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Re: WAS - WÄRE - Wenn (Spekulationen)

BeitragVerfasst: Sonntag 8. März 2015, 17:34
von tommi_112
Ich weiß nicht wie es bei euch war aber wir sind im 2 Wachsystem gefahren außer bei Gefechtsalarm so das jeder seine Pausen und mindestens 4 Stunden Schlaf pro Tag(24 h)h hatte.
Es war zwar anstrengend aber machbar und funktioniert bei mir heute noch wenn es sein muss. Da sind 30 Stunden und mehr schon ne ganz andere Nummer erst recht wenn dabei andere Verkehrsteilnehmer gefährdet werden.

Gruß tommy_112 :berlin:

Re: WAS - WÄRE - Wenn (Spekulationen)

BeitragVerfasst: Sonntag 8. März 2015, 17:56
von Harald
Foxderringer hat geschrieben:
spinne hat geschrieben:kannst du nicht einfach mal deine klappe halten?
Nein !!! Ich werde meine Meinung immer vertreten-auch wenn es manchen nicht passt. :salut: :berlin:


Ja, Fox

schreib das was Du denkst und das ist in Ordnung.

Sollte eine Spinne nicht deiner Meinung sein, dann kann er das auch schreiben.

"halt einfach die Klappe", dass geht nicht

Viele Grüße
Harald
:steuermann:

Re: WAS - WÄRE - Wenn (Spekulationen)

BeitragVerfasst: Sonntag 8. März 2015, 17:58
von Nordperd
Schwarzhals-Fred hat geschrieben:Hei tommi_112 :marine:

Gegenfrage: wer hat uns abgelöst wenn wir draußen waren!
Wir haben alle unser bestes gegeben manchmal bis zur Erschöpfung.

Gruß Fred :hello:


Hallo Schwarzhals-Fred,
ich denke, ganz so einfach kann man das nicht sehen. Vielleicht gab es Ersatzkraftfahrer, die man hätte im Bedarfsfall einsetzen können. Fakt ist aber, dass der Lenker in der gesamten Zeit seiner Fahrt und das allein im Führerhaus seines Raketentransportes hellwach sein musste, damit nicht passiert. Wer von uns war auf seiner GS alleine ?! :help: Es waren doch immer mindestens zwei Mann zusammen, so das einer auf den anderen achten konnte. Ich war auf See vor meiner S 104 im GA4 alleine. Direkt über dem Maschinenraum, schön warm und das oft monotone Geräusch - da bin ich einmal weggenickt, weil im Funk Ruhe war. :schlafen: Da konnte aber nichts Schlimmes passieren. Nur das mich der I.WO weckte und mir Leck- und Bilgenkontrolle von vorn nach achtern befahl. Bei fast voller Fahrt und gutem Seegang fühlte ich mich - besonders in Vorpik und vorderem 6-manndeck wie beim Kosmonautentraining. Aber wie gesagt: Es konnte nicht Schlimmes passieren.
Gruß Nordperd

Re: WAS - WÄRE - Wenn (Spekulationen)

BeitragVerfasst: Sonntag 8. März 2015, 18:25
von Foxderringer
:ahoi: Seemänner ! 183 iger Oberdeck ein Mann pro Gefechtstation,keine Ablösung in Sicht.Egal wie lang der Törn war. :salut: :berlin:

Re: WAS - WÄRE - Wenn (Spekulationen)

BeitragVerfasst: Sonntag 8. März 2015, 19:04
von Eddy
tommi_112 hat geschrieben:Ich weiß nicht wie es bei euch war aber wir sind im 2 Wachsystem gefahren außer bei Gefechtsalarm so das jeder seine Pausen und mindestens 4 Stunden Schlaf pro Tag(24 h)h hatte.

Schnellboote fahren Einwachsystem. Ist aber mit dem hier beschriebenen Problem der Kraftfahrer nicht vergleichbar.
tommi_112 hat geschrieben:Es war zwar anstrengend aber machbar und funktioniert bei mir heute noch wenn es sein muss. Da sind 30 Stunden und mehr schon ne ganz andere Nummer erst recht wenn dabei andere Verkehrsteilnehmer gefährdet werden....

