - 2 m
|
|
Windstärke 5
|
Seegangsstärke 4
|
- frische Brise -
größere Zweige bewegen sich
8 - 10,7 m/sek bis 38 km/h
|
- mäßig bewegte See -
überall weiße Schaumköpfe, vereinzelt schon Gischt, brechen der See hört sich wie Murmeln an
16 - 20 Knoten Wellenlänge bis 75 m Wellenhöhe 2 - 4 m
|
|
Windstärke 6
|
Seegangsstärke 5
|
- starker Wind -
starke Äste bewegen sich, Pfeifen an Drahtseilen, knatternde Fahnen
10,8 - 13,8 m/sek bis 49 km/h
|
- grobe See -
größere Wellen, Kämme brechen sich undhinterlassen größere weiße Schaumflächen, dumpfes, rollendes Geräusch der sich brechenden See
21 - 27 Knoten Wellenlänge bis 100 m Wellenhöhe 3 - 6 m
|
|
Windstärke 7
|
Seegangsstärke 6
|
- steifer Wind -
Bäume bewegen sich, Widerstand beim Gehen gegen den Wind
13,9 - 17,1 m/sek bis 61 km/h
|
- sehr grobe See -
See türmt sich, der beim Brechen entstehende weiße Schaum beginnt sich in Streifen in die Windrichtung zu legen
28 - 33 Knoten Wellenlänge bis 135 m Wellenhöhe 5 - 7 m
|
|
Windstärke 8
|
Seegangsstärke 7
|
- stürmischer Wind -
Autos geraten ins Schleudern, Zweige brechen von Bäumen, beim Gehen erhebliche Behinderungen
17,2 - 20,7 m/sek bis 74 km/h
|
- hohe See -
mäßig hohe Wellenberge mit Kämmen von beträchtlicher Länge, von den Kanten der Kämme beginnt Gischt abzuwehen, Schaum legt sich in ausgeprägten Streifen in die Windrichtung
34 - 40 Knoten Wellenlänge 150 bis 200 m Wellenhöhe 7 - 10 m
|
|
Windstärke 9
|
Seegangsstärke 7
|
- Sturm -
kleinere Schäden an Häusern, Ziegel und Rauchhauben werden von Dächern gehoben, Gartenmöbel werden umgeworfen und verweht
20,8 - 24,4 m/sek bis 88 km/h
|
- hohe See -
See türmt sich, weißer Schaum beginnt sich in Windrichtung zu legen
41 - 47 Knoten Wellenlänge 150 bis 200 m Wellenhöhe 7 - 10 m
|
|
Windstärke 10
|
Seegangsstärke 8
|
- schwerer Sturm -
entwurzelte Bäume, Baumstämme brechen, Gartenmöbel werden weggeweht, größere Schäden an Häusern, selten im Landesinneren
24,5 - 28,4 m/sek bis 102 km/h
|
- sehr hohe See -
hohe Wellenberge mit langen überbrechenden Kämmen, See weiß durch Schaum, schweres stoßartiges Rollen der See, Sicht durch Gischt stark beeinträchtigt
48 - 55 Knoten Wellenlänge bis 250 m Wellenhöhe über 10 m
|
|
Windstärke 11
|
Seegangsstärke 9
|
- orkanartiger Sturm -
heftige Böen, schwere Schäden an Wäldern, Dächer werden abgedeckt, Autos aus der Spur geworfen, dicke Mauern beschädigt, Gehen ist unmöglich.
28,5 - 32,6 m/sek bis 117 km/h
|
- außergewöhnlich schwere See -
außergewöhnlich hohe Wellen- berge mit langen, überbrechenden Kämmen, die Kanten werden überall zu Gischt zerblasen
56 - 63 Knoten Wellenlänge bis 300 m und mehr Wellenhöhe über 10 m
|
|
Windstärke 12
|
Seegangsstärke 9
|
- Orkan -
schwerste Sturmschäden und Verwüstungen
> 32,7 m/sek ab 117 km/h
|
- außergewöhnlich schwere See -
See völlig weiß, Luft mit Schaum und Gischt angefüllt, keine Fernsicht, Rollen der See wird zum Getöse
64 - > Knoten Wellenlänge bis 300 m und mehr Wellenhöhe über 10 m
|
Üblicherweise wird die Windgeschwindigkeit mit einem Schalenkreuzanemometer, einem
kleinen rotierenden Windmessgerät, gemessen. Dagegen erfassen der Ultraschallanemometer
und SODAR-Systeme (Sonic Detecting And Ranging) die Ausbreitung von Schallwellen
und können auf diese Weise vertikale Profile messen. Sie dienen der Ergänzung
der konventionellen Windmessung und können sowohl Windgeschwindigkeit als auch
Windrichtung berechnen.
Da der Wind nicht konstant weht, legte die World Meteorological Organization (WMO)
fest, dass für die in Wetterkarten und Stationsmeldungen angegebene Windstärke der
10-minütige Mittelwert angegeben wird.
|
|
|

|