25 Jahre danach (Mauerfall)

:steuermann: Hier ist der Platz für Anekdoten (Begebenheiten) aus der aktiven Zeit bei der VM, die nicht in Vergessenheit geraten sollten

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Re: 25 Jahre danach (Mauerfall)

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Beitragvon Torpedomechaniker » Samstag 15. November 2014, 22:41

:ahoi: Kameraden,
friedliche Revolution und Mauerfall hin oder her,tut sich mir
die Frage auf.War das Einlaufen des "Klassenfeindes" in unseren
Stützpunkt nicht doch irgendwie eine Demütigung sondergleichen?
Ich bin heute froh,daß ich 1989 nicht gedient habe und die Übergabe
mit machen mußte.Ich kann mir vorstellen,daß die Offiziere und
Berufsunteroffiziere die in der NVA ihr Brot verdienten plötzlich in ein
tiefes Loch fielen,denn die meisten wurden ja nicht in die Bundeswehr
übernommen.



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Re: 25 Jahre danach (Mauerfall)

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Beitragvon Obermaat Loeckelt » Montag 17. November 2014, 02:31

:streichel: Hallo Kameraden,

wenn ich die Beiträge so lesen, hat jeder doch sehr individuelle Erfahrungen und Erinnerungen an jene Denkwürdigezeit 1989 und Ihre Auswirkung auf das weitere Leben.
Nach meiner Zeit bei der VM bin ich direkt zur Volkspolizei auf dem Flughafen Berlin Schönefeld gewechselt.
Wurde dort als Hauptwachtmeister eingestellt und einer Jugendschicht zugeteilt worden.
Nach einer Zeit der Ausbildung und Persönlichkeitsfindung wurde ich zum Meister befördert und habe den Posten eines APO Sekretärs in eben dieser Jugendschicht [gewählt] übernommen.
War nicht immer ganz einfach aber eine schöne Zeit. Von September 1988 bis August 1989 besuchte ich dann im Direktstudium die Bezirksparteischule der SED von Berlin.
Hier war ich in einer Seminargruppe mit meinen, damals fast 30 Jahren der Älteste. Nun könnt Ihr Euch sicher vorstellen, wie hier die Diskussionen abgelaufen sind. Sehr ehrlich, aufgeschlossen und Tabu los gegenüber den alten Männern im Politbüro.
Hat uns einige Maßregelungen und vereinzelnde Strafen eingebracht, wir waren aber nicht zu entmütigen, die Partei und die DDR von innen heraus zu verbessern.
Während den Wahlen 1989 haben wir durch Auszählkontrollen in ausgewählten Wahlbüros die Wahlfälschung festgestellt und waren aller Illusionen der Aufrichtigkeit unserer Parteiführung beraubt. So sind wir dann im weiteren Verlauf des Studiums aufgetreten. Alles wurde hinterfragt. Hat zu zwei Parteiausschlüssen und drei strengen Rügen in der Seminargruppe geführt.
Habe die Prüfungen trotzdem bestanden und bin in meine Dienstschicht zurückgekehrt und durfte hier die feierliche Parteiversammlung zum 40. Jahrestag vorbereiten.
Diese wurde dann im Zeichen der aktuellen Entwicklung natürlich eine sehr aufregende für Alle Seiten. [Später bei Sichtung meiner Akte in der "Gauckbehörde" konnte ich die Schlußfolgerungen aus dieser Versammlung lesen : "... es ist mit allen dienstlichen Mitteln (auch einer Versetzung) eine erneute Kandidatur zum APO Sekretär zu verhindern...").
Im Oktober 89 habe ich dann im Wohngebiet aktiv mit Gleichgesinnten Genossen an dem Aufbau eine funktionieren Parteizelle/Gruppe gearbeitet.
Im Sommer 1990 bin ich dann mit weiteren Genossen aus der PDS im Streit mit der Kreisleitung Berlin Lichtenberg ausgetreten.
Wie ging es in der Wendezeit beruflich weiter, in Vorbereitung auf die Vereinigung wurden alle Angehörigen der Polizei am Flughafen Schönefeld, die 1990 das 55 Lebensjahr vollendeten in den Vorruhestand geschickt.
Alle anderen durften einen 32 Seitigen Fragebogen ausfüllen. Dann erfolgte die Siebung. Früher bei der Grenztruppe, Felix Dzer.., Politoffizier, hauptamtliche FDJ und Parteifunktionäre wurde entlassen mit kleinen Abfindungen. IM und hauptamtliche MfS Mitarbeiter mussten ohne Abfindung gehen. Dann kam der Vereinigungstag und wir durften keine Dienstgrade und Dienstwaffen mehr tragen. Für die Dienstwaffen gab es eine Schulung in die Bundesdeutsche Waffengrauchsvorschrift (gab keine Unterschied zu unserer), dann durften wir wieder unsere Dienstwaffen im Dienst tragen und nannte uns nun Bedienstete im Bundesgrenzschutz Ost. In jeder Schicht waren zwei BGS Mitarbeiter aus Frankfurt am Main eingesetzt, die dann auf unsere Hinweise hin die Personenkontrollen etc. gemacht haben da wir keine hoheitliche Aufgaben war nehmen durften.
Im Dezember 1990 kam dann der Bestätigte Stellenplan aus Bonn und der amtierende Direktor des BGS Ost lud uns zu einer Personalversammlung ein und teilte uns mit das weitere 70 Mitarbeiter gehen müssen. Jetzt traf es mich auch. Es wurde alle bis 30 jährige mit maximal einem unterhaltspflichtigen Kind gekündigt.
Kleines Handgeld und ab.
So fand ich meinen Weg zum privaten Sicherheistdienst, wo ich bis heute tätig bin.
Politisch interessiert aber in keiner Partei oder Vereinigung (ausser der Gewerkschaft) mehr aktiv oder organisiert.
Schöne Grüße aus Schwerin
Roland

