Winter 1967/68 und andere

:steuermann: Hier ist der Platz für Anekdoten (Begebenheiten) aus der aktiven Zeit bei der VM, die nicht in Vergessenheit geraten sollten

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Re: Winter 1967/68 und andere

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Beitragvon Eddy » Sonntag 20. Februar 2011, 12:48

Gute Frage Karsten,
ich denke nein, dann muss dieses Bild sicher zeitlich falsch bei uns eingeordnet sein. Könnte ja eigentlich nur in den 90er gewesen sein aber da ist mir ein strenger Winter zur Zeit gedanklich nicht gegenwärtig. Muss ich mal überprüfen. Danke für den Hinweis.
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Re: Winter 1967/68 und andere

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Beitragvon Eddy » Montag 21. Februar 2011, 21:46

Hallo Leute,
ich habe nach einer Rücksprache mit aktiven Teilnehmern der Winterräumerei eine Korrektur zu meinem obrigen Beitrag. Es war nicht der Winter 1986/87 sondern der Winter 1995/96, deshalb auch das MAN-Fahrzeug vom Winterdienst und die Fräse der ehemaligen 6. Flottille in ihrem ersten Zivileinsatz (Firma Oppermann Wiek hatte sie 1991 gekauft).
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Re: Winter 1967/68 und andere

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Beitragvon Steuermann56 » Montag 11. April 2011, 22:43


  1. :ahoi: Seeleute.

    Heute schaffe ich es endlich den versprochenen Bericht von unseren Einsatz "Taucher I - K-19" zu schreiben, auch wenn jetzt der Winter in seinen Schlaf geht.
    So nun zum Einsatz, wir wurden nach Lauterbach geschickt zum Eisbrechen, Januar bis Februar 1979 konnte die Barkasse von der Insel Vilm (Regierungsurlaubsinsel der DDR im Greifswalder Bodden) nicht mehr fahren wegen dem Eis.
    So haben wir die Ausrüstungs- und Versorgungsfahrten der Barkasse übernommen. Dort wurde uns dann auch gesagt, das ein Minister von unserer damaligen DDR-Führung, zur Insel Vilm will, um dort Urlaub zu machen. Er sollte glaube ich noch zu wissen in Mitte Februar kommen. Da mußte noch einiges zur Insel. Wir hatten auf dem Achterdeck 50 oder 60 Kästen Bier "Budweiser"; mehrere Karton Wein und größere Holzkisten mit lebenden Schweinen. Im Navigationstagebuch mußte ich dann alles eintragen, was wir so an Bord genommen hatten für die Überfahrt. So stand auch im Navi Buch dann "Schweine an Bord" und dann "Schweine von Bord" leider habe ich dazu keine Bilder.
    Zwischendurch mußten wir dann kurz zur Werft nach Stralsund, um unser Schiff Minister-Tauglich zu machen. Wir hatten einen neuen Anstrich bekommen, nur so das es äußerlich gut aussah und in den Gängen; Niedergängen roten Teppich und die Messe wurde mit Sprelacart verkleidet. Es war ja für ein Minister zu gewöhnlich, Metallwände mit Creme Farbe.

    Sprelacart 70er Jahre Wanddekoration

    Sprelakat.jpg


    das Sprelacart war aber bei uns im Weißton gehalten.

    Jedenfalls war dann soweit, alles erledigt und der Termin mit dem Minister kam näher und bums dann wurde er plötzlich abgesagt, der Grund war dann die Wetterlage. Naja, so hatten wir wenigstens ein Schiff außen frischer Anstrich und innen eine verkleidete Messe und Teppich in Rot in den Gängen.


