Grundberührung

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Re: Grundberührung

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Beitragvon Hogo » Dienstag 14. Februar 2012, 09:03

Das war am 14.05.1979. Die 714 sollte zur Entmagnetisierung Schleife fahren. Kommandant war nicht da, Schiffsführung hatte der 1.WO, Oberleutnant Ludwig (Wer Ludwig nicht kennt, hat die Welt verpennt- Slogan von ihm ). Kommando "Maschine starten" wurde gegeben. In dem Moment des Startens ging ein Ruck durch das Boot, und alle stellten verdutzt fest, das das Boot Fahrt aufnahm, obwohl alle Hebel auf "Stopp" standen. Ruderkommandos und auch "Fall Anker" halfen nicht. Nach 52 Sekunden Irrfahrt knallte das Boot auf die Slipanlage. Die Hauptschiene der Slipanlage war durch den Anker herausgerissen worden. Die Schlepper brauchten 2 Tage um das Boot herunterzuziehen, anschließend ging die "Paul Eisenschneider" 6 Wochen in die Werft nachh Rostock zur Ursachenforschung. Der Grund für die Havarie war, das beim Start der Backbordmaschine die Klauen- Kupplung gebrochen war und die Umdrehung der Maschine sofort auf die Welle ging.
Das alles steht in der Broschüre"Raktenschnellboot 713" von Christian Ludwig. Erschienen ist es als Heft 122 in der Reihe "SMS-Schiffe-Menschen-Schicksale" im Rudolf Stade Verlag.



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Re: Grundberührung

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Beitragvon buschi » Dienstag 14. Februar 2012, 09:29

Hallo,
Im März 1968 wurde die "Große Slipanlage" von einem Reedeschlepper demoliert. Bei einem Rückwärtsmanöver verbog er eine Schiene der Anlage. Laut Taucherbuch dauerte die Reparatur vom 15.03. bis nach dem 21.04.1968, (am 21. war mein erstes Taucherbuch voll, das zweite mußte ich bei der Entlassung abgeben). Die Reparatur war für uns ein Kraftakt, eigentlich sollte es die BBB machen aber die Kollegen waren woanders beschäftigt und die halbe Flotille lag auf dem Trockenen. Ich hatte dabei über 30 Tauchstunden. Der Arbeitstag dauerte von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang. Es waren ständig 2 Taucher im Wasser.
Gruß Buschi



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Re: Grundberührung

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Beitragvon Helmut42 » Sonntag 16. Februar 2020, 12:15

Es war im Juni 1964 ,vor langer ,langer Zeit ,
Mit dem RS BOOT 711 ( Kommandant Olt. Kolditz / LI Olt. Witek ) hatten wir bei der Hafeneinfahrt Peenemünde
Schraubenberührung mit einem großen Überbleibsel , wahrscheinlich noch aus dem 2. Weltkrieg .
Ein Propeller war beschädigt.
Eine Flunke war umgebörtelt Zur Reparatur wurden wir in die Werft nach Rostock geschleppt .
Vom Flaggstock über die Toppen bis zur Gösch wurden wir mit einer Persenning verhüllt .
Spitzname Zirkusfahrt !!
In der Werft hatten wir eine schöne Zeit . Nur der GA V mußte mächtig ran .

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Re: Grundberührung

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Beitragvon Georg » Montag 17. Februar 2020, 18:27

