Das Leben

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Re: Das Leben

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Beitragvon GA4-Maat » Donnerstag 22. November 2018, 01:08

Hallo Eddy…

altes Haus...Du auch noch hier bei der Forumstange… das glaub ich jetzt nicht… Du müsstest doch auch schon in Rente sein… oder… kannst auch nicht stille zu Hause sitzen… wie geht`s Dir nach Deiner OP… na klar… alles ok… wohnt Ihr noch im LTS-Haus in der Ringstraße… siehst gesund aus auf dem Foto… oder ist das Bild schon älter… habt Ihr noch das schöne, kleine DDR-Auto… bei mir fängt`s nun langsam an mit den Prostataproblemen… gehst Du noch als unbezahlter Museumsknecht arbeiten… schneit`s bei Euch schon… ist ja egal… Hauptsache: Alles fit im Schritt… was machen die Kinder ?… rausgewachsen… das dachte ich mir…
(kannst ruhig auch mal was sagen)
Weist Du noch ? ...


(dazu später)

Gruß Michael
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Re: Das Leben

[32 / 50]

Beitragvon Eddy » Donnerstag 22. November 2018, 13:39

Hi Micha,
man so viele Fragen. Natürlich bin ich schon in Rente, war ich schon ein Jahr als wir uns im August 2012 in Dranske getroffen haben. Das Haus in der Ringstraße ist noch das selbe, OP´s bisher alle gut überstanden. Das Museum ist nach wie vor mein "Baby" und zurzeit wird die alte Schule saniert und umgebaut. Hat uns eine Saison Gäste gekostet, aber man kann nicht alles haben. Meine Gesundheit ist altersgerecht mit Zipperlein hier und da.
Winter haben wir noch keinen, speziell Schnee und Eis aber die Temperaturen sind auch gegen Null gefallen.
Unsere Kinder sind ok, unser großer Enkel wird im Frühjahr 2019 mit seiner Ausbildung zum Binnenschiffer fertig und nennt sich dann Steuermann. Die beiden nachfolgenden Enkel steigen dann in die Lehre ein. Also immer Bewegung in der Familie.
Ich hoffe Hartha steht noch stabil auf dem Erdball. Meine Mutter ist vor zwei Jahren mit 92 in Pflegeheim Hartha verstorben. War eine Erlösung für sie , für uns war es nicht so einfach. Nun gehe ich auf die 70 zu, was soll es.
Wir hören uns.
Gruß Eddy
"Tradition pflegen heißt nicht Asche aufbewahren sondern eine Flamme am Leben erhalten!"

Berndt Borrmann, Fregattenkapitän a.D.
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Re: Das Leben

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Beitragvon GA4-Maat » Sonntag 25. November 2018, 10:45

Wünsche allen einen sonnigen November-Sonntag !

Was hat Euch die Petersilie verhagelt ?

... komme mir so einsam im Forum vor oder habe ich schon wieder was falsch gemacht ???
... dann bitte SORRY
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Re: Das Leben

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Beitragvon ManneTS » Montag 26. November 2018, 11:56

Hallo Michael,
hier ist keiner einsam, es gibt dann und wann mal eine kleine schöpferische Pause aber dann, wenn nur einer mal ein richtiges Thema
aufgedeckt hat, explodiert es hier richtig !
Schön das Du dabei bist und noch von unserer guten 852, wie lange warst Du an Bord und von wann bis wann , wer war da noch von den Offizieren
da und von der Besatzung, vielleicht kenn ich noch den einen oder anderen ?

Gruß Manne :ahoi:



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Re: Das Leben

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Beitragvon GA4-Maat » Freitag 30. November 2018, 21:24

... da fällt mir gerade was ein


Jetzt, in diesen Tagen jährt sich für mich (und andere) zum 40sten Mal ein denkwürdiges Jubiläum.

Prinzipiell machte damals jeder Wehrdienstleistende der NVA diese Erfahrung gegen Ende seiner Dienstzeit. Sogar wir, die „Tagesäcke (1455 days)“ haben uns alle (manche auch nur heimlich) daran beteiligt.
Noch heute wird an den Stammtischen im Beitrittsgebiet voller Stolz und Inbrunst von den verschiedenen traditionsverbundenen Zeremonien und auch Abartigkeiten dieses halbjährlich wiederkehrenden Ereignisses erzählt.
Wenn auch die Erinnerungen verblassen, dieses Erlebnis hat sicher niemand vergessen.

In denkbar feierlichster Form musste damals der ERSTE von 150 Abschnitten eines handelsüblichen, buntbemalten Schneiderei-Maßbandes abgetrennt werden. Dazu wurde eine zur Scheinbewusstlosigkeit ausreichende Menge von hochprozentigem Alkohol vorgehalten.

(der zur Unzurechnungsfähigkeit nötige Anteil „Goldbrand“ war damals für mich noch nicht allzu hoch, denn meine inneren Organe vom Typ „Leber“ und „Gehirn“ befanden sich noch in einem spätpubertär, unausgereiften Zustand. Beide Innereien ahnten jedoch damals nicht, zu welchen Höchstleistungen sie in späteren Jahren fähig sein mussten.
Zum Beispiel zum Betriebsfest, wenn es die Jahresendprämie gab.)

Es war also so:
Nach dem offiziellen Teil, der in jedem Truppenteil anders aussah (EK-Kugel-Kegeln, Schildkröte-Schieben und andere teils derbe Späße), trennten wir also feierlich den ersten Abschnitt des Bandmaßes ab und nahmen einen bzw. zwei Schluck aus der Flasche.
Fast unverzüglich machten sich bei vielen erste Anzeichen geistiger Umnebelung breit.
… einige konnten mehr ab.

Die durch Offiziere hoher Dienststellungen sehr beliebte Ausrufung einer höheren Stufe der Gefechtsbereitschaft unseres Truppenteils wäre in dieser Nacht sicherlich möglich,
… aber eher sinnlos gewesen.
Natürlich waren sich die Offiziellen der Flottille klar und einig darüber, dass es zu desaströsen Ergebnissen hätte kommen können, ...
… also ließen sie es.
Die BW würde an diesem Tag bestimmt auch keinen Konflikt vom Zaune brechen, denn dort hatten ja sogar die Grundwehrdienstler viertel nach vier Feierabend und zum Wochenende frei.

Übrigens war die kunstvolle Bemalung des Corpus bandmaßiensis nur in Bezug auf die Gestaltung von Sonn- und Feiertagen etwas reglementiert, ansonsten war viel volkskünstlerische Kreativität angesagt.

Die Beschaffung des Maßbandes war eigentlich kein Problem. Wenn es auch sonst manches nicht immer gab in unserer DDR (Südfrüchte z.B. oder Pkws);
… Maßbänder waren nicht unter „Mangelware“ gelistet.
Und wenn doch, besaß Oma Helene, die ja noch Häkeln, Stricken, Nähen konnte gleich mehrere davon.
P.S. In der MHO wurde meines Wissens nach dieses Utensil nicht vorrätig gehalten bzw. gehandelt.

Die unbemerkte Einbringung von Promillehaltigem in die Flottille war da schon etwas anspruchsvoller. Zur Unterbindung des allbekannten Schmuggelweges über die Zustellorgane der Deutschen Post hatte man führungsseitig die Planstelle der Hauptfeldwebel und Bootsleute ersonnen. Die waren auch nicht auf der Wurschtsuppe daher geschwommen gekommen und requirierten allen Beipack flaschenförmiger Form, außer Haarwasser und Hustensaft.

Wir aber, die Unterschicht der volkseigenen Armee waren auch bisschen helle. Uns standen Logistik-Profis wie Tatra-Maat SG1 zur Seite, die jedes Risiko scheuend, Schnaps in in kleineren bis mittelgroßen Mengen an den Argusaugen des OvD und seinen Erfüllungsgehilfen vobeischifften.

Mir ist schon lange bekannt, dass der militärischen Obrigkeit die Tradition des Bandmaßanschnittes durch die niederen Schichten unserer Wehrdienst absolvierenden Bevölkerung ein Dorn im Auge war. Machte sie (die Tradition) doch deutlich, dass es mit dem Ende des Bandmaßes wieder hinaus in die Freiheit der manchmal schönen und manchmal doch ein wenig engen DDR ging.




Gruß Michael
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Re: Das Leben

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Beitragvon Mario - FMA » Samstag 1. Dezember 2018, 17:01

Einen schönen Beitrag hast Du da geschrieben, Michael. Da kommen erinnerungen hoch. Schon das Anfertigen eines geeigneten Maßbandbehälters dauerte Wochen, wenn nicht gar Monate. Immer wieder wurde geklebt, gesägt o. ä.. War man endlich fertig, hatte man eine noch bessere Idee und fing nochmal was Neues an. Ich hatte mir damals einen schwarzen Holzsarg gebaut.
Unsere Kameraden vom Wachzug hatten eine Vereinbarung, nach der jeder EK, der mit einem nichtabgeschnittenem Maßband von seinen Kameraden erwischt wurde, für jeden eine Mark in die Gemeinschaftskasse zahlen durfte. Abschneiden durfte man immer zum Wachwechsel plus minus 10 Minuten. Außerdem mußte das Maßband immer mitgeführt werden, selbst beim Toilettengang. Deshalb konnte man desöfteren mal einen nackten, aber vollständig eingeseiften Matrosen in seine Stube rennen sehen, der schnell noch sein Maßband holte.
Kurz vor der Entlassung sind die Jungs dann mit ihrer Kasse in Sassnitz an Land gegangen und hatten dann einen sehr schweren Tag danach. :marine:



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Re: Das Leben

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Beitragvon Signäler75 » Samstag 1. Dezember 2018, 18:27

Na Hallöchen erst einmal !!!

Ja, dies alles kenne ich auch. Die Schnipsel wurden nach Hause zu Muttern geschickt. Sie beklebte damit eine große Sektflasche, die dann am Ende der Marinezeit zu Hause gemeinsam geleert wurde. :prost: :genau: Ich hatte 2 zusammengenähte Schulterklappen.

Gruß Berndt



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Re: Das Leben

[38 / 50]

Beitragvon Dietrich Lücke » Sonntag 2. Dezember 2018, 00:37

Ja, so war es bei uns auch schon. Bei uns Kraftfahrern der RD war es damals üblich, beinahe ungeschriebenes Gesetz, dass das Bandmaß in der Plasteklammer getragen wurde mit welchem Kraftstoff dein Fahrzeug lief.
Für die Nichteingeweihten: Es gab Plasteklammern mit unterschiedlichen Farben, die auf die Kanistergriffe geklemmt wurden. Damit sollte verhindert werden, dass ausversehen falscher Sprit in den Tank kam. Dieselkraftstoff hatte eine rote Klammer, die ich quasi stellvertretend für meinen W 50 LA/A getragen und den ich als EK gefahren habe. Hätten wir zu der Zeit noch die URAL 375D als Benziner gefahren, dann hätten wir eine blaue Klammer tragen müssen.

Gruß, Dieter



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Re: Das Leben

[39 / 50]

Beitragvon Zombie » Mittwoch 5. Dezember 2018, 07:39

Man hatte eben viel Zeit in der Freizeit und suchte immer nach mehr oder weniger sinnvollen Beschäftigungen.
@Dieter bist du dir bei den Farben der Kraftstoffklemmen sicher? Ich meine mich an andere zu erinnern. Jedes Diensthalbjahr hatte ja sein Erkennungszeichen. So wurden ja die Neuen in der Flotte als "Dachse" bezeichnet und trugen bei uns eine weisse Plastikklemme, weil darauf "DK" für Dieselkraftstoff geprägt war, was bei uns zur "Dachsklemme" wurde. Dann kam der "Schäkel", gefolgt vom "Konter". Dieser trug meist eine große Sechskantmutter, die mit Blei ausgegossen wurde. Mit den darin eingeritzten Initialen, diente sie als Siegel für die unzähligen Briefe, die man schrieb. Und schließlich kam dann der "Vize" - seine Erkennungsmarke war die rote Klemme mit der "VK" Prägung für Vergaser(?)-Kraftstoff. Darüber ist aber bestimmt in einem anderen Forum schon sinniert worden.



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Re: Das Leben

[40 / 50]

Beitragvon Thommy206 » Mittwoch 5. Dezember 2018, 08:39

Zombie hat geschrieben:[...]
So wurden ja die Neuen in der Flotte als "Dachse" bezeichnet und trugen bei uns eine weisse Plastikklemme, weil darauf "DK" für Dieselkraftstoff geprägt war, was bei uns zur "Dachsklemme" wurde.
Dann kam der "Schäkel", gefolgt vom "Konter". Dieser trug meist eine große Sechskantmutter, die mit Blei ausgegossen wurde. Mit den darin eingeritzten Initialen, diente sie als Siegel für die unzähligen Briefe, die man schrieb.
Und schließlich kam dann der "Vize" - seine Erkennungsmarke war die rote Klemme mit der "VK" Prägung für Vergaser(?)-Kraftstoff...

das kann ich auch für die Landeinheiten im KVM in Rostock in den 1980'er Jahren genauso wie von @Zombie beschrieben, bestätigen. Oh Mann, Bilder entstehen wieder im Kopf - herrlich !!!
Zeitlich in der Abfolge glaube ich mich zu erinnern war es wie folgt:
das 1.Hj an der U-/Flottenschule als "Glatter" weg, dann aufgenommen als "Dachs" mit der DK-Klemme in der neuen Einheit bis Ende 2.Hj.
den "Schäkel" trugen wir bis Ende 3.Hj. Dann kam die "Konter"-mutter bis Ende 4.Hj.
Vom angehenden "EK" bekam der "Vize" zu Beginn des 5.Hj. dann "feierlich" auf einem dafür eigens geplanten Landgang dessen rote Klammer, weil der ja nun selbst die letzten 150 Tage zum "Bandmaßträger" wurde.
Die weiße und die rote Klammer waren immer sehr gefragt und wohl auch zum Teil schon durch viele Hände gegangen.
Es zahlte sich immer aus, einen guten Kontakt zum Schirrmeister oder generell zum Kfz.-Bataillon zu haben, um eventuell mal einen Ersatz zu bekommen.
Auch die meisten Bandmaßbehälter wechselten innerhalb der Einheiten am vorletzten Tag den Besitzer, kaum einer, der seine "Trophähe" mit nach Hause nahm - der "Sarg", den ich "in Empfang" nehmen wurfte, war lt. seiner Kerben auf dem Deckel schon 9 "Entlassungsperioden" alt. Und selbstverständlich war der aktuelle "EK" auch für die technische Instandsetzung bei eventuell notwendigen Reparaturen "SEINES BESTEN STÜCKES" verantwortlich.
mit kameradschaftlichem Gruß
___________________________
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- Henry Ford -


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