  2. von Steuermann56 » Montag 11. April 2011, 23:17

    ach-ja,
    es war ja auch die Anweisung, um der Insel eine Rinne offen zu halten, damit keine Personen die dort nichts zu suchen hatten, auf die Insel konnten. So haben wir, da wir ja auch als Eisbrecher eingesetzt werden konnten, die Insel durch öfteres fahren freigehalten.
    Bevor wir aber das Eis um die Insel gebrochen hatten, mußten wir noch ein paar Schafe übers Eis zur Insel treiben am Tage. Ja das war eine Aufgabe, die wie sich herraus stellte nicht so einfach war. Keiner von uns hatte Ahnung wie wir sie dort rüber bekommen. Also, acht Mann und los ging es, so dachten wir, aber denkste. Die Schafe wollten nicht so wie wir es wollten. Der versuch durch laute klatsch Geräuche sie fort zu bewegen scheiterten, selbst das Anschieben von hinten ging nicht, es waren halt Böcke (Schafsböcke) die hatten kein Bock sich zu bewegen. Da kam einer auf dir Glorreiche Idee, den Herdenboss zu schnappen und ihn dann an einer Leine ihn zu ziehen, dann würden die anderen schon mitlaufen. Aber welcher war der Boss? Keine Ahnung, so nahmen wir einen und dachten es geht los, wieder denkste. Der war es nicht und die anderen auch nicht, zu mindestens wollte sich keiner als Boss zu erkennen geben. So versuchten wir es mit auf den Arsch klatschen, auch da stellten sie sich quer. Dann oh wunder kam einer auf die Idee, an einen Stock eine Möhre zu halten (frische Möhre mit Grünzeug noch dran), gesagt getan. Mit dieser Angel von hinten über das Schaf vor der Nase ging es. Nur plötzlich für uns etwas zu schnell, wir mußten auf einmal los rennen. So nach der Hälfte der Strecke wurden die Schafe etwas müde und liefen dann in der Richtung Insel etwas langsamer weiter. Nach dieser Einlage, da wir ja auch die Strecke wieder zurück mußten, waren wir erst einmal geschafft.
    Jedenfalls ging es dann los mit dem Eisbrechen, immer schön um die Insel drumherum. Es gab in den Tagen des Eisbrechens auch Situationen, wo ich mal im Navi Buch eingeschrieben habe zB.: Mopedfahrer Backbord querab oder Pferdegespann querab. Die waren Mutig, ich hätte es nicht gemacht, zumal wir ja auch dort Eis gebrochen hatten. Auch ein Trabantfahrer, das konnten wir durchs Fernglas sehen hat es versucht aber kurz darauf wieder zum Ufer zurück gefahren.
    Gruß Jörg


  3. von Steuermann56 » Montag 11. April 2011, 23:29

    Ja noch ein paar Worte zur Insel.
    Auf der Insel waren ja auch Angehörige der Marine, aber der Staatssicherheit unterstellt, so denke ich mal. Die nannten sich Inselbesatzung. Wir hatten eigentlich zu dieser Besatzung ein sehr gutes Verhältnis aufgebaut. So durften wir auch mal auf die Insel und uns mal die Ferienhäuser anschauen, aber nur von außen. War schon interessant. Wir haben auch mal ein Kasten Bier oder Wein bekommen, das war zum Anfang ganz gut. Aber irgend ein Offizier der Insel, der ab und zu mal dort war, hatte was dagen und hat Meldung an seine Vorgesetzten gemacht. So wurde die gesamte Besatzung ausgewechselt und wir durften ab so fort nicht mehr die Insel betreten, es wurde das gesamte Ausrüstungs- und Versorgungsmaterial dann nur noch über die Bordwand gereicht und das wars. Es herrschte dann nur noch so eine Art Kälte zwischen uns und der Inselbesatzung. Naja, so war es eben.
    Gruß Jörg

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Re: Winter 1967/68 und andere

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Beitragvon Eddy » Freitag 7. Dezember 2012, 18:35

Der Winter schläft nicht, er bereitet sich gerade vor, die Erde mit Weiß zu bedecken. Hoffentlich einmal normal und nicht in Unmengen. :nein:
schnee.jpg

:salut: Eddy
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Re: Winter 1967/68 und andere