Genau das ist das Problem, Ersatzfahrer gab es nicht, jedes Kfz war eine GS und die hatte eine Planstelle. Das Problem liegt meiner Meinung nach aber ganz einfach an den Normen, die man der Truppe aufgedrückt hatte. Unter dem Motto "Aufgabe erfüllen unter allen Umständen". Die Vorgesetzten wussten schon was passieren könnte wenn ... Aber wenn trat nicht ein.
Eddy

Re: WAS - WÄRE - Wenn (Spekulationen)

BeitragVerfasst: Sonntag 8. März 2015, 19:46
von E-Nautiker
Hallo Kameraden.Zu meiner Zeit 1964-67 gab es auf unseren TS- Booten auch keine Ablösungen da die Gefechtsabschnitte nicht doppelt besetzt waren.Es wäre auch kaum möglich gewesen am Kartentisch beim koppeln des Kurses unaufmerksam zu sein da hätten wir die vorgegebene Position nie erreicht. :steuermann:

Re: WAS - WÄRE - Wenn (Spekulationen)

BeitragVerfasst: Sonntag 8. März 2015, 21:58
von Foxderringer
:ahoi: Seemänner ! Und die Belastung des Kommandanten und des LI dürfen wir dabei wohl überhaupt nicht vegessen.Sie trugen die Gesamtverantwortung.Keine Pause-keine Ruhe. :salut: :berlin:

Re: WAS - WÄRE - Wenn (Spekulationen)

BeitragVerfasst: Sonntag 8. März 2015, 22:10
von Dietrich Lücke
Nun melde ich mich in dieser Sache doch noch mal zu Wort. Nachdem Meinungen von "foxderringer" und anderen an dieser Stelle im Forum erschienen, die das Problem "Verantwortung" beim aufgeworfene Raketentransportproblem mit Höchstbelastungen auf den Schiffen gleichsetzten, eigentlich ruduzierten, möchte ich euch in Unterstützung der letzten beiden Beiträge von Eddy einen Teil meiner Antwort an Hansi "foxderringer" nachfolgend bringen. Ich habe mich nämlich über die privat an mich geschickte mail gefreut, nachdem ihn "Spinne" so abgekanzelt hat. Auch Hansi hat die Fragestellung auf die Notwendigkeit einer harten Ausbildung reduziert. Seine mail an mich veröffentliche ich hier nicht - die betrachte ich als vertraulich. Aber einen Teil meiner Antwort stelle ich hier ein, weil es bei unserem Tun nicht nur um die Gefährdung anderer Verkehrsteilnehmer ging.

"Hallo Hansi! Mit dem was Du schreibst, schwimmen wir schon auf einer Wellenlänge. Du hast aber mein aufgeworfenes Problem nicht verstanden. Ich selbst bin sehr dafür, dass eine militärische Ausbildung höchste Anforderungen hat. Da sind wir uns auch einig. Wenn Du aber vom Gefechtseinsatz auf Deinem Boot schreibst, dass auch ihr mit Schlaf zu kämpfen hattet, dann verstehe ich das gut. Es ist nur so: wenn einer aus der Besatzung wegen Übermüdung Mist gebaut hätte, wäre im schlimmsten Fall die Besatzung tot und das Boot Totalverlust. Das wäre zwar bedauerlich, aber eben nur ein Unfall, verursacht durch eine (notwendige ?) harte Ausbildung. Jeder auf eurem Boot kannte seine Verantwortung auch dem Anderen gegenüber. Wenn bei unseren Raketentransporten wegen Sekundenschlaf ein Raketen-LKW in Dranske oder Glowe oder Bobbin oder ... nachts in ein Haus gekracht wäre, wäre nicht nur der Fahrer tot, sondern die nicht zu verhindernde Explosion der Treibstoffkomponenten hätte eine nichtsahnende Familie oder noch mehr Personen mit auf die letzte Reise genommen. Es hätte auch zu einer Kettenreaktion über alle Raketen im Transportband führen können. Ein Dorf wie z.B Bobbin hätte dann nicht mehr existiert. Hier habe ich die Frage nach der Verantwortung unseres Tuns angesetzt und das hat nichts, aber auch gar nichts, mit einem militärischen Kuschelkurs zu tun. Wir können nur froh sein, dass im Verlauf der Jahre alles letztlich gut gegangen ist. ..."