FC Hansa für immer mein Verein des Herzen.
gespielt bei der ISG Schwerin - Süd [Jugend und Junioren]
01.11.78 - 30.09.79 TUS in Prora [Funkmechanikerausbildung - mittlere Leistung bis 1 KW]
01.10.79 - 31.10.81 6. Flotille 9. LTSB - H 98 als Obermaat der Reserve ausgeschieden.
01.11.81 - 31.12.90 Flughafen Berlin Schönefeld, als Meister der Volkspolizei ausgeschieden.
Ab diesem Zeitpunkt im Privaten Sicherheitsgewerbe tätig.



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Re: 25 Jahre danach (Mauerfall)

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Beitragvon elagtric » Dienstag 18. November 2014, 21:05

stolteraa hat geschrieben:
... bis dahin kann es kein fehler sein, sich an M/E/L zu halten. ...
...und zu überlegen, will ich "Amboß oder Hammer" sein.
Einer der ganz klugen jungen Offiziere, die uns 1990 Bundeswehr lehrten, sagte mir einmal "In der freien Wirtschaft verdient jeder das, was er verdient!" Den Spruch habe ich mir gemerkt!
Nicht umsonst soll "Das Kapital" eines der nicht nur meistgelesenen, sondern meiststudierten Wälzer westlicher Ökonomiestudenten sein.


das erstaunliche an marx ist ja auch, dass bei allem gegenfeuer bisher noch nie jemand so recht seine ausarbeitungen "an die wand" stellen konnte. freilich liesst auch der klassenfeind, um zu lernen, aber ich denke, marx ist ein kleinster gemeinsamer nenner. da stak eine menge arbeit darin, und sein unbestreitbarer vortei war doch jede abwesenheit von ideologie ... streng die gesetze analysiert, die uns beherrschen.

dass viele seinen ausarbeitungen abgeschworen haben, seis aus not oder was auch immer ... ändert doch nix an seinen erkenntnissen. nix, nicht die bohne !

die suche nach dem "perpetuum mobile" ist ein ähnlicher versuch, jemandes erkenntnisse nicht glauben zu *wollen* ... das geht nur solange gut, bis jemand daherkommt, der an dem alten, verkrusteten zeugs rüttelt.

der beerdigung seiner ideen sehe ich dementsprechend traurig entgegen. man kann niemanden zwingen, sein los zu erkennen, so überbeschissen deutlich es auch an den tag drängt.

ein "marx statt gauck" würde mir da fast schon genügen ;)
mfg, thomas rohnfeld (eLAGtric)



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Re: 25 Jahre danach (Mauerfall)

