Unglaublich

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Unglaublich

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Beitragvon Helmut42 » Samstag 24. August 2019, 11:46

Es ist Mitte Juni 1964 , ein sehr schöner
Frühsommertag. Die stressige Zeit der Vorbereitung und
Durchführung des Raketenschießen in Baltijsk vom 11.05.64 ist abgehakt und das normale Dienstleben an Bord läuft wieder.
Es ist ein Samstag, mein Freund H.T. ,er ist FM-Waffenleitmaat an Bord , haben uns entschieden Landgang
nach Zinnowitz zu unternehmen.
Wir zogen 1. Geige an, regelten noch einige Dienstfragen und ab ging es. Unser Ziel war es im FdGB Heim „Glück auf“ oder im Deutschen Haus, einzukehren.
Wir hatten Glück ! Im „Glück auf“ wurden uns zwei Eintrittskarten reserviert.
Da noch genügend Zeit war gingen wir zum nahen Strand
und wollten uns noch eine kleine Abkühlung in der Ostsee
genehmigen. Badezeug hatten wir mit. Unsere Uniformen
deponierten wir in einen Strandkorb, die Schuhe stellten wir seitlich ab. Abwechselnd haben wir uns erfrischt.
Nach einiger Zeit wollten wir zum gemütlichen Teil aufbrechen. Mein Freund wurde plötzlich unruhig.
Seine Schuhe waren verschwunden! Wir dachten erst das
Jugendliche, die in der Nähe waren sich einen Scherz erlaubt haben. Wir suchten alles ab und fragten auch
die Badegäste im Umfeld. Alles blieb ergebnislos.
Nun was tun?
Er konnte ja schlecht in Strümpfen und Uniform durch die Gegend laufen.
Eine Dame aus dem Nachbarstrandkorb bot meinem Freund Badelatschen als Behelf an. Er nahm dieses dankend an und in dieser eigenartigen Anzugsordnung ging es ab zum Bahnhof und zurück nach Peenemünde . Die Posten an der Wache staunten nicht schlecht und nach dem sie den Sachverhalt hörten war das Gelächter groß . Auch an Bord wurde mein Kumpel mit großem Hurra empfangen.
Am folgernden Tag wurde die nette Leihgabe, die Badelatschen, den Damen im FdGB Heim „Glück auf „
mit einer Flasche Wein als Dank,



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Re: Unglaublich

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Beitragvon ariwalter » Donnerstag 14. November 2019, 21:17

...ja, ja , da geschehen Dinge die mag man gar nicht glauben, so geschehen im Januar 1964 in Wolgast zur Ausbildung als Waffen Mechaniker, die MP-44, das LMG 63 ( war in der Bauweise wie die MP-K, nur verlängerter Lauf und 2 Vorderstützen ( Zweibein) ) und natürlich für uns als Neulinge die Panzerbüchse. Der Aufbau und die Zerlegung in die Einzelteile wurde uns vom Stb.-Obm. R. K. vorgeführt und wir wiederholten all diese Fertigkeiten so gut es ging. Ein Zwischenruf und wann können wir mit der Panzerbüchse es einmal ausprobieren, ja das wird denn auch bald einmal sein. Schon am nächsten Tag , es war ein Samstag ( 10-12 Uhr ) und draußen war es recht, recht kalt, so mit -5 Grad, nebenbei die Peene , die am Objekt vorbei läuft, war zugefroren. Unser Trupp aus Uffz.-Schülern 12 Mann stark brachte sich am Fluss in Stellung . Es herrschte mächtige Aufregung, jeder wollte doch einmal die Panzerfaust ausprobieren. Der Stb.-Obm. gab die Übungsgranaten aus und es wurde über den Peene-Strom bis auf das andere Ufer, der gegenüberliegenden Seite reichlich geschossen, keiner durfte während des Abschusses hinter der Panzerbüchse sich aufhalten, das war viel zu gefährlich, mächtig gewaltig. Das Fazit , bei richtiger Handhabung im Kampfgebiet ist das eine scharfe Waffe mit hoher Sprengkraft. Doch in unserem Fall passierte beim Aufschlag der Granaten nichts, die Granaten lagen alle drüben auf der anderen Seite des Ufers. .......Das Frühjahr kommt ( der Monat Mai ) , der Schnee und das Eis waren schon lange weg , nur die Granaten nicht, der Kampfmittel-Räumdienst der DDR war angerückt und barg all die Granaten, die wir da rüber geballert hatten, es war doch Fundmunition aus dem 2. Weltkrieg, hieß es es dann von der Leitstelle. Eine Kindergärtnerin war mit den Kindern darauf gestoßen und hatte es gemeldet. Unser Stb.-Obm. hatte rote Ohren und wir richtigen Bammel, es durfte nichts erzählt werden. Bis denn heute von mir meint @ariwalter



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Re: Unglaublich

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Beitragvon Helmut42 » Freitag 15. November 2019, 11:20

Ja , da gibt es schon Besonderheiten !!

