Grenzbrigade Küste - der seeseitige Schutz der DDR

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Grenzbrigade Küste - der seeseitige Schutz der DDR

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Beitragvon Thommy206 » Mittwoch 17. August 2011, 10:15

Moin @all,

Ich habe mir das o.g. Buch bestellt, inzwischen vorliegen und bin davon sehr enttäuscht.
Verfasser ist Ralph-Ingo Unger, selbst Angehöriger der Grenzbrigade Küste von 1973 bis 1990.
Letzter Rang: KK, letzte Dienststellung. StCH des III. GB in Graal-Müritz.
Leider ist aus meiner persönlichen Sicht die Geschichte der 6.Grenzbrigade Küste auf knapp 220 Seiten nur am Rande dargestellt.

Das eigentliche Buch fängt für mich erst ab Seite 13 an. Bis zur Seite 52 wird dann die Entwicklung von der Grenzpolizei bis hin zur Entstehung der 6.GBK dargestellt.
Liest sich wohl ganz ordentlich, gibt in diesem Buch aber auch sehr viel bekanntes aus dem Internet z.B. wieder.
So ab Seite 53 lautet dann das Thema: "Wer stand uns gegenüber?".
Da werden dann bis zur Seite 92 die Etappen des Kalten Krieges dargestellt, nur von der 6.GBK ist da leider nicht soviel zu lesen.

Dann folgt eine Auflistung der Kommandeure der Grenzbrigade Küste und die Dislozierung der Einheiten in den 80’er Jahren.
Dabei vielleicht auch bemerkenswert, dass Herr KK Unger kurzerhand z.B. die 3. U-Jagd-Abteilung nicht von Warnemünde sondern von Peenemünde nach Sassnitz verlegt. ???

Von Seite 98 bis 118 gibt es dann die Schiffsliste der 6. GBK und ihrer Vorläufer.
Für mich als Laien nach kurzer Durchsicht aber irgendwie in manchen Aussagen eher zweifelhaft.
Dazu stehen in den Schiffslisten hier im Forum viel konkretere Aussagen.
Da finden sich z.B. die auch in anderer Literatur nachweislich enthaltenen Falschaussagen z.B. zum Verbleib der MSR-Schiffe „KÜHLUNGSBORN“, „BOLTENHAGEN“ und „Ahrenshoop“ wieder, die ja eben nicht 1990 außer Dienst gestellt wurden, sondern vom BGS weiter in Fahrt gehalten wurden, auch bei Herrn Unger wieder.
Bei einigen Schiffsnummern findet Herr KK Unger selbst bei im Frühjahr 1989 außer Dienst gestellten Schiffen das Kürzel „GS“ für Grenzschutz vor der Bordnummer. ???, z.T. dann mit 3stelligen Bordnummern !!!
Der Grenzschutz selbst wurde doch meines Wissens erst viel später gebildet, ich glaube so ab April 1990, und dann hatten die „GS“-Schiffe/Boote doch auch nur eine 2stellige Zahl.

Tja, und dann folgen auch schon auf sage und schreibe 80 !!! Seiten die Anlagen in diesem Buch.

Die Anlage1 besteht zu großen Teilen aus Auszügen des Buches "Rührt euch! Zur Geschichte der NVA" von KzS Minow aus dem Jahr 1998.
Einen direkten Bezug zur 6. GBK und ihrer Geschichte konnte ich hier leider beim besten Willen nicht erkennen.
Die Anlage2 stellt die (sehr persönlichen) Aufzeichnungen des Oberst Gerber in der Zeit von 12/89 – 03/90 als Stv.CH der Truppenluftabwehr (TLA/LASK) und von 03/90 – 10/90 als CH TLA und noch mal von 10/90 – 12/90 als Angehöriger der BW dar.
Begründung des Herrn Unger hier im Buch: - sie sei exemplarisch für die Abwicklung der DDR-Streitkräfte.
Ich glaube aber, daß die Geschichte der Abwicklung der 6.GBK eine völlig andere war und hier eine besondere Beachtung hätte finden sollen.
Nichts gegen die Landstreitkräfte oder Truppenluftabwehr oder sonstige Truppenteile der ehemaligen NVA, aber so was gehört für mich nicht in ein Buch über die 6.GBK.

Zum Schluß kommt dann in der 3. Anlage noch die Rede von GO Hoffmann anlässlich
„der Verleihung des Namens „Volksmarine“ an die Seestreitkräfte der Nationalen Volksarmee“ am 04. November 1960. Hääh, was hat das bitteschön mit der 6.GBK zu tun?????.