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Beitragvon Bootsmann H-91 » Freitag 7. Dezember 2012, 21:31

Hallo Eddy, Hallo (See-)Männer,
Ja, der Winter hat sich nun wieder eingestellt und warten wir es ab, ob er wieder so wie damals zum Jahreswechsel 1978/1979 ganz hart zuschlägt oder, so wie in den letzten Jahren, nur ein wenig weißes Pulver liegen läßt.
Dieser Jahreswechsel 1978/1979 war mein Letzter bei der VM. Denn im April 1979 sollte ich in die Reserve versetzt werden. Noch heute kann ich mich an fast jede Einzelheit erinnern und es waren tatsächlich Tage und Wochen, die unvergessen geblieben sind und ich kann Eddy nur zustimmen, das diejenigen, die dieses SchneeInferno im Norden mitgemacht haben, das ihr Leben lang nicht vergessen werden!
Soweit ich mich noch zurück erinnern kann, begann es zu Heiligabend 1978, am späten Nachmittag, mit leichtem Schneefall und stark auffrischendem W-Wind. Der Schneefall hörte über Nacht nicht auf, er wurde immer stärker und der Wind wehte alles zu meterhohen Schneewehen zusammen. Wir (die 1.RTSB) lagen damals mit den beiden Wohnschiffen (H-91 u. H-92) und den Bereitschaftsbooten (RS u. TS) an der Pier IV und bereiteten uns eigentlich auf ruhige Weihnachtsfeiertage vor. Doch dann kam es alles ganz anders. Den ersten und den zweiten Weihnachtsfeiertag schneite es weiter, ununterbrochen schüttete es die Schneemassen herunter.
Wir hatten tagsüber voll damit zu tun, die Boote und die Wohnschiffe von den herabfallenden Schneemassen frei zu halten. Inzwischen waren die Außentemperaturen weit unter den Gefrierpunkt gefallen und innerhalb kürzester Zeit überzogen sich der Bodden und der Hafen Bug mit einer zwar noch recht dünnen und unterbrochenen Eisdecke, doch es war abzusehen, das sich diese sehr schnell schließen würde und damit ein Auslaufen der Bereitschaftsboote unmöglich werden würde.
Das Fahrwasser vom Hafen Bug zum Libben war bei offenem Wasser schon kompliziert und schwierig genug, doch bei Eisgang war eine Passage für die Schnellboote nicht mehr möglich. Darum wurde dann am 27.12.1978 vom FCH und dem BCH (FK Murzinowski) die kurzfristige Verlegung der kompletten 1.RTSB zum Hafen Sassnitz befohlen. Das Wohnschiff H-91 wurde am 26./27.12.78 mit dem Hochseeschlepper A-11 (kam extra von Warnemünde zum Bug) und 1 Reedeschlepper nach Sassnitz verlegt, die RS- und TS-Boote folgten am 28.12.78. Das Auslaufen wurde zwar mit Gefechtsalarm eingeleitet, aber mit eigener Kraft konnte kein Boot den Hafen verlassen, denn das Eis auf dem Bodden war stellenweise schon über 10 cm stark. Um das Fahrwasser zum Libben passieren zu können war Schlepper- und Eisbrecherhilfe notwendig geworden. Hier zeigte sich wieder sehr deutlich, wie wichtig unsere Schlepper A-71, A-72, A-74 und die Feuerlöschboote waren, denn ohne ihre Hilfe wäre es unmöglich gewesen, diese Verlegung der Bereitschaftsboote durchzufuhren. Ich habe diese Überführung damals an Bord der 713 (Kmdt. OL Woyton) mitgemacht, der Bootsmann der 713 (Mstr. Bernhardt) befand sich noch im Weihnachtsurlaub bzw. auf der Rückreise, wohl irgendwo auf einem eingeschneiten Bahnhof oder noch auf der Bahnstrecke eingeschneit. Die Schlepper nahmen jeweils ein Boot auf den Haken und schleppten sie mit kürzester Schlepptrosse durch das enge Fahrwasser bis zur Ansteuerungstonne "Libben" Es war schon sehr beeindruckend, wenn man diese außergewöhnliche Schleppzug-Kolonne vor sich sah und wie alle Männer auf der Brücke und im Boot sehr sehr still wurden und gespannt darauf hofften, ohne Havarie das freie Wasser im Libben zu erreichen.
Im Libben wurden dann die Hauptmaschinen angefahren und bis nach Sassnitz mit eigener Kraft gefahren. Auch hier biss der Winter hart zu, denn durch das überkommende Wasser bei Fahrtstufe "3x15" wurden die Back, die Hangare und Brücke außen mit einer dicken Eisschicht überzogen. Als wir dann beim Anlegemanöver in Sassnitz die Leinen klar machen mußten, da war es schon sehr gefährlich, man konnte sich auf der Back wirklich nur festgeleint und auf allen Vieren bewegen!
Es ging aber alles klar und passiert ist keinem etwas. Es war eine wirklich harte Zeit in diesem Winter, denn im Februar 1979 kam es ja nochmals zu einem solchen "Blizzard"! Von Sassnitz aus wurden wir mit einem Teil der RTS-Brigade nach Putbus beordert, wir gruben dort auf dem Bahnhof z.B ein Flügelsignal der Bahn aus einer Schneewehe aus, die das 6 m hohe Signal völlig zugedeckt hatte.
Danach ging es auf die Strecke der Kleinbahn (Rasender Roland) wo kurz vor dem Haltepunkt Seelvitz ein kömpletter Zug (mit Lokomotive) unter meterhohem Schnee bis zum Dach der Waggons eingeschneit war. Ja, das waren Erlebnisse, die kann man nicht vergessen, was sich damals abspielte würde unter den heutigen Bedingungen wohl zum völligen Kollaps führen. Dazu haben ja schon andere Kameraden etwas gesagt.

Das soll es von mir zu diesem Thema gewesen sein,

Bootsmann H-91 aus :berlin:
Zuletzt geändert von Bootsmann H-91 am Donnerstag 13. Dezember 2012, 10:04, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Winter 1967/68 und andere

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Beitragvon Bootsmann H-91 » Donnerstag 13. Dezember 2012, 10:00

Hallo Eddy,
Nun, wie sieht es denn zur Zeit wetter- und schneemäßig aus, bei Euch im "Hohen Norden"? Hier bei uns in Berlin liegen ja seit ca. 1,5 Wochen mal so ca. 20cm Schnee und das hat schon fast zum Kollaps geführt! Wenn man das aber mit dem damaligen Wintereinbruch 1978 auf der Insel Rügen vergleicht, dann weiß man, wie hart es wirklich kommen kann, stimmt's?
Ich habe mal in meinen "Foto-Archiven" gekramt und darin noch einige Bilder vom damaligen Jahrhundertwinter 1978/1979 gefunden, die ich hier noch zeigen möchte.
Wie bereits im vorigen Beitrag geschildert, mußte damals die gesamte 1.RTSB (Bereitschaftsbrigade) zwischen Weihnachten und Neujahr 1978 alarmmäßig nach Sassnitz verlegt werden, weil die Boddegewässer und damit das Fahrwasser zum Libben stellenweise bereits zugefroren waren. Die Eisdecke war zwar noch nicht durchgängig und erst wenige Zentimeter dick, aber der "Rassower Strom" und die Fahrwasserkurve am Südbug zur Ansteuerung "Libben" waren schon komplett zugefroren.
Damit war ein selbstständiges Auslaufen der Schnellboote nicht mehr möglich. Wirklich Im allerletzten Moment wurden also die RS- und TS-Boote mit allen zur Verfügung stehenden Schleppern durch das vereiste Fahrwasser bis zur eisfreien Ansteuerung Libben geschleppt, um von da aus dann mit eigener Kraft nach Sassnitz zu fahren. Das Wohnschiff H-91 war schon zwei Tage vorher dorthin verlegt worden. Erstmals erlebte ich hier als Bootsmann, daß wir als Wohnschiff vom einzigsten Hochseeschlepper der VM (Schlepper Typ 700, Takt.Nr. A-11) durch das Fahrwasser Bug und über See geschleppt wurden. Oh ja, da saß aber wirklich mächtig "Bums" auf dem ausgebrachten Schleppgeschirr und wir haben auf offener See als "Platsch" fast doppelte Marschgeschwindigkeit draufgehabt (12 sm/h).
Hier nun also einge der Bilder vom Eiswinter 1978/1979 die noch heute in meinem Besitz sind. Das Foto mit der Schlepp-Kollonne im Fahrwasser (auslaufend, zum Rassower Strom) habe ich seinerzeit von der Brücke-aussen des RS-Bootes 713 ("Paul Eisenschneider") aufgenommen. Es war schon ein beeindruckendes Bild, wenn man sah, wie diese geballte Schlagkraft der Schnellboote und deren Maschinenpower plötzlich nicht mehr genutzt werden konnte und sie nur noch mit Hilfe von Schleppern vorwärts bewegt werden konnten. Dazu waren diese Hilfsschiffe eben da - auch wenn man sonst kaum Notiz von ihnen nahm.

