Erlebnisse aus meiner Dienstzeit

:steuermann: Hier ist der Platz für Anekdoten (Begebenheiten) aus der aktiven Zeit bei der VM, die nicht in Vergessenheit geraten sollten

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Re: Erlebnisse aus meiner Dienstzeit

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Beitragvon stolteraa » Sonntag 9. November 2014, 10:43

Zu folgender Thematik schrieb ich im „Forum der Spezialisten“. Ohne die fachlichen Bemerkungen stelle ich auch hier im Forum meine Gedanken zu dieser Zeit ein, da nicht alle von euch im anderen Forum angemeldet sind. Weil ich zum heutigen Tag einige Bemerkungen gemacht habe, folgen die zwischenzeitlichen Beiträge mit einem Mal.


Wie ich die Jahre 1989/1990 erlebte – T. I

Die zunehmend schwieriger werdende Versorgung, die langfristigen Kommandierungen von Armeeangehörigen in alle möglichen Zweige der Volkswirtschaft erbrachten in den Truppenteilen und Einheiten, für uns besonders spürbar bei den fahrenden Einheiten, immer größere Probleme. Zum Teil mussten wegen solcher Kommandierungen Schiffe und Boote, nur besetzt mit einer Sicherheitswache, „angebunden“ werden, andere Einheiten mussten mit ausgeborgtem Personal zur See fahren.

Die Massenfluchten in der CSSR, die Fluchten über Ungarn und Österreich in die BRD sowie die – wenn überhaupt - äußerst verhaltenen Reaktionen unserer politischen Führung waren die Gesprächsthemen aller Dienstgradgruppen, wobei trotz aller erkennbaren politischen und wirtschaftlichen Probleme in der Regel noch Unverständnis darüber geäußert wurde.

Ich habe oft darüber nachgedacht, wie es möglich war, dass wir so wenig von der wirklichen ökonomischen Situation unserer Republik mitbekommen haben.

Meine Auffassung dazu war so: Schon Anfang der 80er Jahre hörten wir vom Verlangen der UdSSR, dass die anderen Staaten des Warschauer Vertrages, besonders die DDR und Bulgarien, einen höheren Beitrag zur Verteidigungsfähigkeit leisten sollten. Es war nicht zu übersehen, dass auch in den Streitkräften zunehmend gespart werden musste. Die ökonomischen Probleme der Gegenwart sah ich in erster Linie als direkte Folge dieser Forderung sowie der veränderten Militärdoktrin, der Reduzierung der Personalstärke, der Einsparung von Ressourcen.

Trotzdem ließ sich nicht verhehlen, erkannten auch wir, dass die staatlich verordnete ökonomische Hauptaufgabe, „… die Steigerung des materiellen und kulturellen Lebensniveaus der Bevölkerung …“, wenn überhaupt, so nur äußerst zögerlich vorankam.
Einen anderen Grund meiner ökonomischen Blindheit sah ich, selbst wenn die Antwort banal klingen oder unglaubwürdig klingen muss, auch in der Organisation unseres Tagesablaufs:

Früh morgens um 06.50 Uhr fuhr unser Dienststellenbus wenige Meter von unserer Wohnung entfernt ab und brachte uns auf direktem Wege bis direkt vor das Haupttor der Dienststelle. Abends um 17:00 Uhr fuhren wir den gleichen Weg zurück – ohne einen Halt oder Kontakt mit der „normalen“ Welt. Wenn dann meine Frau über dieses oder jenes berichtete, was es wieder einmal nicht zu kaufen gab, so war das ja nichts prinzipiell Neues, die Mangelwirtschaft waren wir gewohnt, ...

Ansonsten bildeten wir uns unsere Meinung aus den Meldungen des Fernsehens und der Presse und die spiegelten ja lange genug eine heile Welt vor.

