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Re: Kompensierdalben

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Beitragvon Bootsmann H-91 » Sonntag 24. Oktober 2010, 11:59

Torpedomechaniker hat geschrieben:Hallo Jens,
wir waren mit der H 97 nie am Kompensierdalben und andere Wohnschiffe vom Projekt 62
auch nicht,weil diese immer mit 2 Schlepper bewegt wurden.
Ein Schlepper zog über das sogenannte Schleppgeschirr
und der zweite machte Steuerbord achtern fest und schob.Gleichzeitig
führte er die Rudermanöver durch.In meiner Zeit ist nie während der Fahrt
mit dem Ruder vom Wohnschiff gearbeitet worden.
herzliche Grüße Fred v.d.H97


Ich habe in den 8,5 Jahren auf der H-91 als Oberbootsmann gedient und kann voll bestätigen, was Fred hier geschrieben hat.
Im Gegensatz zu den Booten (RS,TS,KTS) wurden die Wohnschiffe n i c h t kompensiert. Ich habe jedenfalls wärend meiner aktiven Zeit (1970-1979) nie erlebt, das wir kompensiert wurden, auch nicht nach den 3 Werftliegezeiten die ich mit H-91 hatte. Die Wohnschiffe (Proj. 62.) besaßen zwar auf dem Signaldeck und im Ruderhaus je einen großen Magnetkompass, deren Anzeige aber für Navigationszwecke nicht verwendet wurde. Es gab ja auch keine Veranlassung dazu, denn bei den Überführungen und "Lenzfahrten" waren wegen des fehlenden Eigenantriebes die Schlepper für die Revierfahrt, die Kurse auf See, Auswahl derAnkerplätze und die Seeraumüberwachung zuständig. Der Wohnschiffskommandant war allerdings der verantwortliche Schleppzugkommandant und stand mit dem Kopfschlepper auf See über einen vorher festgelegten UKW-Kanal in Sprechfunkverbindung. Beim An- und Ablegemanöver und bei der Revierfahrt wurde mit Handsprechfunkgeräten kommuniziert. Manchmal gab es da auch ganz schöne Kabbeleien untereinander, weil die Schlepperkapitäne ja meist ihren Kopf durchsetzen wollten. Bin mit vielen Kommandanten mit dem Wohnschiff auf See gefahren, alle waren vorher erfahrene RS- oder TS-Bootskommandanten gewesen, aber einen "Platsch" von Dranske-Bug nach Warnemünde zum Molchen und von dort dann "Außenrum" nach Wolgast in die Werft zu bringen, war auch nicht gerade einfach gewesen! Denn ein Schleppzug mit solch großem Anhang und entsprechender Manöverierbehinderung hat eben auch seine eigenen Besonderheiten! Ehrlich gesagt, ich habe immer die Schlepperkapitäne bewundert, wie sie die manchmal heiklen Situationen gemeistert haben, spreche Ihnen noch heute meine Hochachtung aus! Bei den Brückendurchfahrten in Wolgast verblieben seitlich gerade mal 20cm zwischen Brückenleitwerk und unserer Scheuerleiste, und den 74,40 m langen und ca.12,0 m hohen Kasten (ca. 700m² Segelfläche!) bei Seitenwind in die enge Brückendurchfahrt einzufädeln war jedesmal ein wahres Meisterstück der Schlepperbesatzungen. Ich bin insgesmt 8 mal mit H-91 durch die Wolgaster Brücke, aber keine Durchfahrt war so wie die Vorherige, zweimal hat es auch mächtig gekracht und die Brückenleitwerke zum Wackeln gebracht!
Bei uns war es vom Kommandanten(damals KLTrepping) so festgelegt, das ich als Bootsmann nebenbei auch eine eigene Standortbestimmung durch Kreuzpeilung von verschiedenen Landmarken durchführte und die Schnittpunkte in die entsprechenden Seekarte eintrug und auch mitgekoppelt habe...Ich bin zwar auch kein ausgebildeter "Navigäler", habe mir aber trotzdem die wichtigsten Fragen der einfachen terrestrischen Navigaton angeeignet, KL Trepping hat mir da so einiges beigbracht.
Am Tage hatten wir meist Landsicht und Nachts dienten die Leuchtfeuer an der Küste als Fixpunkte. Ich kann mich noch daran erinnern das wir bei einer Überfahrt (Warnemünde-Wolgast) sogar mit der vorhandenen Ruderanlage versucht haben, den Schlepperkurs zu halten bzw. zu unterstützen. Das war natürlich ein fast sinnloses Unterfangen! Weil die Übertragung der Ruderkräfte vom dem riesigen Steuerrad (fast so groß,wie auf einer alten Windjammer) über ein Gestänge zum Heck erfolgte und allein durch die unmögliche Unterwasserform des Schiffskörpers die Ruderwirkung gleich Null war. Diese "Betätigung" haben wir dann recht schnell wieder aufgegeben, aber erst nachdem der Kommandant (Klaus Trepping) es selbst versucht hat, mit dem Steuerad Kurs zu halten. Ja, Ja, Grau ist alle Theorie und erst in der Praxis erfährt man dann die Wahrheit!
Oh je! Das ist ja jetzt ein superlanger Beitrag geworden, aber über die Wohnschiffe ist in Bezug "auf See" ja recht wenig bekannt, darum habe ich hier mal ein wenig mehr geschrieben. Viele Grüße an alle, Euer Bootsmann H-91
Zuletzt geändert von Bootsmann H-91 am Freitag 29. Oktober 2010, 13:58, insgesamt 2-mal geändert.
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Re: Navigation

