Ohne die Mauer hätte es Krieg gegeben

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Ohne die Mauer hätte es Krieg gegeben

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Beitragvon Thommy206 » Samstag 5. November 2011, 10:16

Moin moin zusammen.

Hier meine Gedanken dazu:
ohne die Mauer 001.jpg


Die Verfasser dieses Buches waren die höchsten Generale der NVA bis 1989.
Heinz Kessler war Armeegeneral und letzter Minister für Nationale Verteidigung.
Fritz Streletz war Generaloberst, stellvertretender Minister für Verteidigung und Chef des Hauptstabes der NVA sowie Sekretär des Nationalen Verteidigungsrates der DDR.

Beide wurden im Zuge des sogenannten „Honecker-Prozesses“ zu 7 ½ bzw. 5 ½ Jahren Freiheitsentzug bestraft.

Das Buch gliedert sich meiner persönlichen Ansicht nach in 4 wesentliche Kapitel, die von der Beurteilung der Lage der DDR 1961, die Vorgeschichte beider deutschen Staaten dazu, den Blick zum "bösen Nachbarn BRD" bis hin zu den wesentlichen Geschehnissen um den August 1961 und dessen Folgen reichen.
Es enthält u.a. auch 7 Fotos, darunter sind auch Heinz Kessler und Fritz Streletz bei der Übergabe einer Truppenfahne an den Traditionsverband Nationale Volksarmee e.V. im Berliner Tiergarten, 5. März 2011 zu sehen.
Außer den beiden Generalen tragen fast alle dort Abgebildeten ihre NVA-Uniform!! und das vorliegende Buch hat einen ziemlich voluminösen „Anmerkungsballon“ mit über 160 Fußnoten.
Auf gut 100 Seiten erinnern sich die beiden Militärs an die Geschehnisse im August 1961, die in der Konsequenz 28 Jahre Leid, Trauer und Unverständnis bedeutete und die geographische Lage Deutschlands und das Verständnis der Menschen in den jeweiligen Lagern sehr nachhaltig beeinflusste.
Die Ex-Generäle berichten als Zeitzeugen von den militärischen Planungen zum Tag X, der jeweiligen Währungsreformen und der daraus folgenden Krisen beider Lager, über die Grenzsicherungsmaßnahmen der DDR und der in den Jahren danach erfolgte Ausbau des bestehenden „antifaschistischen Schutzwalles“.
Ab Seite 172 ff. soll dann im Anhang mit ehemaligen GVS, GKdoS- und VVS-Unterlagen der Eindruck vermittelt werden, dass die (ost)deutsche Führung so gut wie gar nicht in den militärischen Ablauf der Geschehnisse um den 13. August 1961 aktiv eingreifen konnte, ja im Gegenteil nur Befehlsempfänger“ der russischen Militärführung um die Generäle Konew, Gretschko und Mereschko war.
Daran schliesst sich ein Gesprächsprotokoll zwischen Ulbricht und Chruschtschow vom 01. August 1961 an, um diesen Eindruck beim Leser noch zu verstärken.

Die beiden Autoren zeigen sich in diesem Buch empört sich über die sogenannte „Himmeroder Denkschrift“ der Bundesrepublik Deutschland vom 05. Oktober 1950, in der über die Wiederbewaffnung nachgedacht wurde. ( S. 71 ff. )
Sie behaupten z.B. nach wie vor allen Ernstes, die Bundesrepublik sei ja mit der Bundeswehr in die NATO eingebunden worden und dadurch habe die DDR in der Frage der Wiederbewaffnung nachziehen müssen (!!!), die NVA gebildet und sich dem „Warschauer Vertrag“ angeschlossen. Sie verschweigen allerdings dabei, dass auf Befehl Stalins ja schon im Jahre 1948 in der damaligen Sowjetzone mit der Wiederbewaffnung begonnen wurde. Als die Kasernierte Volkspolizei (KVP) im Januar 1956 in NVA umbenannt wurde, bestand sie bereits aus ca. 80.000 - 100.000 Mann. In der Bundesrepublik wurden damals gerade die ersten 1.000 ??? Freiwilligen in die neugegründete Bundeswehr einberufen !!!.

Beide, Kessler und Streletz, sind heute noch die höchstrangigen Militäroffiziere, die darüber schriftlich Auskunft geben, was im August 1961 und in den Monaten davor mit und an der Staatsgrenze der DDR geschah und was vielleicht viel wichtiger erscheint: warum geschah dies.
Die beiden Verfasser dieses Buches führen z.B. den nicht enden wollenden Flüchtlingsstrom aus der DDR ab Mitte der 1950’er Jahre auf die Anziehungskraft des Lebensstandards der Bundesrepublik zurück. (S. 98 ff. ).
Mit keinem Wort erwähnen die beiden Verfasser zum Beispiel, dass W. Ulbricht als bedingungsloser „Parteisoldat“ sich mit seiner maßlos übertriebenen „Sowjetisierungspolitik“ zu keinem Zeitpunkt dem Urteil des eigenen Volkes stellen musste, (das ihn ja "demokratisch" gewählt hatte) und dass das Steigen der Flüchtlingszahlen nach 1959 andere ( für jeden Politiker eigentlich leicht erkennbare) Ursachen hatte.
Dazu zählen m.E. unter anderen seit Chruschtschows sogenanntem „Berlin-Ultimatum“ (November 1958 – fehlender Friedensvertrag Russlands mit Deutschland, S. 94 ff.) die damit verbundene Furcht der Bevölkerung vor einer endgültigen Grenzschließung, die Durchsetzung der Zwangskollektivierung der noch selbständigen Bauern in den Monaten Februar bis April 1960, was logischerweise zu einer Verschlechterung der Versorgungslage der (ost)deutschen Bevölkerung führen musste. Dazu kam möglicherweise auch die heftige Krise der DDR-Wirtschaft.

Eine glaubhafte Begründung für den vorliegenden Buchtitel „Ohne die Mauer hätte es Krieg gegeben“ habe ich allerdings im BuchText nicht gefunden.
Allerdings versteigen sich die beiden Autoren zu der Begründung, dass durch den Bau der Mauer deshalb der Krieg verhindert werden konnte, weil „die deutsche Arbeiterklasse heute nicht mehr wehrlos ist, sondern über Panzer und Geschütze und alles, was zur Verteidigung notwendig ist, verfügt“ –
Zitat: W. Ulbricht am 18. August 1961 ( S. 170 aaO).
Kessler und Streletz kommen in diesem Buch offensichtlich auch gar nicht auf die Idee, sich selbst zu fragen, ob es nicht möglich gewesen wäre,
die sogenannte "Republikflucht" durch etwas anderes als den militärischen Durchgriff zum Stillstand zu bringen.
Sie erklären das m. E. sehr hilflos mit einem Zitat, dass sie einem Gespräch entnommen haben, welches W. Ulbricht am 3. Dezember 1962 im damaligen Amtssitz des Staatsratsvorsitzenden im Schloss Niederschönhausen mit dem BBC-Korrespondenten Paul Oestreicher führte. ( S. 160 ff. ): Dieser fragte, ob es nicht Alternativen zum Mauerbau gegeben hätte, ob man nicht liberaler, menschenfreundlicher hätte handeln können. Ulbricht soll lt. Oestreicher kaltschnäuzig geantwortet haben: Zitat: „Ich sitze an vorderster Front. Ein Soldat im Schützengraben zündet keine Zigarette an. Nur auf diese Weise konnte ich den Sozialismus retten.“ Zitatende.
Die beiden Autoren scheinen auch aus dem Untergang der sozialistischen Gesellschaftsform in den Jahren von 1989 bis 1991 nichts hinzu gelernt haben distanzieren sie sich heute (2011) immer noch !!! von den damaligen sowjetischen Politikern,welche zu der damaligen Zeit ja eine sehr "undogmatische" Politik vertreten haben:
Zitat: „Wir unterscheiden unverändert zwischen Gorbatschow, Schewardnadse und ihresgleichen einerseits und den Angehörigen der Sowjetarmee und der Grenztruppen der Sowjetunion. Mit ihnen pflegen wir eine feste Waffenbrüderschaft.“ ( S. 166 ff. ). Kein Land des Warschauer Vertrages wurde durch (sie, die genannten Politiker) so hinterhältig verraten wie die DDR.“ Zitatende.
Sie (Kessler und Streletz) legen unter Berufung auf die Memoiren eines ehemaligen sowjetischen Diplomaten heute immer noch Wert auf die Feststellung, dass der Mauerbau nicht von Ulbricht, sondern angeblich von Chruschtschow befohlen wurde. Der Kreml-Chef habe ja „seine Einwilligung“ erteilt, „die Grenze zu Westberlin zu schließen und mit der praktischen Vorbereitung zu beginnen“.
Wie in der Anlage zu entnehmen ist, wurde lt. General Mereschko mit den militärischen Vorbereitungen ungefähr am 22./23./24 Juli begonnen. Der „pioniermäßige Ausbau der „Staatsgrenze der DDR“ sei auf ein Schreiben des Oberkommandierenden der Gruppe der Sowjetischen Streitkräfte in Deutschland, Marschall Konew, vom 14. September 1961 zurückgegangen, „der als Befehl zu betrachten war“.

Kessler und Streletz halten diesen „befohlenen Ausbau“ auch heute immer noch für richtig.

Für wenig glaubhaft und ziemlich skandalös halte ich persönlich ihre Einlassungen zum Schießbefehl an der Mauer: Zitat: „…war unser Interesse objektiv darauf gerichtet, dass so wenig wie möglich an der Staatsgrenze die Schusswaffen zum Einsatz kommen. Die Führung der DDR, wir beide eingeschlossen, hat jeden Todesfall an der Staatsgrenze bedauert. Jeder Zwischenfall war einer zu viel. Jeder Tote machte uns betroffen.“ Zitatende.

Insgesamt wirkt der Inhalt dieses Buches auf mich persönlich wie ein Schlag ins Gesicht. Zwei alte, über den Fortgang der Geschichte verbitterte Militärs, uneinsichtig ob der politischen Geschehnisse Anfang der 90’er und überrollt von den nachfolgenden politischen und vor allem auch militärischen Ereignissen, schreiben trotzig und scheinbar unbelehrbar über den persönlichen Niedergang ihrer politischen und militärischen Überzeugungen, den sie – so scheint es – nicht mehr zeitgemäß verarbeiten können.

Das Buch kostet 13,40 Euro und ist beim Verlag edition ost bestellbar.
Du hast keine ausreichende Berechtigung, um die Dateianhänge dieses Beitrags anzusehen.
mit kameradschaftlichem Gruß
_______________________

Thommy206

"wer immer tut, was er schon kann,
bleibt immer das, was er schon ist".
- Henry Ford -



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05/84 - 10/86 SAS-Fernschreiber Kdo. VM (SCZ)

05/84 - 10/86 auch P-222 MT GAZ 66 T 206 SAS Fs



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Re: Ohne die Mauer hätte es Krieg gegeben

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Beitragvon Hirsch » Samstag 5. November 2011, 11:04

Danke für die Vorstellung des Buches über die militärischen Aspekte des Mauerbaus . Das zu ökonomischen, sozialen und politischen Aspekte durch Militärs fundiert argumentiert wird erwarte ich auch keinesweg.

Hirsch



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Re: Ohne die Mauer hätte es Krieg gegeben

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Beitragvon Foxderringer » Samstag 5. November 2011, 15:06

Hallo Thommy!Die Bundeswehr hat mitnichten bei ihrer Gründung mit 1000 Freiwilligen begonnen !!! Den Hauptteil und die Kader stellte DER BUNDESGRENZSCHUTZ. Gruß Foxderringer :salut: :berlin: Der Seegrenzschutz wurde komplett von der Bundeswehr übernommen und bildete die Basis für die Bundesmarine :genau:
Wenn sie dich ins Grab legen,wurdest du zum letzten Mal hereingelegt.



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Re: Ohne die Mauer hätte es Krieg gegeben

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Beitragvon Paul-Richard » Samstag 5. November 2011, 22:33

:ahoi: Hallo Thomy,das Thema ist ja immer brisant,denke ich an 1950 zurück "! Nach meiner Schulentlassung 1949 -
keine Lehrstelle.! Flucht nach demWesten,zu Fuß bis Frankfurt AM.Frage an Arbeitsamt nach Lehrstelle -NO -zurück in die Sowj.-Zone ! -Friedland-Heiligenstadt ! Wieder 3 X versucht Zu Fuß über die Grenze,klappte immer,keine Lehrst.
Dann bekam ich eine in der DDR ! In der Maxhütte - Grund ausbildung Metall dann Stahlgußformer !! mit weiterleitung
zu den Brennpunkten Stahlwerk Riesa -Stahlwerk Hennigsdorf. Da war ich voll für den Staat einsatz bereit 1954 in die
VP-See einzu treten und das zu schützen.Das wir aber nur Material für die Macht Ansprüche der Sieger Staaten Diente
war uns ja bei Polit-schulungen,wohweislich Verschwiegen worden.
Ich hatte nach dem Ausflug nach dem Westen meinen Platz gefunden und bedaure diese Skandalöse Abwicklung unserer
Wirtschaft.! Die Rufer xxxxxx dachten sie bekommen Westlöhne und Arbeit !? Jetzt haben Sie Harz IV !!!
Ich war flexibel und habe alle möglichkeiten der Arbeiten versucht,Glück gehabt ! Mit Mut-Wissen und Können ist Alles zu gewinnen.War nie Arbeitslos von 1950 bis jetzt .! Dez. 2011,vertrag für 2012 folgt hoffendlich noch.!
Sollte meine Meinung hier Fehl gewesen sein,Ordnet Sie bitte da ein wo sie etwas nützen könnte .!
Fakt ist zwar ich konnte nachdem Reisen,sehr schöne sogar,aber wer vorher nicht gespart hatte .?
Grüße an alle,Paul-Richard :brandenburg:



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Re: Ohne die Mauer hätte es Krieg gegeben

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Beitragvon buschi » Sonntag 6. November 2011, 09:03

Hallo,
Vielen Dank an Thommy für die Vorstellung des Buches, dadurch habe ich mir die Geldausgabe gespart. Der Richtige Titel hätte eigentlich lauten müssen "Durch die Mauer hätte es Krieg geben können". Wenn die Westmächte in dieser Zeit spontan gehandelt hätten wäre es zum Krieg gekommen.
Das die SU den Befehl zum Mauerbau gegeben haben wage ich zu bezweifeln, vielmehr wurden sie dazu gedrängt dem Wunsch der Staats- und Parteiführung zu entsprechen. Pläne für den Bau wurden von der DDR entwickelt und die Logistik war schon vor der Einwilligung der SU fertig.
Die Abwanderung von Arbeitskräften in den Westen war für die Wirtschaft ein ernstes
Problem geworden. Weshalb die Bevölkerung sich zu diesen Entschluß entschlossen hat lassen wir erst mal beiseite. Es waren unterschiedliche Motive.
Bezeichnend ist aber, das nach dem Mauerbau der Anwerbevertrag über Arbeitskräfte mit der Türkei abgeschlossen wurde.
Gruß Buschi



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Re: Ohne die Mauer hätte es Krieg gegeben

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Beitragvon eddy » Sonntag 6. November 2011, 21:26

Mmh, ein brisantes Thema.
Thommy, wenn ich Deine Gedanken zu diesem Buch lese, ohne das ich es gelesen habe, muss ich sagen, die Autoren wollen sich "reinwaschen". Es ist und bleibt für mich immer wieder das Problem, was haben wir aus der deutschen Geschichte gelernt? Schon allein der Fakt, dass wir in der Schule und später beim Studium die Zeiten 1914 - 1918 und 1933 - 1945 immer nur von einer Seite aus betrachtet haben, von der so genannten Arbeiterseite. Widerstandskämpfer, im Sinne der Arbeiterklasse handelnde Menschen, wurden unsere Geschichtshelden - was aber war mit den anderen Menschen, die auch deutsche Geschichte geschrieben haben, die nicht aus der Arbeiterklasse kamen? Es ist doch eigentlich ganz einfach, ich nehme mir die gesamte Geschichte vor und analysiere, was war gut, was war schlecht, im Sinne der Entwicklung der Menschen. Das Gute wird fortgesetzt, das schlechte wird liquidiert! Oder sehe ich das falsch?
So auch die beiden Autoren. Von Keßler habe ich persönlich noch nie viel gehalten, auch als wir noch aktiv waren. Er war für mich nicht die Persönlichkeit (wie zum Beispiel W. Ehm oder Theo Hoffmann). Strelitz hätte ich anders eingeschätzt, ich war bisher der Meinung, als Chef des Stabes stand er fester auf dem Boden der Realität. Nach Deiner Einschätzung muss ich daran zweifeln.
Nun kurz zur Rolle unserer Freunde. Ich denke, ohne jetzt besondere Dokumente zu kennen, die haben eine nicht unbedeutende Rolle am 13.08.1961 gespielt. Was glaubt Ihr, warum die Staffelung der Einsatzkräfte an diesem Tag so war, erste Reihe Kampfgruppen, zweite Reihe NVA und dritte Reihe GSSD. Auch eine Erkenntnis aus der Geschichte, der Urheber hält sich meist zurück und erntet nur.
Mit meinem Wissensstand kann ich nur sagen, das Kommando kam von Moskau, die Trottel waren wir, so zwiespältig unsere "Arbeiterrepräsentanten" auch waren, diese Macht des "Befehls" hätten die Freunde ihnen nicht gelassen. Sie durften aber ausführen und sich rühmen, dass war der Unterschied. Die politische Situation im Land (unserem Teilchen Erde), war besch.... und hier kommt ihre Verantwortung zum Tragen, sie haben sie nicht erkannt oder erkennen wollen. Der Fanatismus hat einseitig unsere Politik bestimmt und das war von Anfang an unser Ende. Ob es zum Krieg gekommen wäre ohne Mauer, möchte ich auch bezweifeln, obwohl die Hintermänner (Amis und Russen) sicher Böses im Sinn hatten. Opfer wären in jedem Fall die Deuteschen gewesen, ob Ost oder West. Das verneinen übrigens auch die westlichen Mächte.
Eddy
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Re: Ohne die Mauer hätte es Krieg gegeben

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Beitragvon molli 65 » Montag 7. November 2011, 18:31

Mit den Memoiren und Analysen unserer großen "An-Führer" bin ich bisher immer sehr vorsichtig umgegangen, sind sie doch meistens von dem Wunsch getragen, die Sicht der Dinge sehr aus einem eng begrenzten blickwinkel vorzunehmen- zu Gunsten des Schreibers. Aber das haben beide "Seiten" so an sich. Auch wir wären vermutlich nicht dagegen gefeit, uns ins rechte Licht zu setzen.
Wir haben aber heute die einmalige Gelegenheit, die Geschichte der DDR selbst miterlebt zu haben und nun die Geschehnisse mit den Darstellungen aus der anderen Sicht vergleichen zu können. Wobei man sich beim Lesen einen kühlen Kopf bewahren muß, um auch aus den heutigen Darstellungen das glaubhafte herausfiltern zu können! Denn die heutigen "Aufarbeitungen" sind ja auch wieder von dem Wunsch getragen, die Dinge aus der Sicht des Übriggebliebenen als nur so richtig darzustellen.

Mein Vater, selbst im Krieg gewesen, hörte sich immer die Nachrichten beider Seiten an(Ob im Radio/Fernsehen bei mir zu Hause kein Empfangsproblem). Durch die vorausgegangenen 12 Jahre mißtrauisch gegenüber jedem Politiker geworden, war er der Meinung, dass sowieso jeder zu seinem Vorteil lügen würde und die Wahrheit in der Mitte liegt.
Das konnte man als Jugendlicher nicht verstehen- eigentlich waren wir auch schon beeinflusst worden, ohne es zu bemerken.

Das Werk Kessler/Streletz werde ich mir nicht zulegen. Schon allein der Titel ist völlig irreführend. Und wenn dann noch nicht einmal eine Beweisführung erfolgt, ist es doch sehr enttäuschend.

Dennoch muss ich sagen, die Thematik wer wann wieviel Uniformierte in seinem Dienst zu stehen hatte, ist sehr differenziert zu betrachten. Dazu ist es notwendig, vorher zu klären, wer wird dazu gezählt, wer nicht. Ab wann wird gezählt. Wie werden die Länder der BRD gezählt-bei uns gab es nur die Bezirke eines zentraliserten Staatsapparates. Bis wann war jemand als Polizist zu werten, ab wann als Soldat, usw.

Bisher habe ich immer auf beiden Seiten nur die völlig konträren Darstellungen gelesen, der andere hats zuerst getan. Das wäre eine interessante Sache, mal diese Problematik objektiv zusammenzutragen und zu bewerten!!
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Re: Ohne die Mauer hätte es Krieg gegeben

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Beitragvon Hirsch » Montag 7. November 2011, 19:42

Ich habe arge Zweifel. daß Objektivität durch uns, will sagen die Beteiligten, überhaupt möglich ist.

Mit unserer Entscheidung freiwillig (es gab keine Wehrpflicht) in der NVA zu dienen könnten wir schon ein gewisses Schuldgefühl entwickeln, der DDR die Entscheidung zum Mauerbau ermöglicht zu haben. Was dann dazu führt, uns rechtfertigen zu wollen.

Wie soll ich da objektiv diskutieren?

Ermöglichen wir doch jeden seine Sicht. Und die ist halt subjektiv.

Es möge aber bitte auch keiner verlangen, seine Ansicht als richtig anerkannt zu bekommen.

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Re: Ohne die Mauer hätte es Krieg gegeben

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Beitragvon molli 65 » Montag 7. November 2011, 20:28

habe jetzt eben nochmal in der älteren Literatur nachgelesen, so z.B. in einem Aufsatz des VA Zenker zur Vorgeschichte der Gründung der Bundesmarine.
Zu VA Zenker und dessen Lebenslauf brauche ich hoffentlich nichts weiter zu erklären.
Da könnte man schon einiges an "Fakten" draus entnehmen.
Ich meinte aber zuallererst mit objektiv reine Zahlen: Datum, Dokument, Inhalt. Linke Seite die einen, rechte Seite die anderen, usw.....
Dann mal sehen, ob sichs lohnt, eine Bewertung vorzunehmen. Wie schon vorhin bemerkt, objektiv war bisher keiner. Ich geb da Hirsch schon recht- vielleicht klappt es gar nicht.
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Re: Ohne die Mauer hätte es Krieg gegeben

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Beitragvon buschi » Dienstag 8. November 2011, 09:08

Hallo Molli 65,
In deinem Beitrag erwähntest Du die Länder in den 3 Westzonen bzw.ab 23.Mai 1948 der BRD. In der SBZ bzw.DDR wurden am
09.07.1945 ebenfalls Länder/Provinzen gegründet. Brandenburg, Mecklenburg, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen bestanden bis zur Verwaltungsreform 1952. Danach wurden die 14 Bezirke eingeführt. Berlin wurde erst ab 1961, nach dem Mauerbau, als Bezirk geführt. Das Gebiet der WISMUT hatte einen Sonderstatus.
Wie schon gesagt wurde hat jeder seine eigene Meinung auf den Bau der Grenzbefestigungen.
Recht hat meist der Sieger, er kann die Fakten so drehen wie er es gern sieht.
Gruß Buschi



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