Habe mit diesem äußerst unangenehmen Thema in meiner Dienstzeit 2x persönlich Bekanntschaft machen müssen.
Anfang der 80iger Jahre, nach der Werftliegezeit in Wolgast auslaufend aus Peenemünde. Ich sollte für meine bevorstehende Kommandantenprüfung Erfahrung in der Schiffsführung sammeln. Die Revierfahrt wollte mein damaliger Kmdt. noch persönlich durchführen und mir dann die Schiffsführung übergeben. Ein kurzer Augenblick der Unaufmerksamkeit und alle drei Schrauben sahen aus wie Korkenzieher, Werftliegezeit verlängert!
Die erste Frage meiner Frau: bist du gefahren? Soviel zur Geheimhaltung.
Das 2.mal war Juli 1985. E.Honecker besucht mit Familie die VM. Großer Bahnhof, Gefechtsalarm! Die Boote wurden durch Schlepper aus dem Hafen Dranske geschleppt. Plötzlich mitten im Fahrwasser Orkanböhen mit Starkregen, Sicht gleich 0. Keine Chance für den Schlepper und der ganze Schleppzug auf Dreck.
Untersuchung durch Taucher ergab keine Schäden. Es gab eine Untersuchung der Umstände und eine Seegerichtsverhandlung in deren Verlauf der Kapitän des Schleppers belobigt wurde, da seine Handlungen umsichtig und richtig waren. Auch das gab es. :streichel:
Georg :thueringen:



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Re: Grundberührung

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Beitragvon TSB-Fan » Montag 17. Februar 2020, 19:53

Ja Georg,
habe euch dort liegen gesehen in der Nähe des Kontrollposten:
ein Schlepper und zwei RSB mit jeweils 2x rot übereinander.

Ausgelaufen sind wir mit Schlepper und 2 TS. Eine Sicht bis Murmansk, null Wind und warm war es auch.
Bei Tonne 46/49 kam leichter Wind auf, nichts ungewöhnliches. Und dann kam ES!
Erste Kursänderung nach Stb. und wirklich schlagartig! orkanartige Boen mit nahezu waagerecht kommendem
Regen, das FuM-Bild weiß, optische Sicht nahezu 0. Der Schlepper ging auf AK und kam kaum weiter. Da der Wind nun genau
von voraus kam, konnte er uns gut bis zur nächsten Kursänderung im Fahrwasser halten. Bei Tn. 30/33 über Stb. abgedreht
und dann begannen die Probleme. Der Schlepper kam noch durch, mein Boot, die 852 wurde mit dem Heck gegen die Tn. 29 gedrückt.
Hinter der 852 war die 855, sie fuhr dann hinter der Tonne durch. Wie der Schlepper es schaffte uns durchzubringen
war schon beeindruckend. Draussen warfen wir dann den Haken weg und mein Boot drehte mehrere 360 Grad-Runden um den Anker.

Was ich mich noch heute frage ist folgendes:
-warum gab es keinerlei Wetterwarnungen von Seiten der OP-Dienste der Flottille und der VM?
-warum gab es diesbezüglich bei der Seeunfallverhandlung keine Auskunft?

Eine mögliche Erklärung fand ich viele Jahre später im Internet.
Dort war von orkanartigen Fallwindboen bei Schaprode die Rede, die nicht vorher sagbar gewesen
sein sollen. Vielleicht hat uns so etwas erwischt.

Viele Grüße
Roland
Je mehr die Historiker über die DDR schreiben,
um so mehr glaube ich an die Existenz von Paralleluniversen!



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Re: Grundberührung

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Beitragvon Georg » Dienstag 18. Februar 2020, 11:33

Genau Roland!
Es gibt Ereignisse, die vergisst mann nach Jahrzehnten nicht. In der Seeunfallverhandlung wurde auf das Wetter eingegangen. Der Schlepperkapitän hatte vor dem Auslaufen den Wetterbericht eingeholt und keine Warnung erhalten. Die heutigen Möglichkeiten sind ja auch nicht mit mit Denen von Damals zu vergleichen. So ein Wetter hatte ich damals auch nicht noch einmal erlebt. Meine Frau erzählte mir später, daß unsere Kinder ängstlich zu ihr kamen und ihr war auch nicht ganz wohl bei dem Gedanken,daß ich auf See war.
Außerdem kam noch dazu, daß es am folgenden Tag zu einem tödlichen Unfall kam. Bei der Übung kam ein Mitglied des KSK ums Leben und das berührte mich sehr.
Gruß Georg :thueringen:



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