25 Jahre danach (Mauerfall)

:steuermann: Hier ist der Platz für Anekdoten (Begebenheiten) aus der aktiven Zeit bei der VM, die nicht in Vergessenheit geraten sollten

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Re: 25 Jahre danach (Mauerfall)

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Beitragvon Berlimann » Dienstag 11. November 2014, 17:26

Hallo Eddy,
du sprichst mir aus der Seele, genau so habe ich es auch erlebt.
1990 (mit 40 Jahren) habe ich mein Leben noch mal neu sortiert.
Heute bin ich Renti und erfreue mich jeden Tag meiner Möglichkeiten.
Schöne Grüße der Berlimann



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Re: 25 Jahre danach (Mauerfall)

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Beitragvon Hauck » Dienstag 11. November 2014, 18:21

Hallo Hannes53


Nach der Wende habe ich versucht im Osten eine vernünftige Arbeit zu finden, was oft daran scheiterte, daß ich in der VM war. Da blieb nur die Möglichkeit in die alten Bundesländer zu gehen und neu anzufangen. Hier konnte man sogar mit meine Kenntnissen und Erfahrungen etwas anfangen. Natürlich setzte das voraus, daß ich vom Nordosten Deutschlands in den Südwesten zog, in Kilometern 1000.
Ich kann hier meine Meinung als „Ossi“ recht offen zu allen Problemen vertreten. Die Meinung wird akzeptiert, aber nicht unbedingt immer als richtig erkannt. Die Vorurteile hier im Südwesten gegenüber dem Norden sind manchmal stärker. Aber bei der wirtschaftlichen Lage hier ist das auch teilweise verständlich. Schwaben und Badener sind schon von sich sehr überzeugt.
Daher gilt für mich – in drei Jahren in die Rente und immer stolz auf die eigene Geschichte zu sein.
Wir haben kein Grund uns zu verstecken!


Mir ging und geht es genauso wie Du schreibst, :ahoi:

Gruß aus Bretten,
Hauck
Ein Volk, das keine Vergangenheit haben will, verdient auch keine Zukunft.

Alexander von Humboldt



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Re: 25 Jahre danach (Mauerfall)

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Beitragvon hewe541 » Dienstag 11. November 2014, 19:46

Hallo Horst A, Du hast schon recht, der Wechselkurs ging immer rauf und runter. Ich habe ihn so in Erinnerung. Das muß ja auch nicht genau stimmen. Mit dem 1. Monatslohn war es 1958. Bis 1961 sind wir noch öfters nach HO-Gesundbrunnen gefahren.



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Re: 25 Jahre danach (Mauerfall)

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Beitragvon strandmeister » Samstag 15. November 2014, 09:06

Ich war zu der Zeit Marinesoldat der anderen Feldpostnummer, wir haben das Geschehen in der damaligen DDR und Ungarn beobachtet und hatten Respekt vor der Macht und den Mut des Volkes gehabt.

Uns wurde immer erzählt der Feind kommt aus dem Osten und hatte meistens immer die Farbe "Rot" gehabt. Nach der Wende hieß es plötzlich das sind eure Ostdeutschen Kameraden, was uns und wahrscheinlich euch auch in der ersten Zeit sehr schwer gefallen war. Ein paar Kameraden und Ich wurde 1990 für 3 Monate nach Waremünde versetzt, für mich persönlich habe ich das als "Strafe" empfunden. Aber nach und nach hatte man sich mit den "Ostdeutschen" Kameraden angenähert zumindest den Mannschaftsdienstgraden und Unteroffzieren. Mit den Offizieren wollten wir nichts wissen, da uns gesagt wurde, dass die Offiziere zum grössten Teil in der Partei waren.

In den Gesprächen mit den "Ostdeutschen" Kameraden stellte sich heraus, dass wir doch "gleich" waren, mit den gleichen Sorgen und Nöten. Ich persönlich muss sagen, das ich die 3 Monate nachher nicht mehr als "Strafe" empfunden habe, sondern als Bereicherung
Ich hatte keinen Truppenausweis, ich war stolzer Besitzer einer Mitgliedskarte der Marine



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Re: 25 Jahre danach (Mauerfall)

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Beitragvon elagtric » Samstag 15. November 2014, 10:47

Mit einem mal war Ellbogen angesagt, bewußtes schüren von Uneinigkeit, Mißgunst, Fehler an der Arbeit anderer zu entdecken und an der richtigen Stelle anbringen waren angesagt Ironiemodus an wie im Bundestag Ironiemodus aus .


klassenkampf, ganz simpler, den es zu DDR-zeiten nicht wirklich gab. wir waren ja eigentlich drüber hinweg. deshalb konnte man uns auch so billig vereinnahmen

I
irgenwann hatte man sich aber auch darauf eingestellt und das Beste daraus gemacht.


jo, das war wohl unsere grösste schwäche.

die ellenbogengesellschaft stank aus allen hufen, aber sie war bunt. mich ärgert meine selbsteinschätzung ja selber, aber : in der masse waren wir hilflose opportunisten. die lage war halt so, also das beste draus machen ....

weiss nimmer, wer das geschrieben hat, aber sinngemäss lautete es : (gesellschaftlicher) fortschritt stirbt immer erst ein paar mal, bevor er sich wirklich durchsetzt. das macht hoffnung.

bis dahin kann es kein fehler sein, sich an M/E/L zu halten. selbst unter einer dicken staubschicht bietet jeder einzelne von denen mehr als merkel, gauck & guido knopp zusammen mal zehn hoch vier.

wieder ein sinngemässes zitat , passend auf die "wiedervereinigung" :

betrügst du mich einmal, schande über dich !
betrügst du mich ein zweites mal, schande über mich ...

wir lebten eine alternative zum kapitalismus. glaube kaum, dass sich da wer wirklich dafür schämt. heute sterben bei aller freiheit hunderte flüchtlinge vor der "festung europa", demonstrationsfreiheit bedeutet, sich zur not das augenlicht per wasserwerfer ausschiessen zu lassen und die bis zum gehtnichtmehr ausgeschlachtete "staatssicherheit der DDR" dürfte im sumpf von NSA, CIA, NSU, "Verfassungsschutz" usw usf. doch eigentlich im seichten boden der bedeutungslosigkeit versinken.

1933 - 1945, mahnmal für beteiligte zeitzeugen, verschwindet immer mehr im bewusstsein der "deutschen", aber die DDR wird wachgehalten wie der leibhaftige ... so blöd kann doch kein ganzes volk sich so einfach zusammenpressen lassen !

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Re: 25 Jahre danach (Mauerfall)

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Beitragvon Eddy » Samstag 15. November 2014, 11:10

Hallo @strandmeister,
so wie Du es schreibst ist es auch vielen ehemaligen Angehörigen der NVA und damit auch der Volksmarine ergangen. Wobei die Probleme in den einzelnen Dienstgradgruppen sicher sehr unterschiedlich waren. Ich möchte hier sogar die Teilstreitkräfte differenzieren wollen. Grenzer und Marine "kannten" sich ja schon lange vom Sehen und "ungewollten Kontakten". Bei der Luft und den Landstreitkräften war das etwas anders.
Als 1990 Schnellboote der BuMa bei uns im Stützpunkt Bug einliefen und wir zur Begrüßung am Pier standen hatte ich ein sehr komisches Gefühl, das Gefühl des "Besiegten", das Gefühl der Ohnmacht, das Gefühl der Ungewissheit. Jahrelang hatte man uns eingebleut, unter dieser Flagge fahren unsere Gegner, die es gilt aufzuhalten und zu schlagen. Die Formulierung unserer Hauptaufgabe, ich lasse mal allen politischen Schmus rundum weg, lautete im markantesten Satz: "Vernichtung des Gegners auf eigenen Territorium!" Mit diesem Gedanken im Hinterkopf empfängt man diese "Gegner" im eigenen Hafen. Kurz gesagt: Nach dem Festmachen und der offiziellen Begrüßung durch den noch FCH bekam ich die Aufgabe die Besatzungen am späten Nachmittag auf der Kegelbahn in Dranske zu betreuen. Natürlich konnten nicht alle Besatzungsmitglieder daran teilnehmen, dazu war die Kegelbahn nicht ausgelegt. Während dieser gemütlichen und sportlichen Gesprächsrunde empfand ich bald Signale der Übereinstimmung im maritimen Bereich. Man wollte anfangs gar nicht glauben, dass ich Fregattenkapitän sei, weil ich in zivil die Betreuung durchführte. Auf der Kegelbahn war ich eben kein Offizier sondern ein Mitglied der Sektion Kegeln von Dranske. Es wurde ein sehr aufschlussreicher Nachmittag, der sich bis zum Abend hinzog. Natürlich wurden mir nach dem "Warmwerden" eine Menge Fragen gestellt aber ich hatte auch welche. So fanden wir uns irgendwie zusammen und schlossen mit der Gewissheit, dass sich völlig heute Wege für Deutschland ergeben werden, die wir als Mariner nicht beeinflussen können.
Eddy
"Tradition pflegen heißt nicht Asche aufbewahren sondern eine Flamme am Leben erhalten!"

Berndt Borrmann, Fregattenkapitän a.D.
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Re: 25 Jahre danach (Mauerfall)

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Beitragvon mechaniker » Samstag 15. November 2014, 17:40

elagtric hat geschrieben:
Mit einem mal war Ellbogen angesagt, bewußtes schüren von Uneinigkeit, Mißgunst, Fehler an der Arbeit anderer zu entdecken und an der richtigen Stelle anbringen waren angesagt Ironiemodus an wie im Bundestag Ironiemodus aus .


klassenkampf, ganz simpler, den es zu DDR-zeiten nicht wirklich gab. wir waren ja eigentlich drüber hinweg. deshalb konnte man uns auch so billig vereinnahmen

I
irgenwann hatte man sich aber auch darauf eingestellt und das Beste daraus gemacht.


jo, das war wohl unsere grösste schwäche.

die ellenbogengesellschaft stank aus allen hufen, aber sie war bunt. mich ärgert meine selbsteinschätzung ja selber, aber : in der masse waren wir hilflose opportunisten. die lage war halt so, also das beste draus machen ....

weiss nimmer, wer das geschrieben hat, aber sinngemäss lautete es : (gesellschaftlicher) fortschritt stirbt immer erst ein paar mal, bevor er sich wirklich durchsetzt. das macht hoffnung.

bis dahin kann es kein fehler sein, sich an M/E/L zu halten. selbst unter einer dicken staubschicht bietet jeder einzelne von denen mehr als merkel, gauck & guido knopp zusammen mal zehn hoch vier.

wieder ein sinngemässes zitat , passend auf die "wiedervereinigung" :

betrügst du mich einmal, schande über dich !
betrügst du mich ein zweites mal, schande über mich ...

wir lebten eine alternative zum kapitalismus. glaube kaum, dass sich da wer wirklich dafür schämt. heute sterben bei aller freiheit hunderte flüchtlinge vor der "festung europa", demonstrationsfreiheit bedeutet, sich zur not das augenlicht per wasserwerfer ausschiessen zu lassen und die bis zum gehtnichtmehr ausgeschlachtete "staatssicherheit der DDR" dürfte im sumpf von NSA, CIA, NSU, "Verfassungsschutz" usw usf. doch eigentlich im seichten boden der bedeutungslosigkeit versinken.

1933 - 1945, mahnmal für beteiligte zeitzeugen, verschwindet immer mehr im bewusstsein der "deutschen", aber die DDR wird wachgehalten wie der leibhaftige ... so blöd kann doch kein ganzes volk sich so einfach zusammenpressen lassen !

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......ja es ist leider so!!! Gleich nach dem "Umsturz" las ich in Greifswald einen an einer Hauswand gemalten Spruch : " Deutsche ihr habt gewählt, nun haltet das Maul". Ja, es wurde leider so und nicht anders gewählt.
Alles was ein Loch hat, muss nicht unbedingt kaputt sein.



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Re: 25 Jahre danach (Mauerfall)

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Beitragvon stolteraa » Samstag 15. November 2014, 19:19

Wo du recht hast, hast du recht. Trotzdem will ich nicht den gesamten Beitrag kommentieren, sondern nur das letzte des letzten Satzes:
elagtric hat geschrieben:... 1933 - 1945, mahnmal für beteiligte zeitzeugen, verschwindet immer mehr im bewusstsein der "deutschen", aber die DDR wird wachgehalten wie der leibhaftige ... so blöd kann doch kein ganzes volk sich so einfach zusammenpressen lassen !...


Doch man kann und das hatte bereits Napoleon erkannt, der schrieb:
„Es gibt kein gutmütigeres, aber auch kein leichtgläubigeres Volk als das deutsche – Zwiespalt brauchte ich unter ihnen nicht zu säen. Ich brauchte nur meine Netze aufzuspannen, dann liefen sie wie ein scheues Wild hinein. Untereinander haben sie sich gewürgt, und sie meinten, damit ihre Pflicht zu tun.
Törichter ist kein andres Volk auf der Erde. Keine Lüge kann groß genug ersonnen werden, die Deutschen glauben sie. Um eine Parole, die man ihnen gibt, verfolgen sie ihre Landsleute mit größerer Erbitterung als ihre wirklichen Feinde.“ (Quelle unbekannt)



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Re: 25 Jahre danach (Mauerfall)

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Beitragvon stolteraa » Samstag 15. November 2014, 19:24

Eddy hat geschrieben:...Als 1990 Schnellboote der BuMa bei uns im Stützpunkt Bug einliefen und wir zur Begrüßung am Pier standen hatte ich ein sehr komisches Gefühl, das Gefühl des "Besiegten", das Gefühl der Ohnmacht, das Gefühl der Ungewissheit. ...

Solche Gefühle kenne ich, sogar "zweiseitig": Ich hatte eine Gelegenheit, bei der empfand ich ein wirklich gutes Gefühl, bei der zweiten ging es mir mindestens so wie dir. In Kürze komme ich bei den Spezialisten auf beide zu sprechen.



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Re: 25 Jahre danach (Mauerfall)

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Beitragvon stolteraa » Samstag 15. November 2014, 20:05

elagtric hat geschrieben:...
irgenwann hatte man sich aber auch darauf eingestellt und das Beste daraus gemacht.


jo, das war wohl unsere grösste schwäche.... mich ärgert meine selbsteinschätzung ja selber, aber : in der masse waren wir hilflose opportunisten. die lage war halt so, also das beste draus machen ...


Es war nicht nur deine Selbsteinschätzung so. Ich erlebte in den 90er Jahren in Hamburg eine Episode, die weniger Hilflosigkeit, sondern schon "Unterwürfigkeit" darstellte. Eine Frau mittleren Alters bewarb sich in einem alteingesessenen Konzern im Rahmen eines Assessmentcenters (Eine Art ein- oder mehrtägiger Belastungs- und Streßbewältigungstest, mit dem Konzerne potentielle Führungskraftanwärter überprüfen) um eine Tätigkeit. Ich war dieses Mal in der Prüfungskommission für die Einschätzung Selbstdarstellung, Lebenslauf, Leistungsfähigkeit etc. zuständig, sie musste mich für einen "Wessi" halten.
Die Frau hatte keine Oberschule besucht, sondern ihr Abi später über die ABF (Arbeiter- und Bauern-Fakultät) nachgeholt, dann studiert, es über verschiedene Funktionen bis zur Betriebsleiterin eines mittleren Betriebes gebracht (ohne Parteizugehörigkeit) und diesen Betrieb mit etwa 300 Mitarbeitern bis zur Wende erfolgreich geführt.
Ihre Selbstdarstellung und Lebenslauf strotzte nur so von "...das war bei uns so...", "das kannten wir nicht...", "ich konnte nicht...","ich weiß nicht...", ...
Ich hatte noch nie im Leben soviel Selbstmißachtung, mangelndes Selbstvertrauen, Hilflosigkeit oder gar Unterwürfigkeit erlebt und brachte es nicht fertig, die Frau so gehen zu lassen. Ich fragte sie, weshalb sie sich so schlecht mache, auf ihre Leistungen nicht stolz sei und ihr Können zur Sprache brächte. Sie schaute mich so verständnislos an, dass ich die Höhepunkte ihrer beruflichen Entwicklung noch einmal betonte und ihr bei dieser Gelegenheit erklärte, dass ich Rostocker bin. Der Frau liefen die Tränen nur so über das Gesicht und sie meinte "Sehen Sie das so? Das hat mir noch keiner gesagt!" Sie hat den Job bekommen.
Es ging also nicht immer darum, das "Beste daraus zu machen", sondern sich klar zu werden, was man kann und sich möglichst gut zu verkaufen.
... bis dahin kann es kein fehler sein, sich an M/E/L zu halten. ...
...und zu überlegen, will ich "Amboß oder Hammer" sein.
Einer der ganz klugen jungen Offiziere, die uns 1990 Bundeswehr lehrten, sagte mir einmal "In der freien Wirtschaft verdient jeder das, was er verdient!" Den Spruch habe ich mir gemerkt!
Nicht umsonst soll "Das Kapital" eines der nicht nur meistgelesenen, sondern meiststudierten Wälzer westlicher Ökonomiestudenten sein.



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