Nutzung der Maschinenanlagen auf Proj. 206

:steuermann: Hier ist der Platz für Anekdoten (Begebenheiten) aus der aktiven Zeit bei der VM, die nicht in Vergessenheit geraten sollten

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Re: Nutzung der Maschinenanlagen auf Proj. 206

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Beitragvon stolteraa » Mittwoch 27. Januar 2016, 19:48

Siggi811 hat geschrieben:... ansich war der Mot wechsel ne normale arbeit, aber die Probleme steckten eben im kleinen ;-)
angefangen mit zu wenig schaubenschlüssel...

Hallo Seeleute, bin auch einmal wieder anwesend und habe noch eine Bemerkung dazu.
Am günstigsten für die Besatzung war es, wenn ein Maschinenwechsel planmäßig während der großen Werftliegezeit erfolgte. Dies erlebten wir mit der 813 in der PWW - das Personal des Reparatursektors der Werft führte die Arbeiten aus, die Besatzung half dabei: vorhandene Seeleute bei der Montage der Aufbauten, das GA-V-Personal an den Maschinen (konnten sie doch den Werftarbeitern dabei gut auf die Finger sehen und sich so manchen Trick abschauen).
Als zum Abschluß der Werftliegezeit die Motoren wieder installiert wurden, wieder die gleiche Arbeitsteilung, nur mit noch wesentlich mehr Aufmerksamkeit unserer Maschinisten.

Die Überführung zum Bug diente im Interesse der Einsparung von Motorenbetriebsstunden gleichzeitig der Maschinenerprobung. Wir hatten unsere "große Insel" kaum an Backbord querab, als eine der neuen (überholten) Maschinen den Geist aufgab und wir - völlig unplanmäßig - kehrt machten und statt mit voller Fahrt heimwärts mit nur zwei Maschinen nach Wolgast zurück tuckelten.

Während der anschließenden Arbeiten zum Decksabbau und späteren -aufbau konnte man voll den "ökonomischen Hebel" unserer Werftkollegen im Reparatursektor erleben: Es war ja alles da: genügend Werkzeug und Personal. Sämtliche nagelneuen (und teuren) "Eisenfresserschauben", die vor wenigen Tagen beim ersten Aufbau des Deckshauses erst im Lager empfangen wurden, sollten nach Meinung der Kollegen zum größten Teil beim erneuten Abbau einfach über Bord geworfen werden. Die Bemerkungen, dass diese Spazialschrauben nicht gerade billig, schwer zu haben und problemlos für den Wiederaufbau zu nutzen wären, wurden abgetan mit der Bemerkung, dass sie jedesmal neue Schrauben zu nehmen hätten und genug davon da wären. Glücklicherweise fand ich kurzfristig ein kleineres Behältnis, um wenigstens einige dieser Schrauben vor der Peene zu retten und denke noch heute an die freundlichen Kollegen, die sie mir überließen.



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Re: Nutzung der Maschinenanlagen auf Proj. 206

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Beitragvon bitti » Mittwoch 27. Januar 2016, 20:35

Hannes53 hat geschrieben:Hallo Bitti,
die Anzahl der Motorbetriebsstunden waren meiner Erinnerung nach bis zu jeder Instandsetzung 600. Pro Ausbildungsjahr waren 150 Stunden geplant.
Gruß!
Hannes


Bezüglich der Betriebsstunden habe ich hier das aufgeschrieben, was in der Vorschrift zum Motor stand. Ich habe dazu die letzte verfügbare aktuelle Vorschrift A 205/1/215 Motor M 503 A - Nutzung in der Bundeswehrbibo in Strausberg eingesehen. Dort waren auch alle Änderungen eingearbeitet.

Zum Zweiten Punkt bezüglich der Stunden pro Ausbildungsjahr hab ich die Quelle auch genannt.

Wenn du anders kennst, ist eventuell die Vorschrift doch nicht vollständig geändert worden bzw. in der genannten Chronik der 6. Flottille wurden damals falsche Angaben gemacht.

Wenn es dazu andere Quellen gibt mit anderen Aussagen, können wir gern darüber diskutieren.



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Re: Nutzung der Maschinenanlagen auf Proj. 206

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Beitragvon Eddy » Mittwoch 3. Februar 2016, 22:27

Ein Maschinenwechsel wurde generell im Stützpunkt unter dem Kran durchgeführt. Egal ob RS- oder TS-Boot, das Oberdeck musste teilweise runter und alle Verbindungen im Boot zur Maschine gelöst werden. Dann kam die Aufgabe der I-Basis 6 die Maschine aus dem Boot zu heben, auf einen Transportwagen zu stellen, diese zu sichern und ab ging es in die Grundwerkstatt. Der Wagen hatte übrigens Hartgummireifen, Luft wäre zu riskant gewesen bei dem zu transportierenden Gewicht. Hier wurde die Maschinen für den Transport nach Wurzen vorbereitet. Für die neu einzusetztende Maschine war der genau umgekehrt.
Ich nutze mal hier Fotos vom Wechsel beim RS-Boot 752. Auf dem zweiten Foto sind rechts Teile des abgenommenen Oberdecks zu sehen. Im Hintergrund läuft die Verschrottung von LTS-Booten 63.300.
Maschinenwechsel (2).jpg
Maschinenwechsel (1).jpg

Motorenwechsel (1).jpg
Scannen0119.jpg


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