Die ersten Wochen nach Beginn der Montagsdemonstrationen war ich davon überzeugt, dass die Republikflüchtigen hauptsächlich „Unzufriedene“ und „Meckerfritzen“ seien. Wir verstanden diese Leute nicht, denn so verschlechterte sich die Situation durch fehlende Fachkräfte für die Bevölkerung ja noch mehr.
Es musste ja auffallen, dass bei den Massenfluchten ein auffällig hoher Prozentsatz aus dem „Tal der Ahnungslosen“, dem Gebiet des östlichen Sachsens stammte, wo keine westlichen Fernsehsender zu empfangen waren. Glaubten die Leute wirklich, dass ihnen jenseits der Grenze die gebratenen Tauben in die Münder fliegen?
Ich kann heute noch nicht wirklich glauben, dass es jungen Menschen in unserer Republik, in der sie eine sichere Kindheit verlebten, kostenlos die Schulen besuchten, vielleicht sogar studierten oder einen Beruf erlernten, in dem sie arbeiten konnten, so schlecht ginge oder dass all diese Menschen politisch Verfolgte gewesen sein sollen, kann mir nicht vorstellen, welche Beweggründe sie wirklich bewegten oder ob die meisten nicht einfach nur die „DM“ und die „Reisefreiheit“ lockte.



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Re: Erlebnisse aus meiner Dienstzeit

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Beitragvon stolteraa » Sonntag 9. November 2014, 10:46

Wie ich die Jahre 1989/1990 erlebte – T. II


Als die Demos immer stärker besucht wurden, wurde ich neugierig und eines Tages fuhren meine Frau und ich in die Stadt, um einfach einmal zu hören, was den Menschen da so erzählt wurde, was ihnen daran so wichtig war, dass sie in diesen Massen und jede Woche wieder und in noch größerer Anzahl erschienen. Wir parkten beim Haus der Gewerkschaften und schon dort konnte ich kaum glauben, was sich da so in Richtung Marienkirche bewegte. Dort in der Nähe angekommen, traute ich meinen Augen nicht, als ich dieses Gedränge auf dem Gelände um die Kirche sah. In die Kirche hinein kam und musste man nicht, denn mithören konnte auch so jedermann. Das war wegen der guten Lautsprecherübertragung um die Kirche herum kein Problem. So dicht an die Kirche wollte ich nicht, aber unseren Stehplatz konnten wir nicht aussuchen – wir wurden geschoben und gedrängt und kamen dann so etwa in der Mitte des Ziegenmarktes zum Stehen.

Was ich dann über die Lautsprecheranlage so zu hören bekam, empörte mich, wollte und konnte ich einfach nicht glauben. Ich betrachtete es als eine Frechheit, den Menschen solche Lügen zu erzählen. Da war z. Bsp. von Bürgern die Rede, die von der Staatssicherheit wegen angeblicher Nichtigkeiten nachts aus ihren Wohnungen geholt und in einer Weise verhört wurden, die an Foltern der Gestapo erinnerten, von Gefängnisaufenthalten mit Einzelhaft wegen harmloser politischer Äußerungen u.ä.

Nach und nach kamen ganz zögerliche Gedanken auf: Konnten DIE es sich leisten, ihre Mitbürger so öffentlich zu belügen? Konnten diese Erlebnisberichte alles nur Lügen sein? Das ließe sich doch durch jeden Nachbarn problemlos nachprüfen und bekanntmachen!
Während wir uns noch leise über diese Gedanken austauschten, wurde das Gedränge und Geschiebe plötzlich noch stärker und offenbar zielgerichteter - die Massen setzten sich in Bewegung und formierten sich zu einem Demonstrationszug. Wir hatten Mühe, aus der Menge auszuscheren und diesem Gedränge zu entkommen, denn es lag ja nicht in unserer Absicht, zu demonstrieren und schon gar nicht wollte ich im Demonstrationszug an der Bezirksverwaltung des MfS vorüber defilieren.

