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Re: Anerkennung der Dienstzeiten und Dienstgrad

BeitragVerfasst: Sonntag 10. Januar 2021, 21:30
von Silvio
Bewertung des Wehrdienstes in den neuen Bundesländern

Zeiten des Wehrdienstes in den neuen Bundesländern bei der NVA (Nationale Volksarmee, Streitkraft der ehemaligen DDR) von mehr als drei Tagen, welche vom 09.05.1945 bis 02.10.1990 vorlagen, werden nach den gesetzlichen Vorschriften (§ 248 SGB VI) als Pflichtbeitragszeiten berücksichtigt. Diese Regelung ist erforderlich, da die ehemalige DDR für den Wehrdienst keine Pflichtbeitragszeiten rentenrechtlich berücksichtigt hat. Die Wehrdienstpflicht wurde in der DDR ab dem 24.01.1962 eingeführt.

Ab dem 03.10.1990 – dem Tag der Einheit – gelten die Wehrdienstzeiten bereits als Pflichtbeitragszeiten.

Die Berechnung der Entgeltpunkte erfolgt je nach Zeitraum ebenfalls nach der jeweiligen Bewertung (s. Tabelle unten). Allerdings kommt bei einer Wehrpflicht in den neuen Bundesländern die Bezugsgröße Ost zum Tragen, welche dann wiederum mit dem jeweiligen Hochwertungsfaktor hochgewertet wird. Dieses Ergebnis wird durch das Durchschnittsentgelt dividiert. Die so errechneten Entgeltpunkte werden dann mit dem Rentenwert Ost multipliziert.


Zeitraum Bewertung
01.04.1957 – 30.04.1961 Pflichtbeiträge aus dem tatsächlichen Wehrsold einschließlich Sachbezüge. Auf Antrag sind jedoch 0,75 Entgeltpunkte/Kalenderjahr zu berücksichtigen. Rentenversicherungspflicht trat nur ein, wenn zum Zeitpunkt der Einberufung Versicherungspflicht als Arbeitnehmer bestand.
01.05.1961 – 31.12.1981 Ein Entgeltpunkt/Kalenderjahr bzw. 0,0833 Entgeltpunkte je vollen Kalendermonat.
01.01.1982 – 31.12.1991 0,75 Entgeltpunkte/Kalenderjahr bzw. 0,0625 Entgeltpunkte je vollen Kalendermonat.
01.01.1992 – 31.12.1999 Bemessungsgrundlage sind 80 Prozent der Bezugsgröße.
01.01.2000 – 31.12.2019 Bemessungsgrundlage sind 60 Prozent der Bezugsgröße.
01.01.2020 – lfd. Bemessungsgrundlage sind 80 Prozent der Bezugsgröße.

Re: Anerkennung der Dienstzeiten und Dienstgrad

BeitragVerfasst: Montag 11. Januar 2021, 12:29
von gacki
Meine Mutter war nach der Wende etwas erstaunt, dass ihre Dienstzeit in die Rentenberechnung einfloss. Wenn ich mich recht entsinne, stand bei der Auflistung der Beitragszeiten auch explizit der Dienstgrad (m.W. Kapitänleutnant?) dabei. Ich habe aber keine Ahnung, ob der Dienstgrad selbst irgend eine Rolle bei der Berechnung gespielt hat.

Re: Anerkennung der Dienstzeiten und Dienstgrad

BeitragVerfasst: Montag 11. Januar 2021, 14:20
von Kulle
Hallo, "gacki",
der Dienstgrad hat meines Wissens nichts mit der Rentenberechnung zu tun, offensichtlich nur die Dienstjahre bzw. der eingetragene Verdienst/Sold.

Re: Anerkennung der Dienstzeiten und Dienstgrad

BeitragVerfasst: Montag 11. Januar 2021, 16:47
von Helmut42
Hallo Lutz

Das ist korrekt !!
in der Rentenberechnung spielt der Dienstgrad absolut keine Rolle .
Verbindlich sind die im SV Ausweis der DDR , durch die jeweilige Abteilung Finanzen , eingetragenen Zeiten
und der eingetragene Gesamtarbeitsverdienst pro Kalenderjahr . :genau:

Alles Gute und vor allem Gesundheit

Helmut42 :salut:

:sachsen-anhalt:

Re: Anerkennung der Dienstzeiten und Dienstgrad

BeitragVerfasst: Montag 11. Januar 2021, 18:01
von Zahlmeister
Hallo Helmut,
das mit der Gesamtjahressumme in Brutto stimmt nicht so ganz.
Hiervon wurde, wenn das monatliche Brutto 600,- Mark überschritt, der überfällige Teil in der Spalte FZR (Beiträge über 60,- Mark monatlich)
eingerechnet. Hierzu sei noch bemerkt, das die Max.grenze zur Berechnung bei 600 M /mon. lag)
Beispiel : Grundlage 600 M monatl. x 12 = 7.200 Mark /Jahr
FZR 477 M monatl. x 12 = 5.724 Mark/Jahr

Gesamtverdienst : 12.924 Mark

So habe ich es in meinen 4 Jahren als Finanzer der 5. RTSB in unzählige SV-Ausweise eingetragen und kein einziger wurde in dieser Zeit von der Finanzprüfstelle Stralsund beanstandet.
Ich hoffe, das die ehemaligen Kameraden, die noch die Einträge von mir in ihrem SV-Ausweis haben, einigermaßen mit ihrer Rente zufrieden sind. :frechgrins:

Zahlmeister :niedersachsen:

Re: Anerkennung der Dienstzeiten und Dienstgrad

BeitragVerfasst: Mittwoch 13. Januar 2021, 12:29
von Helmut42
Hallo Reinhard

Zu Deinem Beitrag und dem Rechenbeispiel zur Rentenberechnung gibt es von mir keinerlei Einwände .
Genau so ist es , Du warst ja der Fachmann !!

In meinem SV Ausweis wurden die Einträge von meinem Finanzoffizier zum Jahresende ,genau wie in Deinem
Beispiel , vorgenommen
Dennoch erfolgten die Einträge im Ausweis für Arbeit und Sozialversicherung , in der Spalte " Beitragspflichtiger
Gesamtarbeitsverdienst " und diese Korrektheit war wohl sehr wichtig .
Bei der Berechnung meiner Rente gab es diesbezüglich von meinem Rententräger vor 15 Jahren keinerlei
Rückfragen ,eswar alles i.O. :ok:

Nun ist das schon lange Geschichte und ich befasse mich nur noch mit diesem Kapitel ,wenn ich von meinem
Rententräger über eine Rentenerhöhung informiert werde !!!!

Ich wünsche Dir und Deinen Lieben in dieser verrückten Zeit alles Gute und vor allem Stabile Gesundheit und
Wohlergehen im Alltag

Helmut 42 aus Halle an der Saale :salut:
:sachsen-anhalt:

Re: Anerkennung der Dienstzeiten und Dienstgrad

BeitragVerfasst: Mittwoch 13. Januar 2021, 12:48
von Zahlmeister
Ja Helmut, das ist schon alles korrekt so. Nur hatten die Rentenberater in den alten Bundesländern in den Anfängen mit der FZR-Berechnungen so ihre Schwierugkeiten. Ich war einmal bei einer der Rentenberatung derjenige, der es dem "Experten" erklären musste! :help:
Im Nachhinein war aber die Berechnung korrekt verlaufen. Ich hatte die Anwartschaften (Rentenpunkte) an Hand des SV-Ausweises aber auch zusätzlich von der Wehrbereichsverwaltung VII in Strausberg schriftlich erhalten. Und am Ende bin ich zufrieden ! :ok:
Ich wünsche Dir natürlich auch stabile Seebeine um diese bekoppte Zeit zu überstehen.
Bis dann mal wieder

Zahlmeister :niedersachsen:

Re: Anerkennung der Dienstzeiten und Dienstgrad

BeitragVerfasst: Mittwoch 13. Januar 2021, 19:27
von bschuetz
:hello: Seemänner,

Interessante Antworten , es wurde ja dann ein Rententhema auch sehr Informativ , nur meine Frage lautete zum Schluss, wurden bei Neueinstellungen im neuen Deutschland
im Öffentlichen Dienst die Jahre bei der Armee :marine: und der Dienstgrad ( z.B. Landespolizei) anerkannt.
:brandenburg: bschuetz

Re: Anerkennung der Dienstzeiten und Dienstgrad

BeitragVerfasst: Donnerstag 14. Januar 2021, 09:28
von Thommy206
bschuetz hat geschrieben:...nur meine Frage lautete zum Schluss, wurden bei Neueinstellungen im neuen Deutschland
im Öffentlichen Dienst die Jahre bei der Armee :marine: und der Dienstgrad ( z.B. Landespolizei) anerkannt...

moin @bschuetz,
siehe Beitrag 11/18 von @Silvio.
Dort werden die Berechnungsgrößen und Grundlagen auch für die Zeit ab 01.01.1992 genannt.
Bei diesen Rentenbezügen ist immer der öffentliche Arbeitgeber der Ansprechpartner für Anerkennungen schon geleisteter Dienstzeiten.
Dienstgrade sind m.W. überhaupt nicht relevant.
Im Zweifel immer einen Rentenberater fragen. Das wird das Forum nicht leisten können.

Re: Anerkennung der Dienstzeiten und Dienstgrad

BeitragVerfasst: Donnerstag 14. Januar 2021, 11:18
von ManneTS
Hallo zusammen , hallo Reinhard
ich habe mir den alten SV- Ausweis nochmal zur Hand genommen und muss bestätigen, dass Deine Einträge alle korrekt waren
und es keine Beanstandungen, auch für die Rentenberechnung gab , die natürlich, diskussionslos anerkannt wurde.
Bei mir als Zeitsoldat waren natürlich die Beiträge geringer und es gab bei mir noch kein FZR. Mit dieser FZR fing ich erst 1984
an und ließ sie schon 1986 begrenzen bis 1200,- M. Der Grund war mein Arbeitseinsatz an der Trasse. Ich hätte zufiel Verlust
gemacht und die Zeit hat es ja auch bestätigt , dass diese Endscheidung richtig war.
Es war aber trotzdem schon ein eigenartiges Gefühl nach Deiner Anmerkung mal in den SV- Ausweis zu sehen, dort tatsächlich
Deine Unterschriften zu erblicken . Ich hatte sie bewusst nie gelesen und nun las ich es , klar und deutlich - Georgi - !
Schöne Erinnerung !

Gruß Manne :ahoi: