Seite 1 von 2

Dienstzeit 1957 bis 1959 in der IV.

BeitragVerfasst: Sonntag 13. Januar 2008, 19:47
von Carsten
hallo Kameraden der IV. Flottille,

wahrscheinlich gehöre ich zu den Ältesten, die sich bei Euch an Bord melden. Meine Dienstzeit in der IV. war von Mitte 1957 bis August 1959. Bin als Puster auf dem Versorger, damals H42 gefahren. (Das Schiff liegt heute in Greifswald unter dem Namen "Arthur Becker" und fungiert umgebaut als Taucherschiff. ) Vorher, wie damals üblich, Grundausbildung, 6 Monate Wachkompanie und danach Flottenschule Parow. Nun zu meinem Anliegen: Kennt jemand von Euch zufällig noch Leute, die mir einen Hinweis auf den Verbleib einzelner Besatzungsmitglieder geben könnten. Es wäre z.B auch denkbar, dass z.B. Kinder der Gesuchten in den späten 70er oder 80 Jahren ebenfalls bei der Volksmarine gedient haben und meinen Beitrag in diesem Forum lesen. Für eine Antwort wäre ich Euch dankbar.

Euch allen

Ahoi und immer eine Handbreit Wasser unterm Kiel.


Die Besatzung:

Carsten H42_tumb.jpg
jeweils von links nach rechts
Oben:
Maschinist Harry Firl/Seemann ????/Smutje Gottlieb Hempel/Seemann ...Wenzel/ Kmdt. damals 1.WO, Eddy Ziegler
Mitte: Maschinist ....Strunz/ 2. Funker Eberhard Wölfer,/Seemann ???? aus Leipzig, genannt Moses/ Seemann Otto ...
Unten: Funker Carsten Heer / E-Mixer...
Bild
H42.jpg

Re: Dienstzeit 1957 bis 1959 in der IV.

BeitragVerfasst: Donnerstag 31. Januar 2008, 21:35
von Norbert Kaatz
Anmeldungsdatum: 25.09.2007 altes Forum
Verfasst am: 05.01.2008, 18:26

Hallo Carsten,

Zuerst einmal Wilkommen im Club, Du gehörst somit zu den Älteste,
da mir Deine genannte Bordnummer unbekannt war, auch in der Literatur nicht genannt wird, Du aber den Namen "Artur Becker" der GST genannt hast, nun einige Daten zu dem Schiff.

Also Dein Schiff war der :

Logger 236 "Ruden" Bauwerft: Roßlauer Schiffswerft
Indienststellung: 01.04.52; Außerdienststellung: 29.10.71 mit Übergabe an die GST-Marineschule Greifswald
Bordnummern:
Seepolizei/VP-See : 931,
Seestreitkräfte : H42,
Volksmarine : E-61, E-79,

Von 1971 bis 1990 als Taucherausbildungsschiff "Artur Becker" bei der GST-Marineschule eingesetzt,

Verbleib nach 1990 : hier habe ich keine Angaben.

Zu Deiner Suche nach Kameraden kann ich nicht helfen, vieleicht kannst Du aber einige Namen nennen, dann wird es bei allen Kameraden besser gehen, informiere Dich auch auf der Forumseiten der 1.Flottille, der 6.Flottille, der KSS-Seite und weitere VM-Seiten.

Gruß

_________________
Norbert Kaatz
[ R11 - Habicht- & Krake ]
(Organisation- Treffen der Habicht-& Krakenfahrer)

1967-1970 - R11 - 1.Flottille Peenemünde
10-12/1976 - Medpumkt - 4.Flottille Hohe Dühne(Resevist)

Re: Dienstzeit 1957 bis 1959 in der IV.

BeitragVerfasst: Donnerstag 31. Januar 2008, 21:37
von Uwe
Anmeldungsdatum: 10.09.2007 altes Forum
Verfasst am: 10.01.2008, 21:35


Hallo Carsten ,

als momentan unser ältesten Seemann "Willkommen an Bord!" Wir würden uns freuen , wenn du auch ein bischen von eurem Seemannsleben erzählen würdest. Wie unser "alter" Seemann Manfred. Da schon kaum ich und noch viel weniger die jungen Seemänner viel über eure Dienstzeit wissen. Übrigens ihr habt den Knoten um den Hals nicht getragen wie wir.

MfG.
Uwe

Re: Dienstzeit 1957 bis 1959 in der IV.

BeitragVerfasst: Freitag 1. Februar 2008, 09:27
von Carsten
Hallo Uwe,

gerne komme ich Eurem Wunsch nach, ein paar Sätze über die Dienstzeit meiner Generation zu verlieren. Meine Dienstzeit erstreckte sich von Herbst 1955 bis August 1959. Bis 1956 liefen wir unter "Volkspolizei See", danach stand auf unseren Mützenbändern "Seestreitkräfte". Übrigens trugen wir ab diesem Zeitpunkt auch den
Knoten mit Fliege, in der Regel jedoch nur auf der ersten Geige(Ausgangsuniform). Wir waren damals ausschliesslich Freiwillige. Wehrpflicht gab es noch nicht und damit auch keine EK-Bewegung. Mannschaftsdienstgrade mussten sich für drei Jahre verpflichten , für Unteroffiziersdienstgrade sowie für Offiziere waren die Verpflichtungszeiten unterschiedlich geregelt. Die Grundausbildung erfolgte immer in Saßnitz und belief sich auf 2 Monate. Sie zeichnete sich durch Härte und verglichen mit späteren Jahrgängen durch sehr primitive Bedingungen aus, wie grosse Schlafsäle, ungeheizte, von den Schlafbaracken entfernte Waschmöglichkeiten und statt Toiletten hatten wir einen "Donnerbalken"´. Danach wurden die "Genossen Matrosen" für ein halbes Jahr an unterschiedlichen Standorten als Wachsoldaten eingesetzt. Mich persönlich verschlug es nach Wolgast. Der Wachdienst erfolgte im 24-Stunden-Rhytmus. 24 Stunden Wachdienst, 24 Stunden Bereitschaft und 24 Stunden frei. Im Gegensatz zur Grundausbildung, in der wir nur an einem Gemeinschaftslandgang teilnehmen durften, erhielten wir nun an den freien Tagen Landgang bis jeweils 0.00 Uhr. Erst ab dem vierten Dienstjahr gab es Landgang bis zum Wecken. Am Ende dieser Zeit erfolgte die Komissionierung, d.h. es wurde festgelegt, wer welche Ausbildung erhielt. Das lief bei mir in etwa so ab: Frage,: Welche Laufbahn wollen Sie einschlagen? Antwort: Steuerei und Navigation. Frage: Beherrschen Sie das Morsealphabet? Antwort: Ja. Ergebnis: Abtreten, Sie sind der geborene Funker. Die Ausbildung in Parow erstreckte sich normalerweise über sechs Monate in allen Laufbahnen. Nebenbei erwähnt hatten die Leute mit dem geborenen Funker offenbar recht. Nach meiner Dienstzeit erhielt ich einen Studienplatz, legte das zivile Grossfunkzeugnis ab und arbeitete in diesem Beruf noch viele Jahre. Nach Parow verschlug es mich in die IV. nach Warnemünde und wir bereits erwähnt auf den Versorger mit der taktischen Nummer H42. Im Gegensatz zu den "Kriegsschiffen" erstreckte sich unser Dienst im wesentlichen auf den seemännischen Teil. Die militärische Seite spielte bei den Hilfsschiffen eine untergeordnete Rolle. Unsere Bewaffnung bestand aus ein paar Handfeuerwaffen. Stahlhelme, Schutzbekleidung und Gasmasken kannten wir nicht. Das Verhältnis zwischen den verschiedenen Dienstgraden war in der Regel kameradschaftlich. Da unser Schiff ursprünglich als Kabelleger für zivile Zwecke gedacht war, hatte ich eine Einzelkabine mit Durchgang zum Funkraum. Was will man mehr. Gegen Ende meiner Dienstzeit wurden die Hilfsschiffe mit zivilem Personal besetzt. Kommandant und Funker blieben als einzige uniformiert. Also ein Traumjob. So, das solls für heute gewesen sein. Ich hoffe den Erwartungen bezüglich einer groben Schilderung der damaligen Verhältnisse, bezogen auf meine Entwicklung, im wesentlichen gerecht geworden zu sein. Gerne bin ich bereit nach Mögichkeit konkreter auf entsprechende Fragen zu antworten.

