ältester Bootsmann

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ältester Bootsmann

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Beitragvon wozan » Freitag 5. Februar 2010, 13:35

Hallo @seemann und Seemänner von KSS,

vor mir liegt die aktuelle Broschüre der Marinekameradschaft KSS.
Unter vielen anderen, sehr interessanten Beiträgen ist da auch der Beitrag "in alten Zeitschriften geblättert" enthalten. Mann, Roberto, da wird über unseren Oberbootsmann berichtet...
Bei uns auf der "Karl Marx" war er damals schon als Stabsobermeister und dann später auf deiner "Berlin" als Stabsoberfähnrich der "alte Oberbootsmann". Da steht ja auch, dass er mit 55 Jahren der Älteste an Bord war und nach 35 Dienstjahren auch der älteste Oberbootsmann, den die Volksmarine je hatte... :daumen_2:

Schade ist nur, dass der Artikel "Bootsmannsrevier" aus der Armeerundschau 4/89 nicht lesbar ist.

Hat zufällig jemand diese AR noch archiviert???
Bis bald mal wieder Wolfgang :brandenburg:
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Mai 1970 - März 1971- Flottenschule Parow
April 1971 - April 1974 - KSS "Karl Marx" (122/142)
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Re: ältester Bootsmann

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Beitragvon epilog » Samstag 6. Februar 2010, 14:04

Roberto, bei allem Respekt vor Eurem Bootsmann, aber nur weil er - genau wie Du - behauptet, die Thüringer seien die besten Seeleute, muss es nicht zwangsläufig stimmen.
Für mich zählt ein "Autoritätsbeweis" nicht als wirklicher Beweis.
Zu Zeiten der Volksmarine galt alles als Beweis, was unser damaliger Generalsekretär von sich gab. Was ist von diesen Beweisen übrig?
Ergo: die besten Seeleute wohnen noch immer an der Küste!!! :frechgrins:



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Re: ältester Bootsmann

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Beitragvon wozan » Dienstag 16. Februar 2010, 22:07

:ahoi: ... da ich soeben beim Aufwärmen alter Geschichten war,
... muss ich mich wieder auf Norbert berufen, damit er eventuell meine Erinnerungen bestätigen kann.

