Funkverbindungen

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Re: Funkverbindungen

[11 / 17]

Beitragvon puster62-65 » Freitag 5. Mai 2017, 23:19

puster62-65 hat geschrieben:Ja, wie war das eigentlich mit der Ausbildung (1962) bezüglich Fahrt in internationalen Gewässern?


Hallo liebe ehemalige Puster bei der VM,

eigentlich hatte ich gehofft, daß mein letzter etwas lockerer Beitrag eine Reaktion auslöst. Zumindest bei den alten Fahrensleuten unter uns.
Habt ihr jemals bei der Ausbildung oder in der Flotte Verhaltensregeln beigebracht bekommen für den Fall der Fälle bei Verbindungsabbruch
in allen Dienstnetzen und einer eigenen Dampferhavarie?
Durch mein Hobby, den Amateurfunk wußte ich bereits vor meiner Marinezeit einiges über die Funkerei, aber wir waren in meiner Parowzeit nur
zwei Kursanten mit dieser wackeligen Vorbildung. Erst an Bord versetzt, merkte ich, daß wir "Funker" doch sehr ärmlich dastanden,
denn im Notfall hätte mein 1. und 2. Funker Null-Ahnung gehabt (ich war 3. Funker und bei Alarm an der 85er Kanone eingeteilt).
Einschließlich Funkmeister und Kommandant war niemand in der Lage zu umliegenden Schiffen außer Sicht- oder evtl. UKW-Reichweite Verbindung
aufzunehmen, um wenigstens den eigen Dampfer mit seinen Leuten wieder nach Hause zu bringen! Der Gedanke war für mich nicht
lustig als es nach zwei oder drei Tagen an Bord auf Vorposten ging! Halt, ich möchte folgendes nicht unerwähnt lassen. Unser Kurzwellenempfänger
"Dabendorf" besaß auf seiner Frequenzumschaltwalze lobenswerterweise eine Rasterstellung "Seenotfrequenz". Aber selbst dieser Hinweis fand
bei unserer Ausbildung nie eine Erwähnung.
Ich lasse mich sehr gern eines Besseren belehren, wenn es euch anders ergangen ist. War es nicht so?

Was man sich im achten Lebensjahrzehnt so für unwichtige Gedanken macht. Tss Tss Tss
Aber als Silberrücken sollte man das auch mal sagen dürfen, oder?!
Ahoi, Richard
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11/64 bis 10/65 Peenem., Stabsfunkst. 1. Flott., Funker


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Re: Funkverbindungen

[12 / 17]

Beitragvon Zombie » Freitag 5. Mai 2017, 23:53

Bei uns in der Sechsten hatten wir bis auf die UKW-Funke beim OP-Dienst, meiner Kenntnis nach, keine Sender. Die standen in Hoch Seelow und wurden fernbedient.



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Re: Funkverbindungen

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Beitragvon Zombie » Samstag 6. Mai 2017, 00:37

Moin @ puster62-65!

Wie es an Bord war, kann ich dir nicht sagen. Auf unserem Flottillennetz mussten wir häufig unsere Schäfchen wieder einsammeln, wenn uns die FEK-Truppe aus Bad Sülze mit massiven Störungen den normalen Funkverkehr unmöglich machte. (FEK = Funkelektronischer Kampf) Es gab ja täglich mehrere Tag- und Nachtfrequenzen, die vorrangig zu nutzen waren. Wenn also eine Übertragung der neuen Frequenz nicht möglich war, überwachte man automatisch diese Frequenzen. Die HFSt suchte freie Frequenzen. Ohne vorherige Verbindungsaufnahme wurden die Q-Gruppen mit der neuen Frequenz gesendet. Auf dieser neuen Frequenz wurde nach kurzer Verbindungsaufnahme (um zu prüfen, ob alle den Wechsel vollziehen konnten) ein erneuter Frequenzewechsel mit der Weisung auf dem neuen Netz Funkstille zu halten, durchgeführt. War der Störsender nicht gefolgt, wurde normal weiter gearbeitet.
Ob dieses Handeln jetzt Vorgabe laut DV war, kann ich nicht sagen. Jedenfalls haben die Puster in den Brigaden es wie selbstverständlich mit durchgespielt.