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Beitragvon kommandant924 » Sonntag 24. Oktober 2010, 12:25

Was heißt hier lang? Interessant ist der Beitrag!!
Ich habe mir mal gesagt, wenn Du nicht mehr KTS fahren kannst, eines willst Du garantiert nicht: Kommandant eines SSP werden...
Das schreibe ich mit größten Respekt!!
"Wenn Du ein Schiff bauen willst, dann trommle nicht Männer zusammen,
um Holz zu sammeln und Arbeiten einzuteilen, sondern lehre die Männer
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Re: Navigation

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Beitragvon Bootsmann H-91 » Freitag 29. Oktober 2010, 14:48

Ja, da hast Du wohl recht, Micha! Im Vordergrund standen natürlich immer die Boote und nicht die Wohnschiffe, wir waren ja auch "nur" die Dienstleister. Übrigens habe ich mit unserem Motordingi mehrfach RS-Boote der 1.RSA um den besagten Kompensierdalben gedreht. Wir lagen damals an der Pier-IV- (außen) und der ACH fragte beim Kommandanten H-91 nach, ob es möglich wäre mit dem Dingi am Heck des Bootes festzumachen und dann die Drehungen durchzuführen. Habe ich dann als "Dingi-Kapitän" zur vollsten Zufriedenheit der Bootskommandanten gemacht. Für mich war das auch wieder etwas Neues und ich wollte natürlich genau wissen, warum dieses blöde im Kreis herum drehen überhaupt notwendig ist. Und ich habe es mir dann natürlich erklären lassen.
Die Motordingis wurden dann später (Mitte der 70-iger Jahre) auf Befehl von Bord gegeben, angeblich, weil sie ihre Nutzungsdauer erreicht hatten. Komischerweise tauchten dann später das eine oder andere Dingi als private Anglerfahrzeuge wieder in Dranske und in Stralsund auf, sie waren also verkauft oder verschenkt worden. Genauso wurde dann auch mit den K-10 Kuttern verfahren, die ebenfalls auf Befehl abgerüstet wurden. Warscheinlich war der wahre Hintergrund für beide Aktionen der, das man in der Flottillenführung Angst hatte, das sich damit vielleicht jemand (oder mehrere) über die Ostsee "absetzen" könnten. Da hat bestimmt auch das MfS seine Hände mit drin gehabt. Denn so richtig erklärbar war das alles nicht. Zumindest auf den RS-Wohnschiffen haben die Bootsleute die "Beiboote" gehegt und gepflegt - sie waren ja auch als zusätzliche Rettungsmittel in der Schiffsrolle deklariert. Wir haben mit dem K-10 an Wochenenden oft Segeltouren im Wieker Bodden unternommen, natürlich immer mit vorherigem Antrag und mit offizieller Erlaubnis durch den OP-Dienst der 6.Flottille. Doch wie gesagt, das war dann Mitte der 70-iger Jahre alles vorbei.
Übrigens, das heute im Marinemuseum Dänholm auf dem Freigelände ausgestellte Motordingi ist n i c h t das Original-Dingi von H-91! Es wurde von K.Trepping (Museumschef) nur so benannt, in Erinnerung an seine Zeit als Wohnschiffskommandant auf der H-91.

Viele Grüsse Bootsmann H-91
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Re: Navigation

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Beitragvon kommandant924 » Freitag 29. Oktober 2010, 15:35

Bootsmann H-91 hat geschrieben:Übrigens, das heute im Marinemuseum Dänholm auf dem Freigelände ausgestellte Motordingi ist n i c h t das Original-Dingi von H-91! Es wurde von K.Trepping (Museumschef) nur so benannt, in Erinnerung an seine Zeit als Wohnschiffskommandant auf der H-91.

