Seite 3 von 5

Re: EK-Bewegung und alles was dazu gehört

BeitragVerfasst: Sonntag 8. März 2015, 18:08
von Silvio
Harald hat geschrieben:EK BEWEGUNG ließt sich bei mir etwa so: "Die EKs waren Widerstandskämpfer gegen das DDR Unrecht (Wehrpflicht)."

??? Widerstandskämpfer gegen die Wehrpflicht ??? Also wenn ich Widerstandskämpfer gewesen wäre da hätte ich mich nie für 3 oder 4 Jahre verpflichtet !!
EK-Bewegung gab es auch bei den 18 Monatskindern .
Und ich glaube da waren bei der Marine die Dinge noch harmlos im Gegensatz zu den Landstreitkräften.

Re: EK-Bewegung und alles was dazu gehört

BeitragVerfasst: Sonntag 8. März 2015, 18:22
von tommi_112
So wie Harald und Poseidon hätte ich es mir auch gewünscht!!!

Gruß tommy_112 :berlin:

Re: EK-Bewegung und alles was dazu gehört

BeitragVerfasst: Sonntag 8. März 2015, 18:24
von Harald
Silvio hat geschrieben:
Harald hat geschrieben:EK BEWEGUNG ließt sich bei mir etwa so: "Die EKs waren Widerstandskämpfer gegen das DDR Unrecht (Wehrpflicht)."

??? Widerstandskämpfer gegen die Wehrpflicht ??? Also wenn ich Widerstandskämpfer gewesen wäre da hätte ich mich nie für 3 oder 4 Jahre verpflichtet !!
EK-Bewegung gab es auch bei den 18 Monatskindern .
Und ich glaube da waren bei der Marine die Dinge noch harmlos im Gegensatz zu den Landstreitkräften.


Hallo Silvio,

wir sind hier im Forum der 6. / und nicht bei anderen Einheiten der NVA.

Ich schrieb von der 7.LTSB und nichts anderem.

Für Dich persönlich die Übersetzung: Leichte Torpedo Schnellboot Brigade.

Punkt 2:
Ich GLAUBE nicht, denn ich weiß, wie es in meiner Dienstzeit zuging.

Wer etwas anderes dazu sagen kann, der möge aufstehen und sprechen!

Gruß
Harald
:steuermann:

Re: EK-Bewegung und alles was dazu gehört

BeitragVerfasst: Sonntag 8. März 2015, 18:37
von br.roebel
auf unserem Boot war ich mit @nordperd EK zur Herbstentlassung 71.Wie alle EK hatte ich mein Bandmaß in der am Mann, aber nicht dafür um es jeden unter die Nase zu halten, sondern eher wie ein persönlicher Kalender ,auf dem man die Tage bis zu einem bestimmten Termin abstreicht.
Von Schikane der EKs` gegenüber den anderen Besatzungsmitgliedern konnte keine Rede sein. Persönliche Dienstleistungen wie Essen auf die Kammer bringen oder ähnliches gab es nicht. Von bestimmten Aufgaben wie zum Beispiel das Knollendrehen, Reinschiff auf der Kammer usw. war man als EK ausgenommen. Nicht offiziell, aber das hat die Manschaft unter sich so geregelt.
Ich hatte in meiner EK Zeit eine Begebenheit mit unserem Bootsmann, an Oberdeck sollte irgendetwas aufgeklart werden und zufällig lief ich ihm über den Weg. Aus seiner Sicht lag am nächsten, mir dem zurfolge den entsprechenden Auftrag zu erteilen. Da es eine banale Sache war, fühlte ich mich in meine Ehre als EK gekränkt und hielt ihm mein Bandmaß entgegen mit der Frage, ob er sehen möchte ,wieviel Tage ich noch hätte.
Seine Reaktion, es gäbe zwei Möglichkeiten entweder ich erfülle seinen Befehl oder mein Bandmaß ist weg.Was denkt ihr wer gewonnen hat ?
Nach meiner VM Zeit bin ich mit vielen zusammen gekommen, die ihren Dienst als Wehrpflichtige bei den Landstreitkräften abgeleistet haben.
Deren Thema, in Rückbesinnung auf ihre Dienstzeit, war meist die EK Zeit. Die Storries die dort erzählt wurden sträubten einem die Haare.Das war Schikane pur. Am ausgeprägtesten bei Leuten mit geringem IQ.
Aus meinem Erleben gab es bei der Marine bei den fahrenden Einheiten so etwas nicht !

gruß br.roebel

Re: EK-Bewegung und alles was dazu gehört

BeitragVerfasst: Sonntag 8. März 2015, 18:58
von Signäler75
Hallöchen erst einmal !!!

Jawohl Bruno, genau so war es bei mir 2-3 Jahre später. Ich hatte ein schönes bunte Bandmaß, wo die Sonn- und Feiertage ersichtlich waren.
Die abgeschnittenen Schnipsel schickte ich nach Hause und Mutter klebte sie auf eine volle Sektflasche, die dann nach der Entlassung feierlich
geleert wurde.

Gruß Berndt

Re: EK-Bewegung und alles was dazu gehört

BeitragVerfasst: Sonntag 8. März 2015, 19:43
von Silvio
Harald hat geschrieben:
Silvio hat geschrieben:
Harald hat geschrieben:EK BEWEGUNG ließt sich bei mir etwa so: "Die EKs waren Widerstandskämpfer gegen das DDR Unrecht (Wehrpflicht)."

??? Widerstandskämpfer gegen die Wehrpflicht ??? Also wenn ich Widerstandskämpfer gewesen wäre da hätte ich mich nie für 3 oder 4 Jahre verpflichtet !!
EK-Bewegung gab es auch bei den 18 Monatskindern .
Und ich glaube da waren bei der Marine die Dinge noch harmlos im Gegensatz zu den Landstreitkräften.


Hallo Silvio,

wir sind hier im Forum der 6. / und nicht bei anderen Einheiten der NVA.

Ich schrieb von der 7.LTSB und nichts anderem.

Für Dich persönlich die Übersetzung: Leichte Torpedo Schnellboot Brigade.


Hallo Harald

trotzdem passt deine Zusammensetzung nicht denn deine "Widerstandskämpfer" gegen die Wehrpflicht hatten sicher nichts mit den freiwilligen Wehrdienst zu tun.
Die Wehrpflicht lag ja bekanntlich bei 18 Monaten , der freiwillige Wehrdienst zwischen 3 und 4 Jahren . Jeder konnte sich doch entscheiden .
Ich kann z.Bsp. auch von Wehrpflichtigen schreiben da in den letzten Zügen der DDR auch diese an Bord der Schiffe der 2. und 4.MSRA kamen .
Für dich die persönliche Übersetzung : Minen Such- und Räumschiff Abteilung .
Und ich kann das mit dem "Glauben" auch belegen da mein Cousin bei dem Lanstreitkräften diente. Da gab es ganz andere Dinge als bei der Marine.
Schildkröte , Staubsauger , Flutlichtkeulen oder Musikbox habe ich bei der Marine nicht erlebt .
Da war das Anbaden, Poller richten usw. Kinderkram gegen das was bei der LSK ablief.

Re: EK-Bewegung und alles was dazu gehört

BeitragVerfasst: Montag 9. März 2015, 16:04
von TSB-Fan
Hallo,

als Vorgestzter war man mit dem EK-Wesen konfrontiert, besonders wenn man von seinen Vorgesetzten
zusammengesch...... wurde weil man dies und jenes nicht abstellen ließ.
Ich habe dann im stillen immmer gedacht, ihr habt es einreißen lassen und der junge
Leutnant soll es abstellen.
Meine Beobachtungen waren folgende: beim Reinschiff und beim Knollendrehen
waren die EK's nicht zu sehen. Spielchen wie bei den Landsern habe ich nicht gesehen.
Aber eins war sehr bemerkenswert: Leistung ging immer vor EK !!!
Das mußte bei mir an Bord mal ein Schießer hautnah erleben. Als der neue Arigast
an Bord kam hat es nicht mal 2 Monate gedauert und der 1. Arigast war abgemeldet.
Dafür sorgten die anderen EK#s schnell und gründlich.
Ich glaube, dass lag daran, das jeder wusste, dass man nur als geschlossene Besatzung wo sich
jeder auf jeden verlassen kann, zur See fahren konnte.

Viele Grüße aus Schwerin
Roland

Re: EK-Bewegung und alles was dazu gehört

BeitragVerfasst: Montag 9. März 2015, 16:50
von Thommy206
br.roebel hat geschrieben:...Aus meinem Erleben gab es bei der Marine bei den fahrenden Einheiten so etwas nicht !..


Lag wohl hauptsächlich auch daran, weil bei der Volksmarine der überwiegenste Teil (ich schätze mal 99%) wusste, was er wollte!!!
Die "Schwelle" zum EK lag bei den meisten AA der NVA ja bei schnelllebigen 12 Monaten, weil hauptsächlich GWD und "gezwungener Maßen". Da war es kaum möglich, ein gewisses Maß an Dienstverständnis und Respekt anderen gegenüber zu entwickeln.
EK bei der Marine wurdest Du erst nach 30 bzw. 42 Monaten, das war schon eine ganz andere Nummer. Und es war klar geregelt: eine Hand für sich und eine fürs Schiff/Boot oder für was man gerade die nächsten Jahre verantwortlich war und auch gemacht wurde.
Und der Zusammenhalt und das Zusammengehörigkeitsgefühl war nach einer solch langen Zeit deutlich stärker ausgesprägt.
Negative Einflüsse durch einzelne, immer mal wieder dagewesene "möchte-gern-EK's" wurden wohl auch ziemlich schnell im Kampfkollektiv "geregelt".
Gewisse "Marscherleichterungen" für das letzte DHJ waren ok und die Toleranz dafür durch die eigenen Leute und durch die jeweils höhere Befehlsebene(n) sind auch heute noch ein gewisses "Alleinstellungsmerkmal" der Angehörigen der ehemaligen Volksmarine, wenn ich mich so an meine persönlichen Gespräche mit anderen Teilstreitkräftlern erinnere.

Re: EK-Bewegung und alles was dazu gehört

BeitragVerfasst: Montag 9. März 2015, 16:51
von Mariner-CB
Hallo Männers,
irgendwie habe ich dunkel in Erinnerung, das es in der 6. TSA auf H-96 in der Nähe der BA-Kammer, kurzzeitig eine Wandzeitung gab mit der Überschrift " Die EK empfehlen " oder so ähnlich. Darauf standen die besten Ergebnisse der EK´s, allerdings stand das EK nicht für Entlassungskandidat, sondern es stand für Erfahrener Kämpfer. So richtig sicher bin ich mir nicht, aber vielleicht kann sich Sir Henry oder ein Anderer aus der alten 6. TSA daran erinnern.
Allerdings steht bei mir im Kopf wie eingemeißelt die Abkürzung EK für erfahrener Kämpfer. Vielleicht war es ja ein Versuch der EK Bewegung eine andere Richtung zu geben. Allerdings habe ich so etwas später nie wieder gesehen.
Gruß Georg :ahoi:

Re: EK-Bewegung und alles was dazu gehört

BeitragVerfasst: Montag 9. März 2015, 17:09
von bicke
hallo Jungs,

ich will mal von meiner "EK" Zeit berichten.
an Bord der 813 waren wir 4 EK`s (Norbert Witt, Steffen Claus, Rainer (oder Reinhard) Jannke und meine Wenigkeit. Unser Kommandant damals noch Kptltn. Gruhner hatte uns wissen lassen, dass er eine EK-Bewegung nicht akzeptiert. Halten wir uns an unsere Pflichten, werden wir keine Probleme haben. Zu unserer 1. Morgenmusterung auf der Back angetreten hatten wir alle 4 unser Bord blau an und wurden dafür von den EK`s der anderen Boote, die in 1. oder 2. Garnitur angetreten waren, als Schlipse beschimpft.
Fazit:
Die anderen mußten wegtreten und sich umziehen.
Bei der Vergabe der arbeiten an Bord wurden wir 4 vom Bootsmann nicht eingeteilt und standen beim Wegtreten zu unseren erstaunen alleine da. Also gingen wir Kaffee trinken ins 8 Mann deck. Lange haben wir diese Lange Weile nicht ausgehalten und haben uns unsere Arbeit selbst gesucht.
Also für meinen teil kann ich sagen, dass es bei uns an Bord keine Anstöße mit uns EK`s gab.
Soweit ich mich richtig erinnere hatte uns unser Kommandant mitgeteilt, dass nur er das Recht hat eine Bandmaßkontrolle durchzuführen und wer nicht auf dem aktuellen Stand ist gibt an die Besatzung einen Kaffee aus.

Gruß
Werner