Geplanter Vormarsch

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Geplanter Vormarsch

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Beitragvon bschuetz » Donnerstag 10. Januar 2019, 11:56

:ahoi: Seemänner,

im Internet nach zu lesen. Gibt es dazu Erkenntnisse welche Aufgabe die 6. Flottille hatte. Mir scheint dieser Angriffsplan der NVA von 1983
war so was von GVS , dass nicht mal die Führung der 6. Flottille etwas wusste. Eddy weiß vielleicht mehr :help: , im Kommando der
Volksmarine muss dieser Angriffsplan bekannt gewesen sein. Aber, wie wir wissen, sind heute noch viele der Schweigepflicht
verpflichtet.

:salut: bschuetz
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Re: Geplanter Vormarsch

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Beitragvon Eddy » Donnerstag 10. Januar 2019, 17:42

Ich bin immer wieder begeistert, dass solche Pläne und Behauptungen ohne offizielle Dokumente veröffentlicht werden. Es handelt sich hier um die gedanklichen Erinnerungen eines ehemaligen Oberstleutnantes der NVA, der bis 2007 noch in der Bundeswehr diente. Er erinnert sich genau zum richtigen Zeitpunkt, den der Traditionserlass der Bundeswehr ist ja überarbeitet wurden.
Wenn hier ein Plan vorgestellt wird, der offensichtlich ohne Gegenwehr ablaufen sollte bin ich sehr skeptisch, dass dieser Plan real war und ist. In sechs Tagen bis zur holländischen Grenze und dann ohne Widerstand.
Ironiemodus an Wenn auch die NATO offiziell keine Angriffspläne gegen den Warschauer Pakt hatte, so hatte sie hoffentlich Verteidigungspläne. Ironiemodus aus

-> -> -> Pläne und Text
Für mich ist das nur die Wahrheit, die man heute lesen und sehen will.
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Re: Geplanter Vormarsch

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Beitragvon Kennedy » Donnerstag 10. Januar 2019, 21:05

Nur wenn alle Archive zugänglich sind, wird ein einigermaßen objektives Bild möglich. Dass sich Militärs auf verschiedene Varianten vorbereiten, ist eine Binsenwahrheit. Das gehört einfach zu ihren Aufgaben.

Interessant auch dieses: https://www.ndr.de/kultur/geschichte/Bu ... en216.html

Neujahrsgrüße

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Re: Geplanter Vormarsch

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Beitragvon Hogo » Donnerstag 10. Januar 2019, 22:15

Alles, was dazu heute veröffentlicht wird, basiert hauptsächlich auf den Erinnerungen von Oberst a.D. Lautsch, dann übernommen als Oberstleutnant in die Bundeswehr. Die dazu gehörige Broschüre erschien 2013 unter dem Titel: "Kriegsschauplatz Deutschland", siehst Du hier https://www.amazon.de/Kriegsschauplatz- ... eutschland
Diese Dokumente wurden im Stab des Militärbezirks Neubrandenburg erarbeitet, der im Fall des Falles der Stab einer Armee gewesen wäre. Nun kann man sicherlich davon ausgehen, um mit Moltke zu sprechen, das kein Plan den ersten Angriff überlebt (sinngemäß). Und bei allen Veröffentlichungen, so heuchlerisch sie auch sind, wird immer vergessen zu sagen und zu schreiben, das alle diese Handlungen erst ausgeführt worden wären, wenn die Nato uns angegriffen hätte. Aber niemals wir als erste. Bei allen Übungslagen, die ich mitgemacht habe: an Bord, beim Kommandantenlehrgang und an der Akademie, selbst an der Offiziersschule in Baku, war das so. Und heute kann man sagen, das diese Dokumente, die in den Flottillen, Divisionen und Armeen in den Stahlschränken lagen (man bereitet sich ja schon in Friedenszeiten auf bestimmte Szenarien vor und aktualisiert sie laufend) und auf Befehl am Tag X zu öffnen gewesen wären, durch die jeweiligen Kommandeure nicht so durchgeführt worden wären. Ich habe mich in den letzten Jahren mit vielen von ihnen zu dieser Thematik unterhalten ( FCH, CVM, aber auch ehemalige Divisionskommandeure der Landstreitkräfte, mit denen ich mittlerweile befreundet bin) und alle haben mir das bestätigt, auch weil man nicht wusste, ob der Inhalt dieser Dokumente dem wahrscheinlichen Gegner nicht schon bekannt gewesen wäre ( es gab ja wohl einige Angehörige der VM, auch in VS Stellen, die für die andere Seite gearbeitet haben). Und mit höchster Wahrscheinlichkeit hätten die zu dem Zeitpunkt Kommandierenden andere Befehle bekommen. Denn keiner glaubte wirklich, das die Dokumente, die in Strausberg im Keller durch die Chefs der einzelnen Truppengattungen per Hand selbst gezeichnet und geschrieben wurden, auch die echten bzw. scharfen gewesen wären. Die lagerten und lagern im Generalstab in Moskau. Auch die Truppen des Warschauer Vertrages wären von dort direkt über die Befehlshaber der Richtungen geführt worden.



