Proj.151 allgemein

kleine Raketenschiffe des Projekt 151
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Re: Proj.151 allgemein

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Beitragvon matrose1970 » Samstag 3. September 2011, 11:36

Hallo Thomas,

also zu deinem -> -> -> Bildern im letzten Beitrag ...

"151.02, ex "Ostseebad Binz" - ich denke nicht, dass das Boot auf dem Weg zur BM ist. Wenn dann ist sie auf dem Weg zum Bundesgrenzschutz oder wie die Truppe damals geheißen hat.

Und zu dem zweiten Bild: Ich denke im Vordergrund liegt die 591 (Flagge im Mast [was ja an sich auch schon komisch ist] und keine VM Nummer am Bug) - also ist das hintere Boot die 592.

Wann entstanden... ich denke kurz im Herbst 1990. Denn später zum Winter 1990-91 sind ja alle Einheiten an der einen Pier zusammen gezogen worden - war das die Bereitschaftspier?
Aber das sind nur Überlegungen...

Schönen Samstag
Jens
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Re: Proj.151 allgemein

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Beitragvon Thommy206 » Samstag 3. September 2011, 11:52

matrose1970 hat geschrieben:"151.02, ex "Ostseebad Binz" ich denke nicht, dass das Boot auf dem Weg zur BM ist - wenn denn ist sie auf dem Weg zum Bundesgrenzschutz oder die die Truppe damals geheißen hat.
Und zu dem zweiten Bild.
Ich denke im Vordergrund liegt die 591 (Flagge im Mast [was ja an sich auch schon komisch ist] und keine VM Nummer am Bug) - also ist das hintere Boot die 592.

Hallo Jens,

würde ja dann heißen, daß die 151.02 ex "Ostseebad Binz" direkt an den BGS gegangen sein muß (müsste ??)
Obwohl erstmal seit der Nacht vom 02. auf den 03.10.1990, 00:00 Uhr der neue AG die Bundeswehr mit ihrem Häuptling Stoltenberg gewesen war ??? - und alle Schiffe und Boote der VM erstmal (protokollarisch) kostenlos in den Besitz der Bundesmarine fielen.
Die 151.00 ex "Saßnitz" nahm doch auch erstmal den Umweg über die BuMa und bekam sogar noch eine taktische "P"-Nummer.
mit kameradschaftlichem Gruß
___________________________
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Re: Proj.151 allgemein

[53 / 113]

Beitragvon matrose1970 » Samstag 3. September 2011, 12:13

Hallo Thomas,

ja die 591 bekam eine richtige Nummer der BM (laut meinen Foto die P 6165 - jedenfalls lese ich das so)
Und die 593 lag bei uns in Dranske im Päckchen - alle drei Boote nebeneinander.
Warum ich denke, dass es die Fahrt zum BGS ist und nicht zur BM. Als die 593 in Dranske lag war sie (bis auf einige Sachen im Mast) komplett, also mit Buggeschütz usw. Und die sieht man ja auf dem Bild nicht mehr.
Ich hänge mal ein Bild mit ran, die Aufnahme müsste im Frühjahr 1991 entstanden sein.

von links nach rechts

592 - 593 - P6165
3 schwestern im Sommer von vorne (592-593-591) - mit c.JPG

MfG
Jens

Nachtrag - warum die Boot lange so lagen: die P6165 war ja oft unterwegs und da kam nur der Liegeplatz ganz außen in Betracht. Die 592 hatte noch eine fast komplette Besatzung, die 593 schon nicht mehr. Und ich glaube dass unsere Besatzung für das Schiff mit Wache gegangen ist.

Ich habe allerdings auch eine Aufnahme wo die 593 innen am Wohnschiff liegt, dann die 592 und wieder ganz außen die P6165. Die Unterscheidung zwischen 592 u. 593 geht immer ganz gut über den Mast. Der 593 fehlt da so ein Teil - was, das kann ich nicht sagen. Ich habe das mal auf dem Bild markiert.
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Re: Proj.151 allgemein

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Beitragvon Hannes53 » Samstag 3. September 2011, 18:42

Hallo Hogo,
das Grinsen der anderen hätte mich auch geärgert, aber das mit dem Atomschlag dürfen wir heute nicht mehr so äußern. Fakt ist doch, daß die Funkmeß- und Waffenleittechnik von 151 Ende der 80-iger Jahre nicht mehr Stand der Technik war. Das war sicher allen in allen Führungsebenen klar. Die DDR konnte es nicht selber realisieren und der große Bruder konnte oder wollte uns nicht das neueste verkaufen. Und in meinen Erinnerungen haben wir in der Ebene Verband bis Ende der VM die Kriege nur bis zum Atomschlag gespielt. Danach kam maximal noch Beseitigung der Folgen des Einsatzes der Kernwaffen. Ob uns da die bewährten elektromechanischen Rechner noch viel geholfen hätten ist doch recht hypothetisch. Jeder Waffenleiter kennt die Problematik der Nullabgleiche der Anlagen. An Bord von 206 und später bei TuB habe ich mehr als genug mit diesen Problemen zu tun gehabt. Die Digitaltechnik hat da doch „kleine“ Vorteile in Fragen der Bereitschaft und Wartungsfreundlichkeit.
Und mit der Einführung der neuen Korvetten hat die Bundesmarine sicher nicht das große Los gezogen. Aber 1241 war in vielen Fragen nicht besser. Hogo, das kennst Du noch aus eigener Erfahrung. Es gibt sogar ein sicher vielen bekanntes Buch darüber.
Trotzdem war das 151 toll. Gerade im meinen Bereich war vieles neu angedacht und sollte später realisert werden. Aber wir waren halt nur die kleine VM in der kleinen DDR.
Gruß!
Hannes



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Re: Proj.151 allgemein

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Beitragvon matrose1970 » Samstag 3. September 2011, 21:19

Hallo Thomas,

hier ein zweites Bild vom Päckchen der Boote vom Projekt 151.
Leider ist es etwas unscharf - sorry - aber das Original ist auch so.
Auch das Heck vom Wohnschiff ist gut zuerkennen.

3 schwerstern - mit Copy.JPG

MfG
jens
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Re: Proj.151 allgemein

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Beitragvon daslinkum » Montag 5. September 2011, 17:32

Hannes53 hat geschrieben:das Grinsen der anderen hätte mich auch geärgert, ... Fakt ist doch, daß die Funkmeß- und Waffenleittechnik von 151 Ende der 80-iger Jahre nicht mehr Stand der Technik war. Das war sicher allen in allen Führungsebenen klar. Die DDR konnte es nicht selber realisieren und der große Bruder konnte oder wollte uns nicht das neueste verkaufen. ... Aber wir waren halt nur die kleine VM in der kleinen DDR.

An das dümmliche Lächeln kann ich mich noch von dem Flensburgtörn 1990 erinnern!
Stutzig wurden die 'Kollegen' aber doch noch. Wenn nämlich bei den Führungen an Bord von uns nicht nur unsere jeweilige GS erklärt wurde, sondern der Maschinenraum etc gleich mit! Kannten die Herren von ihren Besatzungen so nicht. :hehehe:
Aber mal eine ganz andere Frage: Was wollte die VM eigentlich mit den 1241'ern?
Logistisch der schiere Alptraum, man denke bloß an den DK-Verbrauch. Taktisch für unsere Gewässer zu groß, wenn ich mich recht erinnere durften wir, wenn wir denn durften, erst außerhalb der 20-m-Tiefenlinie aufdrehen.
Außer Sassnitz, Warnemünde oder Wismar Ein-und Auslaufen nur mit Schlepper. Und das ganze garniert mit einer ELOKA-Ausrüstung die um Generationen hinter der NATO zurück war.
Kurz: zu wenig für zuviel Geld! (Mir schwirrt da irgendwo die Zahl von 250 Mio. Valuta pro Einheit im Hinterkopf rum)
Versteht mich nicht falsch, ich war und bin stolz auf unsere Dampfer! Aber die 151'er wären für uns der bessere Weg gewesen.
Und ich glaube auch nicht, daß wir kleine VM in der kleinen DDR nicht konnten! Vielmehr hab ich den Eindruck gewonnen, so im Nachhinein betrachtet, daß wir nicht können durften! Und das nicht nur bei der VM!



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Re: Proj.151 allgemein

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Beitragvon Silvio » Dienstag 6. September 2011, 09:00

daslinkum hat geschrieben:(Mir schwirrt da irgendwo die Zahl von 250 Mio. Valuta pro Einheit im Hinterkopf rum)


bist du dir da sicher ?? 250 Mio pro Stück ?? Kann ich nicht glauben , eventuell die Summe für alle Einheiten zusammen ?? Das würde sicherlich ehr hin kommen.
Volksmarine von 03/89 bis zum Bitteren Ende.
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ab 10/90 Bundesmarine
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Re: Proj.151 allgemein

[58 / 113]

Beitragvon daslinkum » Dienstag 6. September 2011, 09:32

Nein, bei der genannten Zahl bin ich mir nicht sicher!
Zumahl die Währungseinheit Valuta ja nur als Verrechnungseinheit innerhalb des RGW existierte. Was das in Mark der DDR oder in Rubel wertmäßig darstellen sollte, keine Ahnung!



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Re: Proj.151 allgemein

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Beitragvon Harald » Dienstag 6. September 2011, 10:53

daslinkum hat geschrieben:Nein, bei der genannten Zahl bin ich mir nicht sicher!
Zumahl die Währungseinheit Valuta ja nur als Verrechnungseinheit innerhalb des RGW existierte. Was das in Mark der DDR oder in Rubel wertmäßig darstellen sollte, keine Ahnung!


Mitte der 70er mussten wir 3 Mark für einen Rubel geben. Bei einer Urlaubsreise.

Es soll aber auch einen Goldrubel gegeben haben. Leider habe ich mich damals noch nicht mit Währungsrechnung befasst.

Harald :steuermann:



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Re: Proj.151 allgemein

[60 / 113]

Beitragvon Hannes53 » Dienstag 6. September 2011, 21:51

Hallo daslinkum,

zu Deiner Bemerkung, daß wir gekonnt hätten aber nicht durften. Umgedreht wäre es meiner Meinung und Erfahrung nach richtiger. In der DDR hat es für die Entwicklung der notwendigen Ausrüstungen einfach nicht genug Entwicklungs- und Produktionskapazitäten gegeben. Im Bereich Schiffbau war es soweit o.k., aber bei der Ausrüstung in den Bereichen Navigation, Funk und Funkmeßwaffenleit gab es enorme personelle und materielle Probleme. Über die Bewaffnung brauchen wir nicht sprechen. Ich habe die Entwicklung im Bereich der Navigationstechnik recht gut mitbekommen. Kein Betrieb der DDR war interessiert freiwillig in die anstehende Entwicklung modernster Technik einzusteigen. Denn die angefragten geringen Stückzahlen ( selbst bei Abnahme von Schiffen durch Polen und der Sowjetunion) und die von Seiten der Marine aufgestellten Forderungen machten die Entwicklung und Produktion von Anfang an unrentabel. Von Seiten der Sowjetunion gab es leider auch nicht den gewünschten Erfahrungsaustausch. Der Weg glich in dieser Hinsicht mehr einer Einbahnstrasse in Richtung Osten.
Zum Beispiel bei der Entwicklung der neuen Kompaßanlage (besser gesagt eines Kreiselsystems, daß außer dem Kurs alle benötigten Winkel- und Beschleunigungswerte für alle Bordsysteme liefern sollte) wurden Beschleunigungsmesser für alle drei Ebene in relativ kompakter Bauform benötigt. Die im RGW verfügbaren Geräte waren zu groß und zu ungenau. Ob es beim großen Bruder sie gab, konnte nie richtig geklärt werden. Angeboten wurden nur Teile, die sehr groß waren und sehr sehr teuer. Also wurden in der DDR unter Laborbedingungen diese Geber entwickelt, wobei eine Jahresproduktion von ca. 30 Stück hättte erreicht werden können. Bei einer Anlagenbestückung mit 6 Gebern dauert der Bau so lange wie das restliche Schiff. Und dabei ist noch nicht über die Bevorratung mit Ersatzteilen gesprochen. So war es auf vielen Gebieten.
Bei der Gewährleistung der Einsatzbereitschaft der 1241 zeigten sich ähnliche Erscheinungen von Anfang an. Ich kann mich noch bestens an Probleme mit den Hydraulikmotoren der Antennenantriebe erinnern. Die Sowjetunion konnte nicht in gleichbleibender Qualität liefern und vor allen in der gewünschten Zeit. So mußten wir in einem Betrieb bei Leipzig die benötigten Motoren nachbauen lassen. Dabei bewährten sich unsere Spezialisten bestens, aber fragt nicht nach Kosten und Zeitaufwand. Wir von TuB haben mit Übernahme des zweiten Schiffes begonnen alle Ersatzteilsätze (Bord- und Stützpunkt) genauestens zu überprüfen. Denn es wurde festgestellt, daß bestimmte hochwertige Teile in den Kisten fehlten. Die Reklamationen bewirkten, daß die letzten beiden Schiffe in normale Qualität übergeben wurden. Von unseren höheren Vorgesetzten und der Politseite wurde das anfangs nur mißbilligend geduldet (Kein Vertrauen zum Waffenbruder!). Allerdings wurde es dann in diese Hinsicht schnell still.
Also kann man abschließend sagen, daß es Dank der soliden Ausbildung und der hohen Bereitschaft der Besatzungen und nicht zu vergessen der Angehörigen der RD gelang die Schiffe so zu nutzen, daß sie ihren hohen Gefechtswert erreichen konnten. Fraglich ob es so auch in der SU war. Darauf kann die 6. Flottille immer stolz sein
Gruß!
Hannes



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