Vor unserem Schmadding hatten wir schon einen Heidenrespekt, nicht nur weil er, wie in diesem Artikel beschrieben, ein Fuchs war, jede Schraube an Bord kannte und ihm somit niemand was vormachen konnte. Alles was er von seinen bedeutend jüngeren Mannschaften gefordert hatte, hat er auch vorgelebt und sich im täglichen Dienst den selben Anforderungen und Strapazen gestellt. Beispielsweise hat er bei Leckwehrübungen nie als GGS-Kommandeur nur dahinter gestanden und kommandiert, sondern ist ebenso in Kampfanzug und mit übergestülptem "Schnuppersack", mit den Leckwehrbalken, C-Schläuchen und Injektoren durch die Decks gesputet. Da war er - nur durch ein klitzekleines Detail, nur durch das andersfarbene Holzschildchen der Schutzmaskentasche - von den anderen orangefarbenen Gestalten im Kampfanzug See zu unterscheiden. Und dieses, für BU´s wohl grüne Holzschildchen mit Dienstgrad, Name und Rollennummer brachte ihm, gepaart mit seinem ausgeprägtem Gerechtigkeitssinn auch einen "Sonntags-Sonder-Arbeitseinsatz" beim Pönen des Oberdecks ein.
Einleitend muss ich dazu sagen, dass bei Gefechtsalarm entsprechend unserem Rollenbuch durch die vordere Schiffssicherungsgruppe, der auch der Oberbootsmann angehörte, die Fenster der Offiziersmesse von außen mit Blechblenden verschlossen werden mussten.
Ich weiß nun nicht mehr, ob es eine Kampfkernüberprüfung oder eine ähnlich hochangebundene Übung war... Jedenfalls wurde uns diesmal bei Auslösen des Gefechtsalarms das Abdunkeln der O-Messen-Fenster ausdrücklich untersagt, weil dort einige hochrangige Offiziere vom Kdo der VM saßen. Dies widersprach aber nicht nur unserem Rollenplan, sondern vorallem dem Bootsmann seinem ausgeprägtem Gerechtigkeitssinn. Während wir nun schon längere Zeit unter "Vollschutz" unsere Gefechtsaufgaben erfüllten, Leckwehrübungen fuhren, uns bei der Entaktivierung gerade gegenseitig mit Bürsten und Schrubbern bearbeitet hatten, wurden Nebelkörper gezündet und Gasalarm gegeben ... Urplötzlich hörten man, wie die Vorreiber der Schotts zum Offiziersdeck aufgeschlagen wurden und mehrere Offiziere schrecklich hustend, mit heraushängenden Zungen und tränenden Augen an die "frische Luft" drängten. Durch die nun weit geöffneten Schotts quollen dicke Nebelwolken ... So klar, wie ich mich an die uns beherrschende Schadenfreude besinnen kann, dass es jemand gewagt hatte, in den Vorraum der O-Messe einen gezündeten Nebelkörper zustellen und die Tür zur Messe aufzustoßen, so unklar sind mir die folgenden Geschehnisse. Es gab ein Riesen-Theater, Befragungen, Verhöre und tagelange Untersuchungen ... Als einzigster Anhaltspunkt hatte sich jedoch herausgestellt, dass eine durch Kampfanzug und Schutzmaske unerkannt geblieben Gestalt die Tür zur Messe geöffnet hatte, während der Pantry-Gast in den Nebelschwaden gerade noch ein grünes Schildchen an der Schutzmaskentasche ausmachen konnte.
Offiziell wurde der "Täter" nie überführt... Jedoch konnte sich bei Gefechtsalarm außer dem Bootsmann keiner mit einem "grünen Holzschildchen" in der Nähe der Messe aufhalten, oder sich dieser nähern...
Und es war schon seltsam, dass der Oberbootsmann allein, ohne sein Bootsmannskommando, am Sonntagvormittag mit der Farbrolle die Seitengänge des Oberdecks bearbeitet... :PDT_01 :thumbsup:
Bis bald mal wieder Wolfgang :brandenburg:
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Re: ältester Bootsmann

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Beitragvon Daviduser » Freitag 19. März 2010, 11:00

Ja auch ich habe ihn gekannt,(und das ist gut so) unseren Oberbootsmann. Bei fast jedem An - und Ablegemanöver war meine Gefechtstation die Ankerspills und auch die des Oberbootsmannes. Wenn er da Vorne das Sagen hatte gab es selten Stress, selbst wenn der "Alte" auf der Brücke bei brenzligen Situation fast aus der Nock gesprungen wäre blieb er die Ruhe selbst.
Zumal er durch seine immense Erfahrung eh schön die Gefährlichkeit der jeweiligen Situation erahnen konnte und dem entspechend handelte.
Ich erinner mich an einen konkreten Fall (genauer Zeitpunkt ist mir entfallen) wo KSS Berlin aus der Werft mit einem Buggsierschlepper der damaligen BBB in Richtig Flottenstützpunkt Hohe Düne geschleppt wurde.
Auf halber Strecke, auf der Unterwarnow, erkannte er das das Schlepptau brechen wird. Da er dieses Ereignis eh nicht mehr
abwenden konnte jagte er alle sich in dem Bereich aufhaltenden Personen hinter das vordere 76mm Geschütz und brachte sich selbst hinter dem Wellenbrecher in Deckung.
Das Ende vom Lied, das Schlepptau brach, schlug eine wahnsinnige Delle ins Geschütz, alle waren wohlauf und der Alte hüpfte wiedermal in seine Nock. Der Oberbootsmann hüpfte dagegen in die Bootsmannslast und hatte schon kurz danach das eine Ende des "neuen" Schlepptaus an Oberdeck.



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