Wir standen noch unter dem Eindruck dieses Erlebnisses, als die Medien über schwere Auseinandersetzungen auf dem Dresdener Hauptbahnhof zwischen der Polizei und Jugendlichen berichteten, die versuchten, auf den aus der CSSR durchfahrenden Sonderzug – in dem sich die Flüchtlinge aus der Prager Botschaft befanden - zu springen.

Weitaus stärker erregten aber die Gemüter neue Nachrichten aus dem Süden der Republik.
Infolge der untereinander bestehenden persönlichen Kontakte zu Offizieren, die in Dresden an der Militärakademie oder zu jenen, die am Institut für Fremdsprachen in Naumburg zur Vorbereitung auf eine diplomatische Aufgabe studierten, erfuhren wir von für mich unglaublichen Vorgängen in Sachsen und Thüringen.
Die Berichts- und Gerüchteküche brodelte und wir hörten, in Leipzig sollte für die dort stationierte 11. MSD „Erhöhe Gefechtsbereitschaft“ ausgelöst worden sein, in Thüringen sollten Offiziere aufgefordert worden sein, sich in Zivil unter die Demonstranten zu mischen und praktisch als Provokateure zu wirken. Andere erzählten von Befehlen, dass an Offiziere Waffen ausgegeben wurden, um Unruheherde bekämpfen zu können und wieder andere sprachen von der Bildung von „Eingreiftruppen“, die zur Niederschlagung von Demonstrationen eingesetzt werden sollten.

Sicher ist, dass über solche Berichte und Gerüchte hauptsächlich getuschelt, aber nicht offiziell gesprochen wurde. Während der Dienstbesprechung beim Chef des Stabes erfuhr ich zwar Details zu einigen solcher Vorgänge wie z. Bsp. in Dresden, aber man spürte, dass auch bei ihm Fragen über Fragen offen blieben. Wichtig für mich war - es gab keinerlei auch nur annähernd solcher Weisungen für die Volksmarine in ähnlichen Richtungen. Und einen so engen Kontakt hatte ich zu keinem Vorgesetzten, dass ich ihn um seine Meinung zu diesen Problemen gebeten hätte. Erst im Nachhinein erfuhr ich beim Studium des Buches „Das letzte Kommando“ von Admiral a. D. Hoffmann, dass wir ihm persönlich da schon einiges zu verdanken hatten, dass die Auslösung der Stufe „EG“ so weit weg von der Küste nicht war.

So aber galt es, damit allein fertig zu werden. Ich diskutierte mit meiner Frau über diese Dinge, doch helfen konnte sie mir dabei natürlich auch nicht, die meisten Sachen hatte sie noch nie gehört. Aber es tat gut, vorbehaltlos und in aller Offenheit mit jemandem über diese Thematik sprechen zu können.
Also grübelte ich allein …: Was wäre, wenn …, wie müsste ich reagieren, falls ich einen ähnlichen Befehl erhalten sollte, vielleicht sogar gegen die Demonstranten einzuschreiten.



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Re: Erlebnisse aus meiner Dienstzeit

[323 / 377]

Beitragvon Eddy » Montag 10. November 2014, 09:18

Männer,
ich habe das Problem 25 Jahre danach mal verschoben und von den Erlebnissen in der Dienstzeit abgetrennt.
hier geht es lang: viewtopic.php?p=36062#p36062
Eddy
"Tradition pflegen heißt nicht Asche aufbewahren sondern eine Flamme am Leben erhalten!"

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Re: Erlebnisse aus meiner Dienstzeit

[324 / 377]

Beitragvon stolteraa » Montag 10. November 2014, 20:38

Dann kann ich ja hier und bei den Spezialisten weiter schreiben:

Wie ich die Jahre 1989/1990 erlebte – T. III

Es folgte eine Periode mehrerer Wochen, in denen ich nachts kaum schlafen konnte, weil ich mir nicht sicher war, was kommen könnte, unsicher über meine erforderlichen Reaktionen. Tagsüber prasselten immer neue Gerüchte auf uns ein, abends fand ich über dem Grübeln und Verarbeiten keine Ruhe.
Sicher – die NVA hatte gemäß unserer Verfassung die Republik nach außen zu verteidigen, ein Einsatz nach innen war prinzipiell ausgeschlossen. Konnte das nicht durch einen der älteren Herren geändert werden, weil die Republik in Gefahr war? Unserem ehemaligen CVM traute ich hundertprozentig, dem früheren Studienkameraden und neuem CVM auch. Die Befehle konnten aber auch aus anderen Richtungen kommen. Ich konnte mich noch gut an die Ereignisse 1956 in Ungarn, 1968 in der CSSR und die Unsicherheiten 1980 mit der VR Polen erinnern.

Dann eines Nachts, fiel mir mein Fahneneid wieder ein. Ohne nachzulesen, ging ich im Kopf den Text so durch, wie ich mich an ihn noch erinnerte. Hieß es da im letzten Absatz nicht ungefähr: „… Sollte ich jemals gegen diesen meinen feierlichen Eid verstoßen, so soll mich die Strafe und die Verachtung des werktätigen Volkes treffen…“
Dass ich diese Worte noch so im Kopfe hatte, zeigte mir, dass sie mich damals, 1963, sehr beeindruckt haben mussten.

Das war es doch. Es war doch das werktätige Volk, das da auf die Straßen ging, um zu demonstrieren. Wie könnte ich gegen die Menschen handeln, für deren Schutz ich damals meinen Eid geschworen und seither als Angehöriger der Nationalen VOLKSARMEE meinen Dienst versehen hatte!

In der Zwischenzeit habe ich den Fahneneid noch einmal gelesen, der Text lautet etwas anders. Aber die Erinnerung an diesen Satz, so wie ich ihn im Kopfe hatte, diese Erkenntnis half mir entscheidend, meine Position gegenüber den Demonstranten zu erkennen und eine Haltung zu beziehen. Ich wollte mein Möglichstes tun, um einen Waffeneinsatz oder Waffenmissbrauch gegen unsere Bevölkerung zu verhindern. Wie das zu bewerkstelligen wäre, wusste ich noch nicht, aber der Vorsatz war da.

Ich räume ein, dass jeder diese Aussage in Frage stellen kann, sicher kann man behaupten, ich hätte ggf. einen anders gearteten Befehl doch ausgeführt. Ich kann und brauche das Gegenteil nicht zu beweisen, eine solche Situation trat glücklicherweise nicht ein. Aber damals war ich – und bin es noch heute - überzeugt, dass meine dargelegten Gedanken an den Fahneneid mich und mein Handeln ruhiger werden ließen, dass ich auch die folgenden schweren Wochen und Monate dadurch besonnener gehandelt und Dinge zugelassen bzw. organisiert habe, die ich sonst vielleicht nicht erlaubt hätte. Dazu später mehr.

Als sich während der Leipziger Demonstrationen erstmals der unter die Haut gehende Ruf „Wir sind d a s Volk wandelte in „Wir sind e i n Volk “, konnte ich mir schnell ausmalen, was passieren würde. Als ich meine Gedanken mit meiner Frau besprach, meinte sie nur, ich sähe zu schwarz.

Hatte ich vorher – sicher ebenso wie viele unserer progressiven Politiker auch – noch geglaubt, dass wir mit Veränderungen der Politik, durch Ablösung der alten Partei- und Staatsführung und Öffnung des Staates, mit politischen und ökonomischen Reformen einen demokratischeren Sozialismus erreichen könnten, wurde mir seit diesem Moment bewusst, dass dafür bereits alles zu spät war. Ich sah die zukünftigen Arbeitslosen und sozial am Boden Liegenden, ahnte, wie sich die Großunternehmen aus den alten Bundesländern auf unser Land stürzen würden. Die hatten ja das Geld, das wir so dringend benötigten.
Dass die unter Waffen stehende NVA als Machtinstrument der DDR dabei störend im Wege stand, konnte ich mir gut vorstellen.