Gruß Jens



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Re: Funkverbindungen

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Beitragvon Torpedomechaniker » Samstag 6. Mai 2017, 17:46

:ahoi: Männer,
ich "schmeiße" gleich noch zwei Fragen hinterher.
1.wozu diente Samstag Nachmittag von 14-16 Uhr die Schaltzeit?
2.durften die Puster dank ihrer Ausbildung bei der VM auch nach
ihrer Dienstzeit ohne weitere Prüfungen Amateurfunk betreiben?
Ich danke euch jetzt schon für eure Antworten.



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Re: Funkverbindungen

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Beitragvon oberpuster » Sonntag 7. Mai 2017, 09:50

@ Torpedomechaniker

zu 1. kann ich nichts sagen, da es in der 3.RTSB diese "Samstags-Schaltzeit" nicht gab. Bei uns lief ja rund um die Uhr das Funknetz 511 (Funknetz der 6. Flottille). Kann mich nicht erinnern, ob die LTS-Brigaden auch ständig das Netz geschaltet hatten. Könnte personelle Probleme gegeben haben. Es gab aber Schaltzeiten bei denen es um die Funkfernschreibverbindungen ging, aber samstags war ab Mittag dienstfrei ....

zu 2.: Jeder Funkamateur der DDR musste strenge Prüfungen über sich ergehen lassen, da nützte auch das "internationale Tastfunkzeugnis" nichts. Dieses Zeugnis haben wir durch eine Prüfung während unserer Funkausbildung in Parow erlangt. Steht in meinem Wehrdienstausweis und wurde mir später sogar als "berufsähnlicher" Abschluss anerkannt. Aber gleich nach der Dienstzeit als Funkamateur einzusteigen ging wohl nicht so ohne Probleme. Funker waren schließlich "Geheimnisträger". Ich kann nur von den Erfahrungen einiger meiner ehemaligen Funker berichten, die erst nach ca. 3 Jahren als Amateurfunker weiter machen durften. Wie es für diejenigen war, die bereits vor ihrer Dienstzeit Amateurfunker waren, kann ich nicht sagen. Ich hatte übrigens in meinen 9 Jahren als Funkmeister keinen geprüften Amateurfunker in der Brigade.

@ all

Muß nochmal auf das Thema Seenot kommen. Allerdings kann ich nur aus der 3. RTSB berichten.
Die UKW-Anlagen R-619 waren für Frequenzbereiche eingerichtet, die militärisch genutzt wurden, deshalb gab es da keine Möglichkeit internationale Seenotfrequenzen vorzuprogrammieren. Bei der KW-Anlage R-617 war die internationale Seenotfrequenz vorprogrammiert. Jeder Funker hatte eine Arbeitsmappe, in der die Grundlagen zum Seenotfunkverkehr, das internationale Buchstabieralphabet inkl. des internationalen Rufzeichens des jeweiligen Bootes enthalten war. Im Rahmen der Funkausbildung wurde das auch regelmäßig geübt. Da das alles sehr einfach und unkompliziert aufgebaut war, gab es da keine Probleme. Es wurde im A3 Betrieb, also Sprechfunk, gearbeitet. Wie ich schon in einem früheren Beitrag beschrieben hatte, haben wir diese Seenotfrequenz einmal benutzt, um einem Frachter der DSR in Seenot zu helfen. Die Verbindung zu Rügenradio war vollkommen unproblematisch.

Es gab aber auch Funkübungen im Tastfunkbetrieb (A1) mit der polnischen und baltischen Flotte, bei denen die internationalen (zivilen) Rufzeichen verwendet wurden. Da gab es Verbindungen bis Klaipeda und Liepaja, also weit "hinter" Baltijsk
I/73 - I/74 Flottenschule "Walter Steffens" Parow, Funk, 4. Lehrgang
04/74 - 12/81 Funkmeister, 3. RTSB, 6. Flottille
09 - 12/78 Zugführerlehrgang / Zugführer, Dänholm, Stralsund
09 - 12/80 Meisterlehrgang (Nachrichtentechnik), Zugführer , Parow
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Re: Funkverbindungen

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Beitragvon puster62-65 » Sonntag 7. Mai 2017, 17:31

Torpedomechaniker hat geschrieben::ahoi: Männer,
ich "schmeiße" gleich noch zwei Fragen hinterher.