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Beitragvon Kennedy » Mittwoch 19. November 2014, 00:02

Eddy hat geschrieben:...
ich habe lange darüber nachgedacht ob es sich lohnt zu diesem Thema etwas zu schreiben. Die ganze Jubilei rund um den Mauerfall kann ich voll verstehen, auch wenn sie mir völlig auf den Nerv geht. Was haben wir als Berufssoldaten eines Staates, den es nicht mehr gibt von dieser Vereinigung gehabt? Wir wurden vom eigenen Volk verdammt, wurden als Mitglieder der Partei, die das alles verursacht hat, ausgegrenzt. Noch heute wird man von sogenannten "Revolutionären" schräg angesehen.
Gut, wir haben unsere Pflicht getan, waren, wie Du schreibst, wenig intensiv informiert. Sicher auch so von der Führung gewollt. Das uns Theo Hoffmann in dieser Zeit als Chef vorstand, betrachte ich heute als "Gottes Segen", obwohl ich von Gott nichts erwarte. Er war der Richtige am richtigen Platz.

Nach 25 Jahren kann ich mich zurücklehnen und sagen, Du hast nicht alles richtig gemacht aber Du brauchst Dich auch nicht zu verstecken.
Aber feiern werde ich deshalb heute nicht, weil es eben zu viele Ungereimtheiten gibt in diesen demokratischen Staat. Und ein Pfaffe hat meine Dienstzeit beendet, was ihm nicht zustand. Deshalb bin ich heute noch total intolerant geben Kirche & Co.

Das ist aber nett, lieber Eddy, dass Du mich dennoch im Forum duldest, wo ich doch im Februar 1966 in voller Uniform in der kleinen Paulus-Kapelle in Dranske konfirmiert worden bin.
Eddy hat geschrieben:Ich betrachte die Kirchen als Baudenkmäler der Geschichte aber mehr auch nicht.

Als einer vom GA I wage ich zu ergänzen: Kirchen sind auch terrestrische Seezeichen.

Eddy hat geschrieben:Ich bin halt etwas verschnupft bei diesem Thema, aber es tut auch mal gut Dampf abzulassen.

Mach das bitte regelmäßig, denn das ist gesund.

Gruß, Kennedy


Schwarzer Humor ist besser als gar keiner.



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Re: 25 Jahre danach (Mauerfall)

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Beitragvon Eddy » Mittwoch 19. November 2014, 18:33

OK Hartmut,
ich habe sicher wieder in Deinen Augen etwas zu heftig gegen die Kirche geschrieben. Aber in meinem Leben ist nun mal kein Platz dafür, außer, dass ich mir diese Bauten mit Interesse ansehe. Speziell im katholischen Bereich der deutschsprachigen Länder.
Hartmut,
Du warst und bist ja auch ein ganz anderer Typ als Eppelmann. Du hast als Spezialist an Bord gedient, die hast alle Höhen und Tiefen der Entwicklung in Deinen drei Jahren mitgemacht, Eppelmann war Verweigerer. Das ist das, was mich so anstinkt und dass er die Macht bekam, uns zu exen. Seine Scheinheiligkeit hat Versprechungen geäußert, die alle im Wind verhallt sind.
Gruß Eddy
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Re: 25 Jahre danach (Mauerfall)

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Beitragvon stolteraa » Mittwoch 19. November 2014, 20:02

Eddy hat geschrieben:... Das ist das, was mich so anstinkt und dass er die Macht bekam, uns zu exen. Seine Scheinheiligkeit hat Versprechungen geäußert, die alle im Wind verhallt sind...

Moin Eddy. Frage: Kennst du den Erlkönig von Goethe? Da sagt der Vater zu seinem Sohn: "...sei ruhig, bleibe ruhig, mein Kind, in dürren Blättern säuselt der Wind..." Ich möchte jetzt einmal der Vater sein (grins, grins).
Du bist einer, der sich mit sagenhaftem Engagement in unserem Forum um Inhalte, Erkenntnisse und (N)Etikette bemüht :genau:. Lass dich doch nach 25 Jahren nicht so sehr wegen Gedanken und Umständen deines früheren Lebens aus "der Hütte locken", die zwar (leider) nicht verjährt, aber weder zum damaligen Zeitpunkt, noch heute zu beeinflussen oder zu ändern sind. Wir alle, die wir ...zig Jahre unseres Lebens für unsere Republik und den Frieden gestanden haben, mussten die "Meinungen" von Menschen kennen lernen, die mit dieser unserer Republik, mit der Diktatur des Proletariats, nichts am Hute hatten. Es war nicht nur ein Herr Minister, seine Staatssekretäre waren nicht anders und in dieser Regierungsmannschaft hatten wir nun einmal (mit ganz wenigen Ausnahmen) so gut wie keine Freunde.
Um aber der Wahrheit die Ehre zu geben, müssen wir uns schon die Frage stellen (oder gefallen lassen), wie es überhaupt dazu kommen- und sein konnte, dass dieser ...
Bei den Spezialisten werde ich in eher kürzerer Zeit von einem Erlebnis mit ihm berichten.



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Re: 25 Jahre danach (Mauerfall)

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Beitragvon Kennedy » Donnerstag 20. November 2014, 20:26

Eddy hat geschrieben:OK Hartmut,
ich habe sicher wieder in Deinen Augen etwas zu heftig gegen die Kirche geschrieben. Aber in meinem Leben ist nun mal kein Platz dafür, außer, dass ich mir diese Bauten mit Interesse ansehe. Speziell im katholischen Bereich der deutschsprachigen Länder.
Dennoch Eddy: Wir sollten hier schon differenzierter urteilen. Ich könnte hier jede Menge Beispiele von Menschen aufführen, deren Entwicklung in der DDR wegen ihrer anderen Einstellungen sehr begrenzt war, was sich bis heute auswirkt. Der sozialistischen Idee wurde so schwerer Schaden zugefügt.
Um das geschehene Unrecht gegenüber vielen Menschen (bis hin zu christlichen Kindern, die in manchen Schulen schwer diskriminiert worden sind) haben sich staatstragende Kräfte zu DDR-Zeiten so gut wie nicht gekümmert.- In unserer Brigade war es anders und das lag nicht zuletzt an der prägenden Kraft eines so authentischen Menschen wie Theo Hoffmann .
Dennoch lasse ich mir eine differenzierte Betrachtung nicht nehmen. Als Zeitzeuge haben meine Aussagen dazu beigetragen, dass eine Pionierleiterin im Schuldienst bleiben konnte. Das haben mir dann andere wieder übelgenommen. Manchmal sitzt man eben zwischen allen Stühlen. Übrigens hat bei mir nach 1990 eine PDS_Landesleitung "für zugefügtes Unrecht" um Entschuldigung gebeten.
Hartmut,
Du warst und bist ja auch ein ganz anderer Typ als Eppelmann. Du hast als Spezialist an Bord gedient, die hast alle Höhen und Tiefen der Entwicklung in Deinen drei Jahren mitgemacht, Eppelmann war Verweigerer. Das ist das, was mich so anstinkt und dass er die Macht bekam, uns zu exen. Seine Scheinheiligkeit hat Versprechungen geäußert, die alle im Wind verhallt sind.
Gruß Eddy

OK Eddy, da war der Minister sicher nicht mehr Herr des Verfahrens und auch über Einhaltung und Nichteinhaltung seiner Versprechen haben andere entschieden. Ansonsten bitte ich darum, seinen Weg in der DDR einmal zu verfolgen. Man wollte ihn aus dem Weg räumen!
Gruß Kennedy



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Re: 25 Jahre danach (Mauerfall)

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Beitragvon hewe541 » Sonntag 23. November 2014, 09:47

Hallo Stoltera, mal eine bescheidene Frage. Gibt es im Kreis der Ehemaligen vom Kommando der Volksmarine auch Zusammenkünfte oder Treffen mit Angehörigen?



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Re: 25 Jahre danach (Mauerfall)

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Beitragvon stolteraa » Sonntag 23. November 2014, 22:41

hewe541 hat geschrieben:... Gibt es im Kreis der Ehemaligen vom Kommando der Volksmarine auch Zusammenkünfte oder Treffen mit Angehörigen?