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Re: Geplanter Vormarsch

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Beitragvon Hannes53 » Freitag 11. Januar 2019, 13:44

Möchte mich den Ausführungen von Hogo anschließen. Allein die Darstellung des Planes ist schon so oberflächlich, dass er nicht Ernst genommen werden kann. Wo ist der zu schlagende Gegner dargestellt, wo ist der Schutz der Flanken usw?
Zu den Aufgaben unserer Flottille. Ich habe währen meiner Zeit in der RFG (1982-1990) nicht mehr erlebt, dass sich die RD der Flottille von der Insel Rügen wegbewegen wollten. Damit dürfte auch klar gewesen sein, dass zu diesem Zeitpunkt auch niemand mehr ernsthaft geglaubt hat, dass wir die Stationierung unserer Schnellboote in Richtung Kieler Bucht / Nordsee durchführen wollten und überhaupt konnten. Solche Gedanken gab es wohl in den 60-iger und 70-iger Jahren. Aber ob sie realierbar gewesen wären, zweifle ich heute stark an.

Bei alldem, denke ich an das alte Sprichwort: Ist der Plan auch gut gelungen, verträgt er stets auch Änderungen. Und in der RFG hieß es dann oft "und wir Ädern auch gern die Änderungen".
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Re: Geplanter Vormarsch

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Beitragvon TSB-Fan » Freitag 11. Januar 2019, 16:26

Hallo,

jede Armee hat in Friedenszeiten Pläne für Angriff und Abwehr erstellt, So auch die NVA im Rahmen des WV.
Es gab mal die Ansicht, daß der Gegner auf seinem eigenem Territorium zu schlagen sei, siehe die "Planskizze".
Aber Mitteder 89er Jahre gab es eben einen Wechsel der Militärdoktrin.
Jetzt hieß es dass der Gegner mit allen Mittel vom eigenen Teritorium zurück zu schlagen ist, mit Halt an der Grenze.
Das einhaltete auch Schläge im Hinterland des Gegners, z.B. auf Führungs stellen, Flugplätze usw.
Genau nach diesen Punkten habe ich an der Militärakademie gelernt.
Im Anhang mal eine Adresse zur Friedfertigkeit der BRD.
http://home.snafu.de/veith/decoii.htm

Viele Grüße
Roland
Je mehr die Historiker über die DDR schreiben,
um so mehr glaube ich an die Existenz von Paralleluniversen!



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Re: Geplanter Vormarsch

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Beitragvon hage932 » Freitag 11. Januar 2019, 17:33

Hallo @all;
Bin zwar kein Absolvent einer Militärakademie, jedoch Absolvent der Hochschule der DVP.
Auch dort wurde ein Fach "Landesverteidigung" gelehrt, wenn auch unter dem Gesichtspunkt der Aufgaben der DVP im Spannungs - und Verteidigungsfall, also die Gewährleistung der öffentlichen Ordnung und Sicherheit unter diesen besonderen Bedingungen.
Natürlich spielten hier die Einsatzaufgaben der Kampfgruppen und der VP - Bereitschaften eine große Rolle, welche in erster Linie zur Sicherung der Betriebe und Einrichtungen, sogenannter "Kat - Objekte" eingesetzt wurden.
Es wurden natürlich auch Einsatztaktische Grundzüge der NVA mit betrachtet, aber wie schon gesagt, es war immer nur unter dem Aspekt der Verteidigung.

Na und wenn schon ohne Gegenwehr, Ironiemodus an dann hätte es sicherlich Freitag nach eins erfolgen können Ironiemodus aus .

Gruß
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Re: Geplanter Vormarsch

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Beitragvon Eddy » Samstag 12. Januar 2019, 12:47

Da es heute gewöhnlich so ist, dass man Auszüge/Ausschnitte aus Dokumenten veröffentlicht und kommentiert, kommt nach hinten immer der Böse aus dem Osten. Im Sinne der Politik der BRD ist es doch, dass der Feind im Osten steht und der gute Freund in Übersee.
Aber die Beispiele, die hier verlinkt wurden zeigen auch andere Möglichkeiten, die aber nicht in das gegenwärtige Geschichtsbild passen. Manchmal frage ich mich, wo ist Deutschlands "Größe" geblieben. Wir geben uns selbst auf und zerfetzten uns gegenseitig mit unserer eigenen Geschichte, die uns eigentlich durch die Siegermächte des 2. WK aufgedrückt wurde.
Hier ein Dokument, dem die von @bschuetz eingestellte Karte einseitig entnommen wurde. Ich denke auch, dass das die "Eingaben" vom Ex-Oberst Lautsch sind. Die Volksmarine und die Ostsee sind dabei aber völlig außen vor.
Schönes Wochenende
Eddy
siegfried_lautsch.pdf
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Re: Geplanter Vormarsch

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Beitragvon Thommy206 » Samstag 12. Januar 2019, 21:19

Hannes53 hat geschrieben:[...]
Ich habe während meiner Zeit in der RFG (1982-1990) nicht mehr erlebt, dass sich die RD der Flottille von der Insel Rügen wegbewegen wollten. Damit dürfte auch klar gewesen sein, dass zu diesem Zeitpunkt auch niemand mehr ernsthaft geglaubt hat, dass wir die Stationierung unserer Schnellboote in Richtung Kieler Bucht / Nordsee durchführen wollten und überhaupt konnten.
Solche Gedanken gab es wohl in den 60-iger und 70-iger Jahren. Aber ob sie realierbar gewesen wären, zweifle ich heute stark an...