Was ich mir nicht vorstellen konnte, das waren die Schnelligkeit und Leichtigkeit, mit der es führenden und verantwortlichen Politikern der BRD gelang, die letzte Regierung der DDR so für sich einzunehmen, sie dazu zu bringen, scheinbar widerstandslos dem Einigungsvertrag zuzustimmen, der in seiner vorliegenden Form letztendlich von vornherein den Ausverkauf der DDR bedeutete. Das wurde m. E. in den folgenden Monaten und Jahren insbesondere durch die Arbeit der Treuhandgesellschaft deutlich.

Damals äußerte ich erstmals meine Auffassung „Ich fürchte, viele von denjenigen, die jetzt am lautesten rufen ‚Wir sind ein Volk’, werden schnell zu denen gehören, die sich die soziale Sicherheit der DDR wieder herbei sehnen werden“. Heute denke ich, ganz so unrecht – wenn auch nicht in dem von mir geglaubten Umfang - hatte ich mit diesen Gedanken wohl nicht.

Doch erst einmal galt es, mit den entstandenen und ständig neu entstehenden Situationen fertig zu werden. Sobald ich abends nach Hause kam, saß ich vor dem Fernsehgerät – einem Farbfernseher „Colortron“, den wir uns für 8000,- Mark vor kurzem geleistet hatten – und wechselte die Kanäle von 19:000 „Heute“, 19.30 Uhr „ Aktuelle Kamera“ auf 20.00 Uhr „Tagesschau“, dann die nächste Nachrichtensendung, Kommentare, „Tagesthemen“ und was es alles auf den verschiedenen Sendern so gab, um so viel als möglich an neuen und neuesten Informationen der verschiedensten Quellen zu erfahren und möglichst wenig zu verpassen.
Nach dem Erleben und den Berichterstattungen unserer Medien zu den Vorgängen in der Republik hatte ich begriffen, dass die gegenwärtigen Originalreportagen der ARD und des ZDF zu diesen Veränderungen nicht nur sehr aktuell und aussagekräftig waren, sondern wohl auch eher der Wahrheit entsprachen als die Meldungen unserer „Aktuelle Kamera“.



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Re: Erlebnisse aus meiner Dienstzeit

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Beitragvon Foxderringer » Dienstag 11. November 2014, 01:42

:ahoi: Stoltera ! Für den Wahrheitsgehalt der Berichterstattung der ARD und des ZDF in der Zeit möchte ich nicht gerne die Hand ins feuer legen. Staatsmedien- Vorsicht. Auch die Regierung Kohl kannte den Einfluß und die Macht der Medien.Ich wohnte in Berlin und kannte den Einfluss der Bürgerrechtler und Revolutionäre die ohne westliche Massenmedien und Unterstützung vielleicht doch nicht ein so großes Echo erreicht hätten ????????Die Entfernung meines Arbeitsplatzes zu Zionskirche und zur " berühmten Umweltbibliothek " betrug etwa 500 meter. Ohne westliche Hilfe hätte sie nie an die Öffentlichkeit gelangen können. Die Geburtshelfer sind natürlich auch bekannt.Es war mein Umfeld und ich habe es direkt erlebt. :salut: :berlin:
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Re: Erlebnisse aus meiner Dienstzeit

[326 / 377]

Beitragvon stolteraa » Dienstag 11. November 2014, 10:49

Foxderringer hat geschrieben:... Für den Wahrheitsgehalt der Berichterstattung der ARD und des ZDF in der Zeit möchte ich nicht gerne die Hand ins feuer legen. Staatsmedien- Vorsicht. ...


Hallo Foxderringer, da gebe ich dir absolut recht! Deshalb schrieb ich ganz bewusst:
...dass die gegenwärtigen Originalreportagen der ARD und des ZDF zu diesen Veränderungen nicht nur sehr aktuell und aussagekräftig waren, sondern wohl auch eher der Wahrheit entsprachen als die Meldungen unserer „Aktuelle Kamera“...



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Re: Erlebnisse aus meiner Dienstzeit

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Beitragvon stolteraa » Dienstag 11. November 2014, 11:13

Wie ich die Jahre 1989/1990 erlebte – T. IV

Anfang November 1989 wurde meine Frau zum Polterabend einer Kollegin eingeladen und ich sollte sie abends abholen. Die Zeit bis dahin verbrachte ich auch an diesem 09.November wieder vor der „Röhre“ und erlebte live die Berichterstattungen des Tages bis zur Pressekonferenz des Mitglieds des Sekretariats des ZK der SED Werner Schabowski, in der er die Änderungen in den Reisegesetzen der DDR und während der anschließenden Fragen die Öffnung der Grenzen zur BRD bekannt gab, sowie die anschließenden Berichte aller westlichen Fernsehsender von der Entwicklung an den Grenzübergangsstellen in Berlin.

Noch heute danke ich dem mir unbekannten Reporter, der mit seiner Frage nach dem Zeitpunkt der Grenzöffnung den „Finger in die Wunde“ legte und Schabowski zu seiner ungeplanten und mit Sicherheit nicht schriftlich vorliegenden Aussage „Ab sofort!“ verleitete. Wer weiß, wie und mit welchen konkreten Ergebnissen die folgenden Wochen ansonsten, ohne diese Aussage, verlaufen wären. Aber noch mehr danke ich den Soldaten und Offizieren, die in dieser Nacht ihren Dienst an den Berliner Grenzübergängen verrichteten und so besonnen dem Ansturm der Bevölkerung begegneten.

Als ich meine Frau abholte und dabei das Brautpaar traf, fragt ich sie, wohin denn ihre Hochzeitsreise führen sollte – sie wussten es noch nicht. Ich offenbarte ihnen, dass sie „in den Westen“ fahren könnten, weil die Grenzen offen wären. Alle glaubten, ich wolle sie veralbern, konnten das Geschehen so wenig wie ich selbst fassen.

Bis spät in die Nacht sahen und hörten wir uns die Ereignisse in Berlin an, Berichte darüber aus aller Welt, die Begeisterung, den Enthusiasmus und die Verbrüderungsszenen der Menschen und stellten uns die bange Frage: „Was wird das wohl werden, wie geht das weiter?“

Ich schäme mich nicht der Tränen, die mir bei diesen unglaublichen Bildern damals in die Augen traten, noch heute erfasst mich eine starke Bewegung bei der Erinnerung an diesen Tag und die Berichte der ergreifenden Szenen der folgenden Tage.
Wir waren unmittelbare Zeugen des friedlichen Aufbegehrens unserer Bevölkerung, eines welthistorischen Ereignisses geworden, das ein Ergebnis des Zweiten Weltkrieges revidieren-, gleichzeitig aber vermutlich auch die Aufweichung des sozialistischen Lagers bedeuten würde. Wir erlebten gerade ein Ereignis, dass die Zukunft von uns allen, besonders die unserer Kinder, entscheidend beeinflussen würde. Nur – wie für die Einzelnen, das wussten wir noch nicht.

Zu diesem Zeitpunkt war noch die Rede nur von Reisefreiheit auch über die geöffnete Grenze hinweg gen Westen, nicht aber von uneingeschränktem Verkehr zwischen den beiden noch existierenden deutschen Staaten. Somit stand für mich fest, dass zwar meine Familie, aber nicht ich in die Bundesrepublik reisen könne. Deshalb erklärte ich mich sofort bereit, wenn sie nach Lübeck wollten, sie bis an die Grenze zu bringen und dort wieder abzuholen. Daran, dass ich vielleicht selbst auch „in den Westen“ fahren könnte, habe ich nicht geglaubt.