Winter 1978 Hafen Sassnitz 001.jpg
Winter 1978 Verlegung nach Sassnitz 001.jpg


Nach dem Einlaufen und Festmachen ...

Winter 1978 Sassnitz 003.jpg
Winter 1978 Sassnitz 002.jpg
Winter 1978 Hafen Sassnitz 004.jpg


Bis bald, viele Grüße aus dem verschneiten :berlin:
Bootsmann H-91
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Re: Winter 1967/68 und andere

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Beitragvon Foxderringer » Donnerstag 13. Dezember 2012, 10:37

:ahoi: Seemänner ! Ich kann mich erinnern,die Berliner Staßenreinigung und Müllabfuhr hatte schon in den 70 iger Jahren bestimmte Nutzfahrzeuge aus den nichtsozialistichen Ausland im Einsatz. :salut: :berlin:
11/65 - 04/66 Flottenschule Parow 05/66 -10/68 4.TSA GA 3 / Ich bin glücklich,das ich offen meine Meinung sagen darf.Aber welche Meinung darf ich haben ?



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Re: Winter 1967/68 und andere

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Beitragvon Hogo » Donnerstag 13. Dezember 2012, 11:02

Haben sie heute auch, und werden trotzdem wieder jedes Jahr plötzlich vom Wintereinbruch überrascht.



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Re: Winter 1967/68 und andere

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Beitragvon ManneTS » Donnerstag 13. Dezember 2012, 11:17

Hallo zusammen;

Das liebe ich so an diesem Forum, was der eine nicht weiß oder erlebt hat, das weiß der andere oder hat noch Erinnerungen und im besten Fall sogar noch Bilder wie Bootsmann H91.
Hallo Bootsmann H91, eine ganz tolle Schilderung der Ereignisse von diesen Jahrhundert Winter, ich kann mir schon gut vorstellen, das alle diejenigen, die diese Zeit so aktiv mit erlebt haben wie Du , das niemals vergessen werden ! Als Betrachter kann man eigentlich nur erahnen was Ihr bei diesen Manövern bezw. die Kameraden an Land beim schippen ,so durchgestanden habt !
Danke für die Schilderung und Bilder !

Schöne Grüße ManneTS :brandenburg: :ahoi:



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Re: Winter 1967/68 und andere

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Beitragvon Foxderringer » Donnerstag 13. Dezember 2012, 11:27

:ahoi: Hogo ! Das scheint der Winter so an sich zu haben. Er schlägt immer ganz plötzlich und unerwartet zu. Trotz aller vollmundig verkündeten Vorbereitung. :frechgrins: :salut: :salut: :berlin:
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