Auf seiner 59. Sitzung beriet der Nationale Verteidigungsrat (NVR) u.a. über den Tagesordnungspunkt: „Weiterführung der operativen Vorbereitung des Territoriums der DDR als Teil des Kriegsschauplatzes“ für die Jahre 1981-1985. Die Bedeutung dieser weiteren Vorbereitung für das Bündnis WV lag EH wohl besonders am Herzen, musste aber gleichzeitig eingestehen, dass: „die vom Oberkommandierenden der Vereinten Streitkräfte unterbreiteten Vorschläge für die weitere operative Vorbereitung des Territoriums“ nur zu 70% realisiert werden konnten. Anmerkung von mir: für diese Vorbereitung waren im genannten Zeitraum ca. 2,0 Mrd./Mark der DDR als Mindestumfang zur Orientierung im Gespräch.
Unter anderen ging es in dieser operativen Vorbereitung um den weiteren Ausbau des Grundnetzes des stattlichen Nachrichtenwesens, Wiedereinlagerung von Staatsreserven (Kraftstoffe, Waffen Munition), die Weiterführung des Ausbaues der Südmole von Mukran etc.*
Besonderes Augenmerk seitens der Armeeführung unter seinem damaligen Chef Hoffmann galt dem Bau geschützter Fernmeldeknoten, dem Aufbau eines „gut“ funktionierenden Nachrichtensystems und dem Abschluss des Aufbaues eines Primärsystems für das gemeinsame automatisierte Nachrichtensystem der VSK. Der ehemalige CN, Generalleutnant P. verwies zwar auf Erfolge im Ausbau des damaligen Sondernetzes 1 (S1) für die obere Führungsebene als „Rückgrat eines integrierten Stabsnetzes der NVA und seiner zentralen Führungsbereiche“, aber Anfang der 1980’ziger waren die vorhandenen Draht- und Richtfunkverbindungen ja teilweise schon sehr stark veraltet. Die Einbindung in eventuelle „grenzüberschreitende Fernmeldeverbindungen“ der VSK erfolgte so auf Grund der teilweise veralteten Anlagen nur schleppend. Daraus resultierten dann die großen Anstrengungen seitens der nationalen Armeeführung zur Schaffung des damaligen militärstrategisch sehr bedeutsamen Troposphären-Nachrichtensystems „BARS“ – die NATO hatte mit „ACE High“ ja schon ein gut funktionierenden Nachrichtensystem.**
Satellitenverbindungen für die Kommandoebene der NVA waren Anfang der 1980’ziger Jahre nach rechtzeitiger Anforderung beim Leitzentrum/Generalstab in Moskau prinzipiell aber möglich, gingen dann aber zu Lasten der Versorgung für die eigene Truppe GSSD und hielt sich damit schon naturgemäß in „engen Grenzen“. Die Ausrüstung mit digitalen mobilen Satellitenfunkstellen zur Führung von eigenen Truppen in gegnerischen Räumen und Angriffslagen für den Hauptstab, den Militärbezirken und der VM oblag der sowjetischen Führung und erfolgte sehr schleppend und sporadisch. Der Bau der damals sehr modernen Funksendezentrale "448" - Harnekop - war ein Meilenstein in der Versorgung der Truppe mit standhaften Nachrichtenverbindungen. Eine Führung der eigenen Einheiten auf dem o.g. "Kriegsschauplatz" über eine so weite Entfernung ohne ausreichende Mittel der gedeckten Truppenführung unter Vernachlässigung der Berücksichtigung von kritisch zu beurteilenden Faktoren wie der Erschwerung der gegnerischen Funkaufklärung und der Erhöhung der Standhaftigkeit der eigenen entfalteten Nachrichtenverbindungen ( z.B. SAS-Fe und SAS-Fs) wäre wohl einem „Suizid/Mord“-kommando gleichgekommen. Und jeder Stabsoffizier, der sich mit dem Entfalten und Betreiben eines funktionierenden Nachrichtensystems - egal auf welcher Führungsebene der NVA oder auch der sowjetischen Seite - von "Berufs wegen" beschäftigen musste oder durfte, wusste es.

Quelle(n):
*Protokoll der 59. Sitzung des NVR der DDR vom 23.11.1979, BA-MA, DVW 1/39520, Bl. 58,59
**Walter Paduch, Aufsätze zur Geschichte der NVA/Nachrichten und Flugsicherungstruppen 1956-1990; Strausberger Studien zur Geschichte; verbesserte Auflage 2002, S. 70ff; auch a.a.O. S97ff.
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