Wir waren es ja gewohnt, unsere Parteipresse, die Zeitung „Neues Deutschland“ und möglichst auch die lokale Presse – also die „Ostseezeitung“ nicht nur zu lesen, sondern zu studieren. Dabei fiel in dieser Zeit die ungewohnt sehr unterschiedliche, sogar zum Teil widersprüchliche Berichterstattung auf, die offensichtlich von Unsicherheit geprägt war, in der die Reporter sich langsam um neue Formulierungen in der Sprache bemühten.
Ich hatte in den letzten Wochen begonnen, zusätzlich die FDJ-Zeitung „Junge Welt“ zu lesen, die nach meiner Meinung als erste Zeitung einen kritischeren Ton anschlug und Dinge berichtete, die in keiner anderen Zeitung zu lesen waren



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Re: Erlebnisse aus meiner Dienstzeit

[328 / 377]

Beitragvon stolteraa » Donnerstag 13. November 2014, 14:08

Wie ich die Schicksalsjahre 1989/1990 erlebte – T. V

Ich glaube, es war Mitte oder Ende November 1989, als in der „Junge Welt“ eine Artikelserie begonnen wurde: „Stalin – Legende und Wirklichkeit“.
Bereits an den ersten Tagen las ich darin Aussagen, die mich sofort wieder an die „ungereimten“ Aussagen an der Militärakademie erinnerten. Gespannt wartete ich auf die nächste Ausgabe, die noch krassere Aussagen traf. Nach dem dritten Tag wurden plötzlich die ehemaligen „Ungereimtheiten“ verständlich und klar, man hatte sie damals nur nicht so klar und eindeutig formuliert: Stalin war nie der Kommunist, als der er uns verkauft wurde.

Alles, was man uns aus der Zeit der Stalinära über die Vorbildrolle der SU gelehrt hatte, beruhte auf eindeutigen Verbrechen gegen die Menschlichkeit und diente nur der Machterhaltung Stalins und seiner Umgebung.
Die führenden Mitglieder unsere Partei, die selbst in sowjetischen Exil gelebt hatten, wussten von seinen Intrigen, den Verfolgungen im Exil lebender ausländischer Kommunisten und ihre teilweise Ermordung, die Verleumdung der früheren Kommandeure der Roten Armee und führenden Mitglieder der Kommunistischen Partei, ihre Inhaftierung, Verbannung oder gar Erschießung. Beim Studium der Memoirenliteratur sowjetischer Generale waren mir zwar die langen Listen "gestorbener" früherer Kommandeure aufgefallen, hatte mir aber keinen Kopf gemacht, wie sie wohl starben. Das wurde jetzt erschreckend deutlich. Eine Menge davon berichtete Markus Wolf in seinem Buch „Die Troika“.
Im Interesse der Macht der Partei wurde die Bevölkerung durch Aussagen wider besseren Wissens letztendlich einfach nur belogen.
Selbst die Interpretation bestimmter Werke unserer Klassiker wurde so gestaltet, dass die führende Rolle der SU unangetastet blieb.

Wenn das aber so stimmte, dann war auch die Wahrscheinlichkeit sehr hoch, dass vieles von dem, was die Westmedien über „Satellitenstaaten“, die Abhängigkeit der Politik der SED von der KPdSU, der ökonomischen Ausrichtung unserer Wirtschaft auf die Sowjetunion und nicht zuletzt unsere Militärpolitik berichtete, einen wesentlich höheren Wahrheitsgehalt hatte, als ich bisher befürchtete.

Am nächsten Morgen nahm ich mein Parteimitgliedsbuch, ging in der Dienststelle sofort zum Leiter unserer Politabteilung, legte ihm mein Dokument auf den Tisch und erklärte meinen Parteiaustritt. Sicher hätte ich es auch so handhaben können, wie es viele andere taten – das Dokument zerreißen und mit der Post abschicken. Diesen Weg fand ich unwürdig und unehrlich. Wenn ich mich nicht mehr mit der Politik meiner Partei einverstanden erklären konnte, dann wollte ich auch dazu stehen und das klar zum Ausdruck bringen.

Diesen Schritt betrachtete ich als folgerichtig wegen des verlorengegangenen Vertrauens zu unserer Parteiführung. Er änderte aber weder etwas an meiner Haltung zu unserer Republik noch an meiner prinzipiellen Einstellung zur Idee des Sozialismus, zu der ich noch heute stehe. Nach wie vor bin ich überzeugt von der Notwendigkeit und Richtigkeit des „Umdenkens vom ICH zum WIR“.
Deutlicher, als seit der Wende, konnten wir m. E. nicht erkennen, dass nahezu alles, was wir über die Klassengesellschaft des Westens gelernt hatten, nicht falsch war.
Aber auch nicht alles, was bei uns praktiziert wurde, konnte dazu dienen, die Bevölkerung zu begeistern.
Somit konnte die These „Die Idee wird zur materiellen Gewalt, sobald sie die Massen ergreift“, auch nicht wirksam werden.



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Re: Erlebnisse aus meiner Dienstzeit

[329 / 377]

Beitragvon Thommy206 » Donnerstag 13. November 2014, 17:08

stolteraa hat geschrieben:...Am nächsten Morgen nahm ich mein Parteimitgliedsbuch, ging in der Dienststelle sofort zum Leiter unserer Politabteilung, legte ihm mein Dokument auf den Tisch und erklärte meinen Parteiaustritt...

In diesem Zusammenhang würde mich dann die Haltung und Reaktion der Militärführung zu diesen Entwicklungen interessieren.
Das P-Buch zurück geben, war doch sicher auch Ende 1989 (noch) nicht ganz einfach, da gerade von höheren Dienstgraden immer noch eine unerschütterliche Linientreue erwartet wurde, oder ?? (pers. Vermutung von mir, da ich es nicht anders weiß).
mit kameradschaftlichem Gruß
___________________________
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Re: Erlebnisse aus meiner Dienstzeit

[330 / 377]

Beitragvon bitti » Donnerstag 13. November 2014, 21:01

Thommy206 hat geschrieben:
stolteraa hat geschrieben:In diesem Zusammenhang würde mich dann die Haltung und Reaktion der Militärführung zu diesen Entwicklungen interessieren.
Das P-Buch zurück geben, war doch sicher auch Ende 1989 (noch) nicht ganz einfach, da gerade von höheren Dienstgraden immer noch eine unerschütterliche Linientreue erwartet wurde, oder ?? (pers. Vermutung von mir, da ich es nicht anders weiß).


Meinst du, die Militärführung hatte zu diesem Zeitpunkt in dieser Richtung noch große Handlungsmöglichkeiten? Es hatte sich schon in den Parteiaussprachen die im späten Frühjahr/Sommer begannen gezeigt, dass die Stimmung bei weitem nicht die war für die man sie hielt. Der jahrelange Ingnoriermodus wenn es um die Kritik ging (Selbstkritik war ja immer erlaubt) rächte sich jetzt. Aber auch da war man noch nicht in der Lage oder nicht bereit etwas zu ändern. Meine Aussprache hat man abgebrochen und der Fortsetzung kam dann die Geschichte zuvor.

Ich bin, wenn auch mit nicht ganz so hohem Dienstgrad, auch um diese Zeit aus der SED (es gab ja noch andere Parteien, daher schreibe ich nicht Partei) ausgetreten. Wie stolteraa, habe ich mein Mitgliedsbuch selbst abgegeben und so mit auch nach außen hin deutlich meine Stellung bezogen. Man meinte dann allen Ernstes, ich müsse noch zur nächsten Parteiversammlung kommen und mich rechtfertigen. Das wollte mir einer sagen, der so SED treu war und dabei die Pressekonferenz seiner Partei am 9.11.89 so verinnerlicht hatte, dass er am nächsten Morgen von der Grenzöffnung überrascht war (und später in meinem Garnisonsdorf für die CDU kandidierte).

Natürlich habe ich die Einladung zur Versammlung nicht angenommen und es gab dann auch keine weiteren Bemühungen mich von meiner Entscheidung abzubringen.



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