Anlage4 ist eine Grußadresse von zwei Marschällen, 4 Flottenadmiralen und 3 Armeegenerälen der ehemaligen SU anlässlich des 50. Jahrestag der Verleihung des Ehrennamens „Volksmarine“ an die Seestreitkräfte der DDR aus dem Herbst 2010.

Für mich ist dieses Buch eine große Enttäuschung, persönlich würde ich sagen,
dass es seinem Titel auf vielleicht 50-60 Seiten gerecht wird.

15,40 € für ein Buch, dessen Informationsgehalt vielleicht zu 75% auch aus anderen Medien zusammen getragen werden kann, halte ich persönlich schlussendlich für völlig überzogen.

Falls irgendjemand daran Interesse, dieses Buch dann doch lesen zu wollen, ich bin gern bereit, es zu verleihen.


-> -> -> zurück zum Thema maritime Bücher der 4.Fl
mit kameradschaftlichem Gruß
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Thommy206

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Re: Grenzbrigade Küste - der seeseitige Schutz der DDR

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Beitragvon wozan » Mittwoch 17. August 2011, 13:17

Thommy206 hat geschrieben:... nachweislich enthaltenen Falschaussagen z.B. zum Verbleib der MSR-Schiffe „KÜHLUNGSBORN“, „BOLTENHAGEN“ und „Ahrenshoop“ wieder, die ja eben nicht 1990 außer Dienst gestellt wurden, sondern vom BGS weiter in Fahrt gehalten wurden...

Bei einigen Schiffsnummern findet Herr KK Unger selbst bei im Frühjahr 1989 außer Dienst gestellten Schiffen das Kürzel „GS“ für Grenzschutz vor der Bordnummer. ???, z.T. dann mit 3stelligen Bordnummern !!!
Der Grenzschutz selbst wurde doch meines Wissens erst viel später gebildet, ich glaube so ab April 1990, und dann hatten die „GS“-Schiffe/Boote doch auch nur eine 2stellige Zahl.


Hallo Thomas,

es mag auf den ersten Blick einiges ziemlich verworren erscheinen, manches sogar fehlerhaft sein.
Doch manche Angaben im Buch müsste man erst einmal gewissenhaft mit unseren Schiffslisten oder den Chronologien vergleichen.
Dieser Fehler mit den angeblichen dreistelligen Bordnummern des Grenzschutzes ist mir auch schon bei anderen Quellen aufgefallen, sogar schon auf bekannten Internetseiten ...

Die drei letzten Grenzschiffe „KÜHLUNGSBORN“, „BOLTENHAGEN“ und „AHRENSHOOP“ wurden allerdings tatsächlich im Oktober 1990 außer Dienst gestellt. Am 03. Oktober wurde die Flagge der Volksmarine ebenso wie die Flagge des DDR-Grenzschutzes niedergeholt, so dass zwangsläufig alle Schiffe und Boote außer Dienst gestellt wurden. Die drei MSR wurden aber mit den Bordnummern BG-31 bis BG-33 kurzzeitig beim Bundesgrenzschutz wieder in Dienst gestellt.
Im Forum der 4.Flottille gibt es dazu ein paar Beiträge und sogar Fotos :steuermann: -> -> -> MSR Proj. 89.1 / Bordnummern
Bis bald mal wieder

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Re: Grenzbrigade Küste - der seeseitige Schutz der DDR

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Beitragvon Thommy206 » Freitag 19. August 2011, 09:41

wozan hat geschrieben:Hallo Thomas,

...es mag auf den ersten Blick einiges ziemlich verworren erscheinen, manches sogar fehlerhaft sein.
Doch manche Angaben im Buch müsste man erst einmal gewissenhaft mit unseren Schiffslisten oder den Chronologien vergleichen.
Die drei letzten Grenzschiffe „KÜHLUNGSBORN“, „BOLTENHAGEN“ und „AHRENSHOOP“ wurden allerdings tatsächlich im Oktober 1990 außer Dienst gestellt. Am 03. Oktober wurde die Flagge der Volksmarine ebenso wie die Flagge des DDR-Grenzschutzes niedergeholt, so dass zwangsläufig alle Schiffe und Boote außer Dienst gestellt wurden....


Hallo Wolfgang,
und ich dachte bisher, daß z.B. lt. Befehl 48/90 des MfAV alle Schiffe und Boote generell erstmal a.D. gestellt und die Flagge(n) am 02.10.1990 bis 24.00 Uhr niederzuholen sind !!??
Viele ja auch schon am 01.10.1990, wie wir bereits mehrfach festgestellt haben.

siehe auch: ... am 02.10.1990, 24.00 Uhr endet die Befehlsgewalt der Führung der NVA und geht am 03.10.1990, 00.00 Uhr an den Bundesminister für Verteidigung über ....
... am Abend des 02.10.1990 haben alle Wachen (schon) in Bundeswehruniform aufzuziehen....