Ich erinnere mich noch an das Jahr 1963 an Peenemünde- Nord. Bei Flack Schießübungen vom RSB gab es bei uns an Bord einen besonderst helles Köpfchen . Obwohl es nicht gestattet , war lies er immer einige Kartuschen verschwinden . In der Freizeit bearbeitete und verzierte er diese ,er putzte und wienerte sie und verlieh
ihnen einen funkelnden Glanz. Mit einer Gravur versehen zum Zeitpunkt und Ort war es als Blumenvase für ein kleinen Betrag ein begehrtes Souvenier .
Nach einiger Zeit ist diese Geschichte bekannt geworden , sie wurde mit Androhung einer Strafe strikt verboten .

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Re: Unglaublich

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Beitragvon Kennedy » Freitag 15. November 2019, 21:51

Ja, auch als Aschenbecher fanden die Kartuschen Verwendung. Habe mein Teil leider nicht mehr, ist im Verlauf etlicher Umzüge abgesoffen.
Kleine Episode (eine von vielen). Es war im Winter und nicht wenige Kurgäste kurten in Zinnowitz. Auf dem Bahnhof dort stand auch eine Personenwaage. Da sehe ich doch einen Stabser der GBK, der eine große tote (Bisam?) Ratte auf den Armen hielt und sie liebevoll streichelte. Er legte sie ganz oben mit der Schnauze nach vorn auf die Waage und nun waren wir gespannt. Albald kam auch die erste Dame, um ihr Gewicht zu prüfen. Abschließend schaute sie nach oben und dann gellten Schreie durch den Bahnhof und wir fanden das lustig und warteten auf die nächste Dame...Ja, so waren wir damals.

Grüße

Kennedy



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Re: Unglaublich

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Beitragvon Helmut42 » Samstag 16. November 2019, 11:44

Meine Kartuschen - Blumenvase mit der Gravur " RSB 711 - PEENEMÜNDE NORD
im März 1964
Tommy "
Sie ist bei mir im Keller deponiert und wird auch als Relikt aus jener Zeit hier weiter verwahrt bleiben.
Ja, es stimmt auch Aschenbecher waren recht begehrte Artikel . Der Einfallsreichtum war schon recht groß !!!

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Re: Unglaublich

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Beitragvon Nordperd » Mittwoch 20. November 2019, 17:31

Helmut42 hat geschrieben:……….. Bei Flack Schießübungen vom RSB gab es bei uns an Bord einen besonderst helles Köpfchen . Obwohl es nicht gestattet , war lies er immer einige Kartuschen verschwinden . ……..

Helmut 42

Helmut, so schwer war das doch nicht. Wir wollten doch das Flackschiessen mit unserm TSB 206 immer mit guten Ergebnissen abschließen. Wenn also mal die Waffe ausfiel (Stromkreisunterbrechung ?) oder eine Granate in der Trommel stecken blieb, gingen die restlichen Granaten über Bord, so das wir bei der Abrechnung "sauber" waren. So hatte ich mir auch mal eine abgezweigt. Die habe ich dann im Wald hinter dem Slipp 300 auf dem Bug entschärft und hatte dann als Andenken eine Kartusche samt Geschoß. Befindet sich heute übrigens im "Marinehistorischen- und Heimatmuseum Dranske" in Eddy`s Obhut.
Für Aschebecher oder Vasen wurden bei uns eher die Kartuschen für den Ausstoß der Torpedos verwendet.
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Re: Unglaublich

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Beitragvon mechaniker » Mittwoch 20. November 2019, 20:27

Irgendwie wurden alle ein bischen kreativ, wenn das entsprechende Material vorlag, und wo kaum einer so ohne weiteres herankam. Mitunter ließen sich solche Aktivitäten nicht verbergen. Die Vorgesetzten verhielten sich mitunter etwas tolerant, wenn derartige Dinge gefielen oder doch selbst ein Verwendungszweck entstanden ist.
ZB. nicht mehr verwendbare Torpedo-Kesselböden gingen immer...., man fand sie immer irgendwo in der Diensstelle als Aschenbecher bei den ausgewiesenen Raucherplätzen. Als 'Stubenvariante' dienten ausgesonderte Zylinderdeckel der Torpedo-Hauptmaschine. Reines Kupfer, gutaussehend und unkaputtbar.
Meiner hat bei mir einen Ehrenplatz nachdem mein Vater ihn bis zum Lebensende nutzte. Natürlich ist es für mich eine besondere Erinnerung an die Zeit als ich noch damit beruflich zu tun hatte.

Zylinderdeckel Torpedo HM (1).jpg
Zylinderdeckel Torpedo HM (2).jpg
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Re: Unglaublich

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Beitragvon Eddy » Donnerstag 21. November 2019, 16:58

Da haben wir noch andere Sachen zu stehen und zu liegen.
20191121_151134.jpg
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