Viele Grüsse Bootsmann H-91

So ein Schelm aber auch, unser Chef... :frechlach:
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Re: Navigation

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Beitragvon Mariner-CB » Freitag 29. Oktober 2010, 18:04

Hallo Kameraden, :hello:
einige der Motordingis sind wahrscheinlich auch schon früher von Bord gegeben worden, denn das Dingi von dem SSP (H-96) auf dem ich Quartier hatte war schon Ende 1970 nicht mehr da. Auch als ich 1973 auf H-93 einzog, war dort kein Dingi mehr vorhanden, nur noch der ZK-10.
Später,wieder im Zivilleben, als ehrenamtlicher Ausbilder und Kampfrichter bei der GST hatte ich dann reichlich Gelegenheit mit einem Motordingi Spass zu haben. Zur Wanderfahrt mit Kuttern im Schlepp, bei der Bootsausbildung der Matrosenspezialisten :steuermann: oder als Kampfrichterboot, war es ein feines, lautes und sparsames Wasserfahrzeug. Noch heute habe ich den Klang des 1HK-65 von meinem geliebten Hafentrecker im Ohr. Schade, das dieses Schiffchen nach der Wende vergammelt ist und den Weg alles Altmetalls ging.

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Re: Navigation

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Beitragvon kommandant924 » Freitag 5. November 2010, 20:13

Ich probiere mal, aus der Erinnerung heraus, einige Dinge aufzuschreiben, die wir auch in Zusammenarbeit mit der Seefahrtstschule in Warnemünde angepackt hatten.
Navigation als Teil der Schiffsführung, umfaßt im Grunde "nur" 2 große Bereiche:
Bahnführung und Kollisionsverhütung
Bahnführung versteht sich als Bahnfestlegung, Bahnkontrolle und Bahnrückführung.
Bahnfestlegung - Reisevorbereitung im Hafen (Vorkopplung, nautische Bücher und Mitteilungen, Seekarten etc.)
Bahnkontrolle sind die schlechthin bekannten Navigationsverfahren (Koppelnavigation, terrestrische N., Radarnavigation, Funknavigation und klassisch astronomische N., heute Satnav)
Kollisionsverhütung versteht sich als Manöver zur Meidung des Nahbereiches.
Das wären die Dinge (möglicherweise noch nicht vollständig), die sowohl für zivile und militärische Fahrzeuge relevant waren/sind.
Dazu kommt bei der Marine die militärische Navigation, die einen Zusammenhang zwischen dem taktischen Manövrieren des Schiffes bei Gefechtshandlungen und der navigatorischen Führung des Schiffes herstellt.
Und wer sich noch an seine Ausbildung zurück erinnert, weiß, das der gut gespitzte Bleistift in mehreren Ausfertigungen Grundvoraussetzung für solide Navigation war... :genau:
_____________________________________________________________________________________
Edit:
Ich finde gerade einen interessanten beitrag/Seite zum Thema: Nautisches Lexikon
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Re: Navigation

[67 / 72]

Beitragvon SchikoBAT » Freitag 5. November 2010, 20:43

Hailo allerseits,
Hailo Bootsman H-91,

immer wieder schön, für mich als Land-RD immer wieder interessant.

Frage: Wenn die H-... schon keinen Eigenantrieb hatten, wurden dann die Schlepper kompensiert? Ich denke mal ja (nachdem was ich hier so gelesen -oder vielleicht auch überlesen-habe), aber was sagen die Fahrenden unter uns?

Wurden auch die anderen -etwas größeren-(Schiffe der DSR usw.) kompensiert?

Bis denne :autofahren:



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Re: Navigation

[68 / 72]

Beitragvon Torpedomechaniker » Samstag 6. November 2010, 00:11

Hallo Bootsmann H-91
bitte schreib weiter so.
Deine Beiträge können gar nicht lang genug sein.
Oder besser noch schreibe doch ein Buch über
deine Dienstzeit bei der VM.Findet bestimmt
reißenden Absatz.
Als ich im Oktober 1974 an Bord der H-97 kam,
war kein Motordingi mehr an Bord nur noch der K 10.
Wie sah das Dingi eigentlich aus?
Der Kutter war auch Ende April 1977 immer noch an Bord.
Mit dem haben wir Sonntag´s im Sommer schöne
Segeltörns gemacht.Es wurden Getränke und Verpflegung
gebunkert und dann ging es ab nach Hiddensee.
Einfach herrlich.
Gruß euer Fred v.d.H97



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Re: Navigation

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Beitragvon hage932 » Samstag 6. November 2010, 09:55

Torpedomechaniker hat geschrieben:... als ich im Oktober 1974 an Bord der H-97 kam,
war kein Motordingi mehr an Bord nur noch der K 10.
Wie sah das Dingi eigentlich aus?
Der Kutter war auch Ende April 1977 immer noch an Bord.
Mit dem haben wir Sonntag´s im Sommer schöne
Segeltörns gemacht.Es wurden Getränke und Verpflegung
gebunkert und dann ging es ab nach Hiddensee.
Einfach herrlich.


so ist es nun mal, die Kollegen vom Wohnschiff haben sich einen schönen Tag gemacht und die Besatzungen der Boote haben Oberdeck geschruppt.
Das besagte Motordingi kannst Du Dir im Museum Dänholm ansehen, da steht eins, ist von der H 91.
Sieh mal hier nach :guckstduhier: Dingi H 91

Gerald

[Zitat gekürzt / originalen Link "umgeschrieben" - so funzt es jetzt! wozan]
03.11.1975 bis 01.10.1976
- Flottenschule "Walter Steffens"Stralsund/Parow, Laufbahnausbildung Navigation;
- Teilnahme an der Mai - Parade 1976 vor dem Palast der Republik,
02.10.1976 bis 29.10.1979
- 6. Flottille, 7. LTSB, Boot 932, Steuermann,
- Teilnahme an der Flottenparade zum 7. Oktober 1979 in Rostock / Kabutzenhof

https://kts-boote-volksmarine.beepworld.de



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Re: Navigation

[70 / 72]

Beitragvon Bootsmann H-91 » Samstag 20. November 2010, 00:55

Hallo Gerald,
so ganz richtig liegst Du aber nicht mit der Äußerung zum "Schönen Tag machen" auf dem Wohnschiff. Natürlich gab es auch Tage, an denen man sich in der Freizeit mal mit dem Kutter zum Segeln oder dem Motordingi zum Angeln abgemeldet hat, so wie es Torpedomechaniker beschrieben hat. Meist war das aber nur an wenigen Wochenenden im Sommer möglich. Zumindest bis 1975 gab es da auch keine Genehmigungs-Probleme, wenn die Segeltour rechtzeitig über die OP-Dienste der Brigaden beim OP-Dienst der Flottille angemeldet wurde. Nachdem es dann aber einen Unfall beim Segeln gab (auf Höhe der Wittower Fähre soll ein ZK-10 eine Grundberührung und einen Mastbruch durch eine heftige Bö erlitten haben), wurde das Segeln im Bodden leider verboten. Später wurden die Kutter dann auch ganz von Bord genommen. Bei uns in der 1.RTSB war es so geregelt, das zum Segeln mit dem ZK-10 des Wohnschiffs auch Bootsbesatzungen rausfahren konnten, wenn sie es rechtzeitig anmeldeten. Es gab in fast allen Besatzungen ja Genossen, die bei der GST den Segelschein gemacht hatten und somit auch mit dem Kutter mit ihren Besatzungsmitgliedern segeln konnten.
Übrigens ist es auch nicht so ganz "ohne", bei einem Wohnschiff das Oberdeck zu schrubben oder oder Farbe zu waschen! Vom Pönen des Außen- und Innenschifs möchte ich hier erst gar nicht anfangen zu reden - und die Besatzung eines Wohnschiffs bestand auch nur aus 25 Mann (ohne Offz)! Was da für Flächen bearbeitet werden müssen, das weiß jeder, der auf einem Platsch mal gediehnt hat. Und was z.B. das Hand-Reinigen der Kombüsenzellen und Fäkalienzellen anbetrifft, darüber können auch nur die "Insider" etwas sagen, denn das geschah immer dann wenn die Boote im Hafen lagen und das Wohnschiff zum "Lenzen" auslief. Also bitte doch ein wenig daran denken, das wir "Wohnschiffer" uns nicht nur einen "Lenz" gemacht haben, sondern da war auch immer eine ganze Menge zu tun - damit die Boote ihre Aufgaben erfüllen konnten.
Und hier nochmals der Hinweis: das Motordingi, das heute im Marinemuseum Dänholm ausgestellt ist, war n i e als Originaldingi auf H-91! Die Beschriftung "H-91" wurde vom Leiter des Museums Klaus Trepping angebracht, weil er selbst einige Jahre als Kommandant auf H-91 gedient hat. Das Dingi wurde von der Barther Bootswerft, das die Motordingis in den 1960-iger Jahren gebaut hatte, dem Museum übergeben.
So, das war es mal wieder. Ich wollte hier mal eine Lanze für die Wohnschiffer brechen, denn ohne die Sicherstellung einer umfassenden Versorgung der Boote mit DK, Öl,Wasser,Munition,Torpedos, Verpflegung, Bekleidung/Ausrüstung, wäre eine Aufgabenerfüllung der Boote wohl nicht so gut möglich gewesen. Wenn die Boote nach dem Seeeinsatz am schwimmenden. Stützpunkt festgemacht hatten, dann begann dort erst die eigentliche Arbeit, egal zu welcher Tages- oder Nachtzeit!
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