Härtetest

:steuermann: Hier ist der Platz für Anekdoten (Begebenheiten) aus der aktiven Zeit bei der VM, die nicht in Vergessenheit geraten sollten

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Re: Härtetest

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Beitragvon Ralph Koll » Sonntag 29. Juli 2012, 11:41

Ich kann mich auch noch sehr gut an den Härtetest erinnern, fand ich gar nicht mal so verkehrt die Übung.
OK, als ehemaliger Sportler hatte ich da vielleicht einen kleinen Vorteil.

Das Thema Sturmbahn gab es auch auf unserem Torpedofänger, da gab es eine vorgegebene Strecke an Bord.
Runter in den Maschinenraum, rauf auf die Nock... usw.

Das Thema Schwimmen haben wir auf offener See gemacht. Die Strelasund und die Libben haben geankert und dann ging
es mit Klamotten ab in den Bach. Vom Wasser aus war das Schwesterschiff nicht gerade in unmittelbarer Nähe, dazu kamen dann noch die Strömung und die Wellen. Wer nicht auf die Tips der erfahrenen Schwimmer hörte und ohne lange Unterwäsche ins Wasser ging, hatte dann das Problem sich einen "Wolf" zu schwimmen.

Zur Sicherstellung war natürlich immer ein Schlauchboot im Wasser.



Gruß Ralph



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Re: Härtetest

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Beitragvon Eddy » Mittwoch 18. Dezember 2013, 19:50

Härter geht es nicht (Episode nach Tatsachen)

Im Herbst 1969 stand wie jedes Jahr der 2. Härtetest für die 7. LTS-Abteilung an. Alle Besatzungsmitglieder hatten sich selig und moralisch darauf vorbereitet. Der Tag der Wahrheit kam und es ging im bekannten Rhythmus los, Kraftgymnastik, 1000-m-Lauf in Uniform, der qualvolle 15-km-Eilmarsch, davon die letzten 5 km unter Schutzmaske und dann die kollektive Überwindung der Sturmbahn. Die Angehörigen der Abteilung hatten den Eilmarsch mit gegenseitiger Unterstützung geschafft und marschierten eilig, tief durchatmend zur Sturmbahn. Am Start standen alle neben- und hintereinander und ab ging die Post, Sprunggraben, Eskaladierwand, Übersteigen des Kriechhinternisses, Tunnelgraben und Häuserwand und da passierte es: Gefechtsalarm in der gesamten Flottille. :augenzuhalt:
Für Sekunden erstarrten die Vorgesetzten und die Kämpfer auf der Sturmbahn aber dann folgten instinktive Handlungen, die antrainiert waren. Die Übungs-MPi´s flogen in den Startgraben der Sturmbahn, die konnten später in die Sporthalle gebracht werden. Ausgepumpt und trotzdem im Laufschritt von der Sturmbahn zum Hafen und rauf auf die Boote: See- und Gefechtsklarmachen! Auslaufen! :marine:
Blasen an den Füßen und kleine Gebrechen waren wie weggeblasen, nun galt die volle Aufmerksamkeit der Gefechtsstation und dem Boot.
Der „Härtetest“ verlängerte sich um ein Wesentliches. Viele hatten sich völlig verausgabt, man wollte schließlich keine Wiederholung wegen zu vielen Ausfällen oder gar nicht erreichter Normzeiten und nun das oben drauf. Aber die Handgriffe saßen und die zehn Boote wurden innerhalb der geforderten Norm klar zum Auslaufen. Die Motoren brüllten beim Starten auf und der Abgasqualm zog über den Schwimmenden Stützpunkt. Der Befehl zum Auslaufen kam auch umgehend. Boot für Boot legte ab und in Kiellinie ging es ins Fahrwasser Richtung Ostsee.
Das Fahrwasser wurde mit angemessener Geschwindigkeit bis zum Tonnenpaar A 1 befahren und ab da gab es Füllung für die Maschinen, die aufbrüllten und die Boote mit hoher Geschwindigkeit auf die befohlene Position brachten. Torpedoangriff auf ein großes Überwasserziel in zwei Gruppen. Eigentlich eine einfache und normale Aufgabe für Torpedoträger, aber warum einfach? Während der Entfaltung zog starker Nebel auf und erschwerte natürlich die Erfüllung der Aufgabe enorm. Die Gruppenchefs waren erfahrene Kommandanten und kannten ihre Besatzungen. Sie wussten um die nautischen Gefahren bei Nebel und hohen Geschwindigkeiten. Kurzzeitig entstand eine unübersichtliche Lage, die die Gruppenchefs aber mit Bravour meisterten, die Funkmessmaaten trugen ihren Anteil dazu bei. Der Angriff wurde nur simuliert, denn alle Boote hatten Gefechtstorpedos an Bord, hätte aber unwillkürlich zur Vernichtung des Überwasserschiffes geführt. Abdrehen und und mit Höchstfahrt zum Sammelpunkt. Alle Boote fanden sich nach der Erfüllung der befohlenen Aufgabe nahe dem Tonnenpaar A 1 ein, um geschlossen wieder in den Stützpunkt einzulaufen. Es gab keine nennenswerten Ausfälle an der Technik und somit war das Hafenklarmachen eine reine Routinesache. Die Besatzungen aber hatten ihre Leistungsgrenze erreicht und erschöpft zogen sie ihre Kampfanzüge See aus. Das Bordpäckchen blau und die Unterwäsche waren vom Schweiß des Härtetests und der Anstrengungen in See total durchnässt. Da es inzwischen Abend geworden war, wurde ausgiebig geduscht und anschließend das Abendessen verschlungen. Als Anerkennung der Leistungen seiner Besatzungen hatte der Abteilungschef für jeden seiner Männer eine Flasche Bier zum Abendessen spendiert, die natürlich genüsslich getrunken wurde.
:prost:

Ja, so war das damals. Heute lächelt man drüber.
:salut: Eddy
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Re: Härtetest

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Beitragvon Bootsmann 49 » Donnerstag 19. Dezember 2013, 06:45

Moin Eddy

ein sehr schöner Beitrag der sich gut hat lesen lassen.
Man konnte richtig mit den betreffenden Kameraden mitfühlen.
Ja solche und andere zu bewältigende Aufgaben haben uns junge
Matrosen geprägt und für unser weiteres Leben gerüstet.
Wenn man die Meinungen in den einzelnen Foren zu solchen oder
ähnlichen Themen ließt bringen die Kameraden immer zum
Ausdruck dass es keinem geschadet hat und man gerne an
diese Zeit zurück denkt.
Bis demnächst
grüßt Hugo Bootsmann 49



Wenn du Heute aufgibst, wirst du nie wissen
ob du es Morgen geschafft hättest



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Re: Härtetest

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Beitragvon mechaniker » Donnerstag 19. Dezember 2013, 11:20

Hallo Eddy,
man, dass ist ja ein fesselnder Bericht. Kann man nachvollziehen wer diese 'Einlage der besonderen Art' organisiert hat? Eigentlich ging es doch nur um den schnöden Härtetest. Kam diese spezielle Erweiterung aus der eigenen Dienststelle oder waren höhere 'Mächte' die Initiatoren (ohne deren 'Ja' ging es wohl eh' nicht).
Mein erster Härtetest (1967) spielte sich noch etwas anders ab. Die sportliche Komponente vorab gab es nicht! Es begann sehr früh mit Gefechtsalarm. Anschließend erfolgte ein 20km Marsch wobei 5km unter totaler Schutzausrüstung zu bewältigen waren. Zwischendurch gab es die berühmten 'Einlagen'. Auch mussten jeder Teilnehmer abwechselnd einen Kameraden mindesten 1 km (galt als verwundet) tragen. Zieleinlauf war ein Schießstand wo mit einer bestimmten Anzahl an Munition von der gesamten Kompanie die vorgegebenen Ziele fehlerfrei bekämpft werden mussten. Grundanliegen des Testes war die Geschlossenheit und Kampffähigkeit der Kompanie zu ermitteln, innerhalb einer vorgegebenen Zeit. Wir schafften es -ohne Ausfälle!!!
Alles was ein Loch hat, muss nicht unbedingt kaputt sein.