Hallo Fred, zu deinen letzten Fragen bezogen auf den Funkbetrieb. Kann aber nur für meine Dienstzeit bzw unmittelbar danach etwas sagen.
-In der Stabsfunkstelle der 1.Flottille gingen wir rund um die Uhr Welle, so hieß das. Das war immer das KW-Netz der VM. (1964?) wechselten wir in diesem Netz von A1 auf A3 (also von Tastfunk auf Sprechfunk) und wechselte zu festen Zeiten die Frequenz oder bei starken Störungen gemäß Funkunterlagen. Diese Frequenz war auch logischer Weise rund um die Uhr auf den Vorpostendampfern geschaltet. UKW-Sprechfunk kenne ich nur vom Bordbetrieb her. Dort lief das ständig über Lautsprecher als Hintergrundrauschen im Funkraum, geschaltet für kurze Reichweiten. Natürlich auch zur Kontrolle wo wir uns gerade `rumtreiben. Es war eigentlich eine russische Panzerfunkstation "Akazie". An der Küste entlang schipperten wir an den Küstenbeobachtungsstationen der Grenzbrigade entlang, immer kurzer Übungsspruchaustausch und das war`s auf UKW.
Für internen Klartext hatte der Alte auf der Brücke noch ein paar Kanäle auf einer Köpenicker DDR-Funke für Verbandsfahrer untereinander und evtl. beim Ein- und Auslaufen. Dies gehörte aber nicht zur Technik der Funker.
Die von dir genannte feste Frequenzwechselzeit kenne ich von keinem Netz.
-Nun zum Amateurfunk. Wie gesagt war ich vor der VM bei der GST ohne Lizenz an einer Kollektivstation mit dem Ziel ein Rufzeichen als Mitbenutzer zu bekommen. Das half mir bei der frisch erfundenen Wehrpflicht den Termin meiner Einziehung und die Waffengattung sowie Laufbahn auszusuchen. Nach der Entlassung ging ich wieder an eine (andere) Kollektivstation der GST und als der Leiter eine Privatlizenz bekam, stieg ich dort ein. Natürlich mit entsprechender Bewerbung über die GST. Meine Lizenz bekam ich nach einer (Gesetzlichkeiten, Technik)-Prüfung von der Post. Wer dort das Sagen hatte bezüglich Nachrichtenleuten wissen wir wohl alle. Aber ich war nie in einer der DDR-Parteien und habe das Papierchen trotzdem bekommen. Die Hör- und Gebegeschwindigkeit spielte dabei keine Rolle, da es ja auch unter den Amateuren nur Quatschfunker gab und wohl auch noch gibt. Lizenzen konnte man (z. Bsp. Studium) hinterlegen und bei Bedarf auch wieder anfordern. auch über die Wende hinweg galt sie weiter.
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Re: Funkverbindungen

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Beitragvon borstel » Sonntag 14. Mai 2017, 13:37

Schönen Sonntag wünsche ich erst einmal,
also da ich ja auf der Hfst. 6. Flotille war , kann ich euch sagen das es über KW Verbindungen zu unseren Einheiten gab, wenn diese "international" unterwegs waren. Raketeschießen als Beispiel oder wenn ein Versorger irgendeine "wichtige" Fahrt hatte, haben wir die Funkverbindung auf einer separaten Frequenz durchgeführt. das hat mehr oder wenig gut bis sehr gut geklappt. Rügenradio haben wir dafür nicht eingespannt. Sende und Empfangstechnik von uns war gut genug. Und die "Puster", also wir waren fit !!!
Welche Technik an Bord zum Einsatz kam kann ich nicht mehr sagen. War ja eh nur auf der Hfst. zu Gange. Wir haben die Sender "ferngetastet" Die standen wohl irgendwo in Glowe, aber auch den Sender in "KWH" haben wir glaube ich benutzt. Korrigiert mich, ist ja auch schon ein bissel her.
Soweit mal kurz meine Erinnerungen zum Thema.

.- .-. (ar) ... -.- (sk)
ditda ditdadit



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