Hallo Heinz, kannst du mir auch eine einfachere Frage stellen?! Um es ganz genau zu beantworten: Jein. Besser weiß ich es nicht. Z. Bsp. in meinem letzten Bereich gibt es dass wohl nicht. Von dem einen oder anderen hörte ich, dass sich einige ehemalige Kameraden treffen, aber nur ohne Angehörige. Vor einigen Jahren erfuhr ich von einem Treffen ehemaliger "Kollegen", meldete Interesse an und seither sehen wir uns 1 oder 2 x im Jahr (ohne Ehepartener). Die meisten sind jetzt über 80 Jahre alt. Mehr weiß ich nicht. Gruß stolteraa



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Re: 25 Jahre danach (Mauerfall)

[40 / 64]

Beitragvon bicke » Montag 24. November 2014, 17:01

Hallo,

zum Mauerfall vor 25 Jahren habe ich aus Sicht als ehemaliger Volkspolizist in einem Grenzkreis (Bayrische Grenze) auch einiges durchstehen müssen.
Mein Streifendienst in der Schutzpolizei war von Jahr zu Jahr zunehmend davon geprägt Grenzverletzungen im Grenzgebiet von Blankenberg/Blankenstein bis Lehesten/Lichtentanne zu verhindern.
Einige Festnahmen habe ich miterleben dürfen, einmal waren es 8 Jugendliche. Ich war zuvor im Einsatz, als eine Cessna aus Westrichtung Kronach kommend in Richtung Jena flog. Zu diesem Zeitpunkt fand ein Ostermarsch im Kreis Lobenstein statt, wo viele Menschen in den Ortschaften unterwegs waren. Als diese Cessna zurück in Richtung Bayern geflogen kam wurde sie von einem russischen Kampfhubschrauber Mi-24 (stationiert in Stelzen bei Tanna/Altkreis Schleiz) abgefangen und beschossen. Die Projektiele schlugen in der Ortschaft Lichtenbrunn ein, wo es fast zu einem tödlichen Treffer einer Frau kam, die ihre Tochter zum Sternmarsch verabschiedete. Ich mußte die Zeugenaussage dieser frau aufnehmen - das möchte ich nie wieder erleben. Nun mit Beginn der Demos in Leipzig zeichnete sich schon ab, dass es mit der DDR bergab geht. Wir wurden in unserer Dienststelle darauf vorbereitet Formationsweise zur Niederschlagung dieser Demos eingesetzt zu werden. In Parteiversammlungen unserer Dienststelle kamen die ersten Ausstritte aus der SED. Am Tage der Grenzöffnung wurde uns gesagt, dass wir in kein Natoland reisen durften. die Schlange der Westbesucher riß nicht mehr ab. Auf der Landkarte nachvollziehbar war die Fahrzeugkollone vom Grenzübertritt Rodacherbrunn zurück über Lobenstein (heute Bad Lobenstein), Ebersdorf, Saalburg, bis zur A 9 Anschlußstelle Schleiz. In der Stadt Lobenstein mußte ich als Verkehrspolizist (ich war bereits von der Schutzpolizei in die Verkehrspolizei umbesetzt worden) die Kreuzung besetzen um dem Stadtverkehr zu regeln, denn die Autos standen Stoßstange an Stoßstange.
Uns wurde auch überzeugend erklärt, dass jeder Volkspolizist vom BGS beim Grenzübertritt festgenommen wird. die Ereignisse und Diskussionen an diesem Tag waren schauderhaft. Als es dann einen Tag später hieß, auch wir Volkspolizisten dürfen in den Westen fahren, haben sich meine Frau und ich entgegen der Behauptung wir Polizisten werden festgenommen, entschlossen auch zu fahren. In meiner übertriebenen Angst um meine Familie (Frau und Kleinkind) habe ich vor Antritt der Fahrt meiner frau gesagt das sie sofort mit unserem Kind zurück fährt, sollte ich festgenommen werden. Mit gemischten Gefühlen fuhren wir zum Grenzübergang Rodacherbrunn. Als ich dem BGS-Beamten unsere PA`s vorzeigte wünschte der Beamte uns einen wunderschönen, erlebnisreichen Aufenthalt im Freistaat Bayern und sagte noch gute Weiterfahrt. Ca. 1 km hinter der Grenze mußte ich anhalten. Zu meiner Frau habe ich hier gesagt, wie verblödet bin ich eigentlich, dass ich an eine Festnahme geglaubt habe.

Gruß
Werner



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