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Re: Härtetest

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Beitragvon Eddy » Donnerstag 19. Dezember 2013, 15:59

Hallo @mechaniker,
in diesem Fall wurde der Gefechtsalarm vom Kommando ausgelöst. Die Flottille wusste ja auf Grund der Planung, dass da eine Truppe beim Härtetest war. Soweit ich mich erinnern kann, ist das auch nicht wieder vorgekommen. Der Härtetest der LTS-Abteilung wurde übrigens als erfüllt mit der Note 2 eingeschätzt.
Eddy
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Re: Härtetest

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Beitragvon hage932 » Donnerstag 19. Dezember 2013, 22:23

Eddy hat geschrieben:... Der Härtetest der LTS-Abteilung wurde übrigens als erfüllt mit der Note 2 eingeschätzt.
:genau:
schlimm, wenn es nicht so gewesen wäre. :yes:
Gruß
Gerald

[Beitrag moderiert, wozan]
03.11.1975 bis 01.10.1976
- Flottenschule "Walter Steffens"Stralsund/Parow, Laufbahnausbildung Navigation;
- Teilnahme an der Mai - Parade 1976 vor dem Palast der Republik,
02.10.1976 bis 29.10.1979
- 6. Flottille, 7. LTSB, Boot 932, Steuermann,
- Teilnahme an der Flottenparade zum 7. Oktober 1979 in Rostock / Kabutzenhof

https://kts-boote-volksmarine.beepworld.de



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Re: Härtetest

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Beitragvon Sir Henry » Mittwoch 25. Dezember 2013, 19:37

Hallo mechaniker,

nur mal so

mechaniker hat geschrieben:....
Mein erster Härtetest (1967) spielte sich noch etwas anders ab. ......


Wie kann das sein, wenn doch nach deiner Vita deine Dienstzeit von 10/73 -3/93 war?
Gehen wir mal in deinen Beitrag von 1976 aus und Du hast einen Zahlendreher.
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05/68-03/69 Parow, Funkmess, Lehrgang U 132
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Re: Härtetest

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Beitragvon wozan » Donnerstag 26. Dezember 2013, 10:22

mechaniker hat geschrieben:....
Mein erster Härtetest (1967) spielte sich noch etwas anders ab. ......
Sir Henry hat geschrieben:Wie kann das sein, wenn doch nach deiner Vita deine Dienstzeit von 10/73 -3/93 war?
Gehen wir mal in deinen Beitrag von 1976 aus und Du hast einen Zahlendreher.

Moin Henry,

so einfach mit einem versehentlichen Zahlendreher kann man wohl diesen Beitrag nicht abtun - bereits einem Vergleich zwischen An Bordmeldung und Profilangaben würde dieser Annahme nicht standhalten. Denn sicherlich absolvierte der @Mechaniker zwar wirklich 1967 seinen ersten Härtetest, war allerdings während der in seinem Profil angegebenen zwanzigjährigen "Dienstzeit" Zivilbeschäftigter als Torpedomechaniker der IBas und später Mechaniker bei der Hubschrauberstaffel.
Bis bald mal wieder
Wolfgang :brandenburg:
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Re: Härtetest

[19 / 31]

Beitragvon Hogo » Donnerstag 26. Dezember 2013, 11:11

Mein erster Härtetest 1976 bestand aus Gymnastik mit Panzerkettengliedern, 3000m Lauf, 15 km Marsch und anschließend Sturmbahn. In den 60er Jahren war wohl auch noch Schwimmen mit eingeschlossen. In den 80er Jahren gab es dann nur noch 1000 m Lauf statt 3000 m.



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Re: Härtetest

[20 / 31]

Beitragvon spilli » Donnerstag 26. Dezember 2013, 12:39

Jo Hogo,
war bei uns auch so 1971 nur wir hatten nicht diese Panzerketten sondern wurden in Parow mit der Barkasse zur Fahrinne gebracht und mussten zum kleinen Strand im Objekt zurück schwimmen.
Gruß spilli Bild

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