Ahoi und seid herzlichst gegrüsst

Carsten Heer

Re: Dienstzeit 1957 bis 1959 in der IV.

BeitragVerfasst: Freitag 1. Februar 2008, 17:16
von Uwe
Hallo Carsten,

ich kann gar nicht glauben, dass an euch "Alten Seemännern" so ein großes Interesse besteht. Dem Laue Manfred seine Beiträge hatten im alten Forum über 700 Aufrufe, in 2 Monaten, und die waren richtig real, obwohl Manfred das nicht glaubt. Ich muss aber sagen, dass mich eure Dienstzeit auch sehr interessiert, da schon wir, damit meine ich meine Generation, doch recht komfortabel dienten. Also schreib doch ruhig wie bei euch so ein Tag ablief. Vor allem Bilder sind sehr interessant. Auf jeden Fall denke ich habt ihr solche große Aufmerksamkeit verdient. Und dir auch "immer ne handbreit Wasser unterm Kiel"!
MfG.
Uwe

Re: Dienstzeit 1957 bis 1959 in der IV.

BeitragVerfasst: Sonntag 3. Februar 2008, 12:40
von witzi
Hallo Carsten,

mein vater war auf dem ersten Schulschiff "Ernst Thälmann" kennst du das noch?

grenzergruß witzi

Re: Dienstzeit 1957 bis 1959 in der IV.

BeitragVerfasst: Sonntag 3. Februar 2008, 14:39
von Carsten
Hallo Witzi,

das Schulschiff Ernst Thälmann ist mir bekannt. Persönlich war ich aber nie an Bord dieses Schiffes.
Soweit ich mich erinnern kann, lag es während meiner Dienstzeit in Peenemünde und gehörte somit
zur ersten Flottille der Seestreitkräfte. Es muss zu Zeiten der "Volkspolizei See" in etwa 1952 oder 1953
in Dienst gestellt worden sein und soll dann später als Wohnschiff gedient haben.

herzliche Grüsse

Carsten

Re: Dienstzeit 1957 bis 1959 in der IV.

BeitragVerfasst: Montag 4. Februar 2008, 09:15
von witzi
hallo carsten,
danke für deine antwort.

mein vater hat damals auch die ganze werftzeit mitgemacht . wurde in wolgast durchgeführt.

Gibt es noch bilder???

Grenzergruß
witzi

Re: Dienstzeit 1957 bis 1959 in der IV.

BeitragVerfasst: Montag 4. Februar 2008, 16:46
von Carsten
Hallo Witzi,

die Werftzeiten, auch die turnusmässigen Überholungen wurden immer in Wolgast durchgeführt. Habe
mit unserem Dampfer auch ein oder zwei mal dort im Trockendock gelegen.
Vom der Ernst Thälmann habe ich persönlich keine Bilder. Versuche es doch mal auf der WEB-Seite der
ersten Flottille (Peenemünde).

herzlich Grüsse

Carsten

Re: Dienstzeit 1957 bis 1959 in der IV.

BeitragVerfasst: Montag 4. Februar 2008, 19:50
von Manfred7-44

Hallo Witzi,
hier hast Du ein paar Bilder von der Entstehung der alten " Ernst Thälmann ".
Sie stammen aus dem Forum der 1.Flottille.
MfG
Manfred

Fischereischutzschiff Hvidbjoernen 1940.jpg
Wrack 1949 in Warnemuende.jpg
Wrack_ (Large).jpg
Marineschulschiff 1952.jpg

Re: Dienstzeit 1957 bis 1959 in der IV.