Seid alle gegrüßt, Dieter Lücke

Re: WAS - WÄRE - Wenn (Spekulationen)

BeitragVerfasst: Montag 9. März 2015, 00:37
von Sir Henry
Hallo Seemänner,

ich habe dieses Thema bis jetzt nicht verfolgt. Weil ich mich vielleicht auch nicht an der hypothetischen Fragestellung beteiligen wollte.

So wie ich jetzt beim "quer lesen" feststelle geht es um die physische Belastung bei der Erfüllung der "Gefechtsaufgabe" eines Jeden In seinem GA. Sei es beim Seestörn, beim Raketentransport an Land oder wo auch immer. Ich kann nur sagen: "für mich (für uns) war beim Dienst an Bord die größte Belastung der Mangel an Schlaf" während der langanhaltenden Seefahrten bei Nacht, und das bei jeder Wetterlage.

Dazu kam räumliche Enge, Hitze, Gestank nach Abgase, Krach in dB Werten die nach heutigen Vorgaben für den Gesundheitschutz gar nicht mehr zugelassen sind.
Wie schon richtig bemerkt, kam bei uns bei den "Schnellen" hinzu oder wirkte sich belastend aus, jede GA war nur einmal besetzt. Es gab keine Bbd- oder Stbd Wache wie auf anderen Kriegschiffen. Es gab keine Ablösung nach 4 Stunden.
Der Funker konnte nicht mal kurz von der Welle , der Rudergast weg vom Ruder usw. gibt genügend Beispiele und so war es für jeden an seiner Stelle.
Und zu allem an der Summe der Belastungen kam noch das Wetter und der Seegang hinzu.

Und was das Thema oder Schreck bei Sekundenschlaf anbetrifft.

Nur ein Beispiel: Ich hatte mal einen Sekundenschlaf am Bildschirm während einer Seefahrt.
Mein Schreck war so groß, dass ich nach dem Erwachen richtig Angst hatte und dachte, oh Gott welches Ziel oder welche Gefahr im Seeraum hast du jetzt verpasst?
Was ist dir entgangen? Was hast du verpasst? Es war also die Angst für eine ganze Bootsbesatzung plus der Gefahr einer Kollision.

Nun kommt eigentlich mein Einwand zum

Dietrich Lücke hat geschrieben:..... Es ist nur so: wenn einer aus der Besatzung wegen Übermüdung Mist gebaut hätte, wäre im schlimmsten Fall die Besatzung tot und das Boot Totalverlust. Das wäre zwar bedauerlich, aber eben nur ein Unfall, verursacht durch eine (notwendige ?) harte Ausbildung. .....Wenn bei unseren Raketentransporten wegen Sekundenschlaf ein Raketen-LKW in Dranske oder Glowe oder Bobbin oder ..... nachts in ein Haus gekracht wäre, wäre nicht nur der Fahrer tot, sondern die nicht zu verhindernde Explosion der Treibstoffkomponenten hätte eine nichtsahnende Familie oder noch mehr Personen mit auf die letzte Reise genommen. ....
Seid alle gegrüßt, Dieter Lücke


Kann man mit diesem Vergleich überhaupt eine Gleichwertigkeit oder höher Wertigkeit der Gefahr herstellen?
Gefällt mir nicht.

Re: WAS - WÄRE - Wenn (Spekulationen)

BeitragVerfasst: Montag 9. März 2015, 09:46
von tommi_112
ich denke das bei Schnellboten eine doppelte Besetzung nicht nötig war denn sie waren ja eigentlich nur für kurze schnelle Einsätze gegen feindliche Schiffe oder Schiffsverbände gedacht.
oder sehe ich das falsch?

Gruß tommy_112 :berlin: