Sprenghelferausbildung

:steuermann: Hier ist der Platz für Anekdoten (Begebenheiten) aus der aktiven Zeit bei der VM, die nicht in Vergessenheit geraten sollten

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Sprenghelferausbildung

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Beitragvon Georg » Samstag 20. November 2021, 12:08

Beim Sichten alter Unterlagen aus meiner Dienstzeit bei der VM, die ich digitalisieren möchte, habe ich noch ein Heft aus dem Ausbildungsfach 153 von der OHS gefunden. 153= Mine/ Minenabwehr/Sprenghelferausbildung. Zumindest die Aufzeichnungen, welche nicht VS waren, befinden sich in meinem Besitz. Im Umgang mit VS Dokumenten war ich stets gewissenhaft, so finden sich bei mir auch nur offen zugängliche Dokumente.
Kann mich noch erinnern, das unser Ausbilder mitten im Unterricht abgeholt wurde und er etwas später einen Dienstgrad weniger hatte. Es hieß, er hätte in seinem Arbeitseifer, auch VS Dokumente mit nach Hause genommen, um daran zu arbeiten.
Minen waren nicht so mein Ding, aber die Sprengausbildung fand ich gut. Besonders den praktischen Teil. Auf dem Sprengplatz wurden zuerst zwei Mann beauftragt, einen ordentlichen Stein auf den Sprengsatz zu deponieren, obwohl vorher ausdrücklich dies untersagt wurde. Der Anblick des fliegenden Steines war allerdings beeindruckend.
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Re: Sprenghelferausbildung

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Beitragvon mechaniker1 » Samstag 20. November 2021, 20:09

Hallo Georg,
unsere 'Museumsbesatzung' (Dänholm) hatte im Rahmen einer Sonderausstellung über die Tätigkeit des Munitionsbergungsdienstes die Möglichkeit, diese Diensstellen in MV zu besuchen. Hier wurde uns in einer kleinen Vorführung die Wirksamkeit kleinerer Sprengungen verdeutlicht. Es war absolut höchst beeindruckend !!! Auch was an Munition jeglicher Art -egal aus welcher Zeit- hier noch auf eine fachgerechte Entschärfung/Entsorgung wartet, einfach unglaublich. Es ist wohl noch längst kein Ende dieser nicht ungefährlichen Tätigkeit abzusehen. Diesen Leuten gilt unsere uneingeschränkte Hochachtung.
Falls du mit deiner Aufarbeitung irgendwann mal fertig sein solltest, wäre es möglich uns als Marinemuseum mit einer Kopie deiner Unterlagen zu versorgen?? Es ist ganz sicher ein Stück maritimer Geschichte aus einem speziellen Fachbereich.



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Re: Sprenghelferausbildung

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Beitragvon Pitti822 » Sonntag 21. November 2021, 09:23

Hallo Gerald,
genau solche Minen waren es , die wir 1968 in der Phase der eG während einer Übung Nachts abwerfen .

Es war etwa im Mai/Juni 68, als es hieß, "Boot klarmachen zur Minenübernahme". Schienen wurden an Oberdeck festgeschraubt und die Verzurrketten vom Slipplatz an Deck gebracht. Da passierte unserem Torpedogast das Mißgeschick - beim Betreten des Bootes vom Wohnschiff über das Heck unseres Bootes verschwand er in diesem Zwischenraum und stand plötzlich auf dem Grund des Hafens,mühte sich die schweren Ketten los zu werden, tauchte an der Stelle wieder auf und konnte mit einem schnellen Ruck an Bord aus seiner nicht ungefährlichen Lage befreit werden.Abschließend wurden je 2 Minen an Backbord und Steuerbord mit einem Krahn auf die Schinen gesetzt. Schon hierbemerkte ich, daß sich die Laufrollen der Minen beim Aufsetzen auf die Schienen in diese regelrecht eingrätschten .
Am Abend ging es dann in das Manövergebiet und es geschah genau das, was wir auf keinen Fall brauchten, Höhe Arkona begann stürmisch zu werden und der Wellengang nahm auch noch zu. Die 4 Minen auf dem Achterdeck machten unserem Boot ganz schön zu schaffen, sie drückten das Heck fast unter Wasser und manövrieren war fast unmöglich. Die Minen waren zwar verzurrt aber durch die Wellenschläge begannen sich die Verzurrungen zu lösen und als wir am Zielort ankamen und die Ketten lösten sprangen die beiden hinteren Minen aus den Schienen und beim Kommando "Minen wurf"mühte sich schließlich die ganze Besatzung die Minen von Bord zu bekommen, was uns schließlich auch gelang . Ich gaube jedoch, daß die Minen nie wieder gefunden wurden - zum Glück waren es nur Übungsminen aber auch sicher deshalb schon so ausgeleiert, daß ein planmäiger Abwurf unmöglich war.

Wieder einmal ein Bild und alte Erinnerungen werden wach

Einen schönen Sonntag aus Leipzig



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Re: Sprenghelferausbildung

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Beitragvon Georg » Sonntag 21. November 2021, 12:41

Hallo Mechaniker,
da kann ich dir nur Zustimmen. Respekt den Leuten vom Munitionsbergungsdiest! Ich staune immer wieder über die Meldungen, wie viele Sprengsätze bei Bauarbeiten gefunden werden und entschärft werden müssen. Und das so lange nach Kriegsende.
Einen fabrikneuen Sprengsatz zu entschärfen, ist relativ einfach. Aber so ein altes, verrottes Teil ?
Ich kann mich noch daran erinnern als wir zum Raketenschießen die Rakete vorbereiteten, haben die Hangargasten lieber 3/4x gemessen, ob ja keine Spannung am Kabel zum verbinden der Pyropatronen anlag. War schon ein spürbarer Unterschied zwischen Ausbildung und tatsächlichem Einsatz.
Wenn es hoffentlich mit meinen Umzugsplan im nächsten Jahr klappt, komme ich bestimmt auch im Museum vorbei. Mal sehen, ob sich Etwas aus meiner Sammlung geeignet.
Wünsche Allen noch ein schönes Wochenende.
Georg :thueringen:



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Re: Sprenghelferausbildung

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Beitragvon Fritz Gast » Sonntag 21. November 2021, 18:39

Hallo Kameraden, möchte mich hier nur mal kurz, wenn auch nicht gerade zum Thema Minen, zu Wort melden. Also allen die mit Sprengmitteln, Minen aber auch Raketen zu tun hatten und haben, meine Hochachtung.
Ich hatte einmal die Möglichkeit, die Wahnsinnsantriebskraft des Raketentreibstoffes, während einer Demonstration auf dem Bug zu sehen. Ein Feuerwerker und ein 10 Liter Blecheimer standen in respektablen Abstand zu uns bereit. Ein paar Tropfen dazu, der Eimer war nicht mehr zu sehen. Aber eine ca. 10 m hohe Stichflamme hat einen unwahrscheinlichen und respektablen Eindruck hinterlassen.
Wenn jemand genaues weiss, wäre ich an Infos interessiert.
MkG



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Re: Sprenghelferausbildung

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Beitragvon Hogo » Sonntag 21. November 2021, 19:02

Das war eine Lehrvorführung über die Wirkung von Brennstoff und Oxydator. Wenn die beiden Komponenten zusammen gebracht werden, entsteht eine explosionsartige Verbrennung. Dasselbe passiert in der Brennkammer das Triebwerks. In Peenemünde stellen wir ein Triebwerk der P-15 aus. Daran kann man die Wirkungsweise erklären.



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