[Beitrag moderiert, wozan]
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Re: Grenzbrigade Küste - der seeseitige Schutz der DDR

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Beitragvon wozan » Freitag 19. August 2011, 14:05

Thommy206 hat geschrieben:... Da finden sich z.B. die auch in anderer Literatur nachweislich enthaltenen Falschaussagen z.B. zum Verbleib der MSR-Schiffe „KÜHLUNGSBORN“, „BOLTENHAGEN“ und „Ahrenshoop“ wieder, die ja eben nicht 1990 außer Dienst gestellt wurden, sondern vom BGS weiter in Fahrt gehalten wurden, auch bei Herrn Unger wieder. ...


Hallo Thommy,

nur die oben im Zitat markierte Aussage hat mich noch einmal herausstellen lassen, dass am 03. Oktober durch das Niederholen der Flagge alle Schiffe und Boote außer Dienst gestellt wurden".
Dass dies allerdings entsprechend dem Befehl 48/90 des MfAV geschah, war mir bisher nicht so geläufig ...
Bis bald mal wieder

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Re: Grenzbrigade Küste - der seeseitige Schutz der DDR

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Beitragvon Thommy206 » Freitag 19. August 2011, 21:12

wozan hat geschrieben:..... dass am 03. Oktober durch das Niederholen der Flagge alle Schiffe und Boote außer Dienst gestellt wurden"....
Dass dies allerdings entsprechend dem Befehl 48/90 des MfAV geschah, war mir bisher nicht so geläufig ...


Wie gesagt, das Niederholen der Flaggen und Truppenfahnen hatte bis 02.10.1990 / 24.00 Uhr zu erfolgen.!!!

Der Vollständigkeit halber noch mal die entsprechenden maßgeblichen Befehle des Herrn Eppelmann:

Die Auflösung der Grenztruppen der DDR erfolgte mit Befehl Nr. 49/90 vom 21.09.1990.

Am 15. August 1990 erließ Minister Eppelmann den Befehl Nr. 28/90.
Danach waren bis zum 30.09.1990 alle Generale/Admirale, Offiziere, Fähnriche und Berufsunteroffiziere, die das 55. Lebensjahr vollendet beziehungsweise überschritten hatten,
aus dem aktiven Wehrdienst zu entlassen. Das galt auch für diejenigen Berufssoldaten,
die bis zum 2. Oktober 1990 zwischen 50 und 59 Lebensjahre zählten.
Dieser Befehl wurde bis zum 31.12.1990 ja auch zu fast 100% "erfüllt" !!!

Bereits mit Befehl Nr. 26/90 war die Auflösung der „Organe der staatsbürgerlichen
Arbeit“10 in die Wege geleitet worden und schließlich wurden die Dienstverhältnisse
der weiblichen Armeeangehörigen per 30.09.1990 beendet.

Die letzten Regelungen zum Übergang in die Bundeswehr wurden mit dem Befehl
Nr. 48/90 vom 21.09.1990 „Aufgaben der Nationalen Volksarmee im Zusammenhang
mit der Bildung gesamtdeutscher Streitkräfte“ getroffen.
In den Dienststellen war der Tagesbefehl des Ministers zu verlesen sowie die Truppenfahne und
Dienstflaggen einzuholen.


-> -> -> Befehl 48/90
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Re: Grenzbrigade Küste - der seeseitige Schutz der DDR

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Beitragvon bitti » Mittwoch 24. August 2011, 00:04

Die drei letzten Grenzschiffe „KÜHLUNGSBORN“, „BOLTENHAGEN“ und „AHRENSHOOP“ wurden allerdings tatsächlich im Oktober 1990 außer Dienst gestellt. Am 03. Oktober wurde die Flagge der Volksmarine ebenso wie die Flagge des DDR-Grenzschutzes niedergeholt, so dass zwangsläufig alle Schiffe und Boote außer Dienst gestellt wurden. Die drei MSR wurden aber mit den Bordnummern BG-31 bis BG-33 kurzzeitig beim Bundesgrenzschutz wieder in Dienst gestellt.


Dazu möchte ich ale eigentlicher Verfasser der Zeilen auf welche dieser Beitrag Bezug nimmt auch etwas schreiben:

Die Darstellung bezüglich der Außerdienststellung zum 02.10. ist so auf jeden fall richtig. Aber in der Literatur wird das in den üblichen Standartwerken übersprungen. Bei allen von der Bundesmarine weiter genutzten Einheiten steht nix von Außerdienstellung sondern die Bordnummern werden mit der neuen Bezeichungung weitergeführt. Bei den 3 BGS-Schiffen ist das nicht so. Dort ist die Außerdiensstellung vermerkt und fertig. Es ensteht also der Eindruck beim Leser, das keins der Schiffe weiter gefahren wurde. Das war aber nicht so, wie wir wissen. Und
ich persönlich meine, das dies Herr Unger einfach so übernommen hat. Denn er erwähnt den Dienst beim BGS See gar nicht.

So steht z.B. bei der BOLTENHAGEN: wurde als GS 09 am 01. Oktober außer Dienst gestellt und vor Malta versenkt. Ähnliches steht bei KÜHLUNGSBORN und AHRENSHOOP (Verkauf der Schiffe ist erwähnt). Wenn ich schon eine Schiffsliste auch nach dem Oktober 1990 weiterführe, dann bitte richtig. Und ich sehe hier deutlich ein blankes Abschreiben aus den bekannten Büchern. Im NVA-Forum ist das Thema seit Jahren anders beantwortet, bildlich belegt und mit der Schiffsliste der Deutschen Marine belegt. Und inzwischen kann das schon seit längerem in den VM-Foren nachgelesen werden (wie in einem Beitrag hier erwähnt).

Für mich noch zum Verständnis eine Frage: Der Befehl zur Außerdienststellung von Schiffen und Booten durch den Minister für Abrüstung und Verteidigung galt doch gar nicht für die Schiffe der Grenzschutzes, oder? Die waren doch zu diesem Zeitpunkt dem MdI angegliedert.

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Re: Grenzbrigade Küste - der seeseitige Schutz der DDR

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Beitragvon Thommy206 » Sonntag 28. August 2011, 15:41

bitti hat geschrieben:...Für mich noch zum Verständnis eine Frage: Der Befehl zur Außerdienststellung von Schiffen und Booten durch den Minister für Abrüstung und Verteidigung galt doch gar nicht für die Schiffe der Grenzschutzes, oder? Die waren doch zu diesem Zeitpunkt dem MdI angegliedert...


Der Befehl des damaligen Ministers Eppelmann bezog sich meines Erachtens wohl auf ALLE Schiffe und Boote, Einheiten und Truppenteile der ehemaligen NVA. ( .... Niederholen der Flagge auf allen Schiffen und Booten).
Mir wäre nicht bekannt, dass die Einheiten des MdI da eine Ausnahme gemacht hätten.
Um Mitternacht des 03. Oktober 1990 konnte Herr Stoltenberg ja somit eine "gecleante" Truppe übernehmen.
Bis auf die Wachposten - die durften schon mal am Vorabend das neue "Trachtenkleid" probetragen.
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Re: Grenzbrigade Küste - der seeseitige Schutz der DDR

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Beitragvon epilog » Sonntag 28. August 2011, 18:40

Das der Grenzschutz dem MdI unterstellt war, sollte ich wissen, kann mich aber nicht erinnern !



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Re: Grenzbrigade Küste - der seeseitige Schutz der DDR

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Beitragvon peszi » Freitag 17. Februar 2012, 13:46

Zur Problematik der Unterstellung unserer Einheiten kann ich nur anmerken, das wir in den Stab nach Rostock einrücken mußten und uns dort mitgeteilt wurde das wir ab sofort dem MDI unterstellt wurden . Minister zur damaligen Zeit P.Diestel. Leider weiß ich nicht mehr genau wann das war ......

Vielleicht hilft das bei der Auflösung der Problematik des Niederholens der Flagge ?

Thommy206 was die Betrachtung des Buches betrifft kann ich dir nur zustimmen. Als ehemaliger Angehöriger dieser Truppe hoffte ich etwas vom Dienstalltag u.ä zu lesen. Leider wurde ich dort voll enttäuscht. Vielleicht kommt aber dort einmal irgend etwas besseres heraus ....
:marine: ....sollte ich doch noch eigene Memoiren schreiben ??????? :hehehe:
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Re: Grenzbrigade Küste - der seeseitige Schutz der DDR

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Beitragvon peszi » Freitag 17. Februar 2012, 14:33

Wenn ich richtig liege, bin ich hier im Forum wohl an der exakten Stelle angekommen.

Nur so als kleiner "HIngucker" dieser Link : http://www.nexusboard.net/outbound/?htt ... p?ID=28488

Bitte nicht auf Exaktheit der Ausführungen achten, eher das Foto betrachten ..... :genau:
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