BeitragVerfasst: Mittwoch 6. Februar 2008, 07:39
von witzi
hallo laue ,

vielen dank für die bilder.

grenzergruß witzi

Re: Dienstzeit 1957 bis 1959 in der IV.

BeitragVerfasst: Samstag 9. Februar 2008, 21:43
von Manfred7-44

Hallo Witzi,
danke für Deinen Anruf,
bin wieder zurück, unseren DSL-Ruder haben wir durch einen neuen ersetzt.
Hier hast Du ein etwas besseres Bild von der " Ernst Thälmann"
MfG
Manfred
image-2.jpg

Re: Dienstzeit 1957 bis 1959 in der IV.

BeitragVerfasst: Samstag 23. Februar 2008, 20:33
von witzi
hallo laue,

vielen herzlichen dank für das tolle foto.


genau was ich gesucht habe.

grenzergruß

witzi

Dienstzeit 1957 bis 1959 in der IV.

BeitragVerfasst: Dienstag 8. April 2008, 22:25
von Carsten
wie bereits erwähnt war das Leben an Bord des Versorgers im Vergleich zu den anderen Marineeinheiten
der 50er Jahre weniger militärisch ausgerichtet. Da das Schiff ursprünglich für zivile Zwecke (Kabelleger) gebaut wurde, war auch die Ausstattung im Vergleich zu den Kriegsschiffen und -booten der 50er Jahre relativ komfortabel. Dazu zwei Fotos. Leider ließen sie sich nicht scannen, da sie in einem Album fest "verankert" sind. Der Betrachter mag die mangelhafte Qualität entschuldigen.

P4080038_01.JPG
P4080042_01.JPG

Re: Dienstzeit 1957 bis 1959 in der IV.

BeitragVerfasst: Dienstag 8. April 2008, 22:38
von Uwe
Hallo Carsten,
also einmal deine Dienstzeit realistisch betrachtet, du bist sicherlich etwas später in Rente gegangen, da du ja schon an Bord ein paar Jahre "Rente" gehabt hast. :lol01:
MfG.
Uwe

Re: Dienstzeit 1957 bis 1959 in der IV.

BeitragVerfasst: Dienstag 8. April 2008, 22:52
von Carsten
Uwe hat geschrieben:Hallo Carsten,
also einmal deine Dienstzeit realistisch betrachtet, du bist sicherlich etwas später in Rente gegangen, da du ja schon an Bord ein paar Jahre "Rente" gehabt hast. :lol01:
MfG.
Uwe


habe ich mit dem "ins Netz stellen" meiner Dienstzeit einen Fehler gemacht? Man Uwe, vertell dat blos nicht der BFA -
das führt unweigerlich zu einer Rentenkürzung. :#:

MfG

Carsten

Re: Dienstzeit 1957 bis 1959 in der IV.

BeitragVerfasst: Dienstag 8. April 2008, 22:56
von Uwe
Versprochen Carsten!!!! :grinning-smiley-043:
Mfg.
Uwe

Re: Dienstzeit 1957 bis 1959 in der IV.

BeitragVerfasst: Dienstag 8. April 2008, 22:58
von Carsten
danke Dir :beer:

Re: Dienstzeit 1957 bis 1959 in der IV.

BeitragVerfasst: Dienstag 8. April 2008, 23:02
von Jambo
Bei uns wurde immer gesagt, ich werfe meinen Ausweis weg und lass mich schätzen, dann zahlen die freiwillig 20 Jahre Rente nach. :thumbsup: :lol01:

Re: Dienstzeit 1957 bis 1959 in der IV.

BeitragVerfasst: Dienstag 8. April 2008, 23:04
von Carsten
Übrigens, weil ich heute noch Stabsmatrose werden will, sage ich euch beiden, die noch im Netz sind, Uwe und Jambo,
GUTE NACHT

Das war mein 50zigster Beitrag :matrose_9: